Japan züchtet Virus gegen Cyberangriffe

Die japanische Regierung soll bei Fujitsu einen Virus in Auftrag gegeben haben, der Cyberangriffe erkennt und sie umgehend verhindert. Zeitgleich soll die Staatssoftware den Hintermann der Attacke ausfindig machen. Um dieses Projekt zu finanzieren, stellt das Land ungefähr 1,8 Millionen Euro bereit. Die Entwicklung wird von Spezialisten auf bis zu drei Jahre geschätzt.

Um die bestellte Software anwenden zu können, muss das japanische Gesetz verändert werden. Bis jetzt untersagt es eine solche Methode der modernen Abwähr. So verbietet ein Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2005 die Einsetzung von Maßnahmen gegen Cyberangriffe. Auch das Strafrecht kommt in die Quere: Laut diesem ist die Programmierung von Viren nicht gestattet. So berichtete die Zeitung Yomiuri Shimbun am Sonntag, dass die Regierung das Gesetz umstrukturieren werde, um einen Einsatz der oben erläuterten Software zu ermöglichen. Die Möglichkeiten der Funktionen sollen dabei möglichst klein gehalten werden. Dadurch will man das Ziel der ausschließlichen Eindämmung von Cyberangriffen unterstreichen. Zwei der drei Entwicklungsjahre sind schon vergangen und so wird der gezüchtete Virus den ersten Tests in abgeschirmten Bereichen unterzogen. Neben der direkten Herkunft einer Attacke kann die Software auch die Server bestimmen, über die sich der Schadcode weiterverbreitet hat. Nachdem er das Programm anschließend neutralisiert hat, kann er wichtige Informationen einsammeln. Dieses Verfahren kann bei verschiedenen Methoden der Attacke zum Einsatz kommen. Vorerst soll der Virus nur für Japan zuständig sein.
Die USA und China sollen Medienberichten zufolge bereits über solche "digitale Waffen" verfügen.

In Japan sind seit Jahren Cyberangriffe auf der Tagesordnung öffentlicher (Regierungs-) Einrichtungen. Auch in Deutschland sind die Server von Regierungsanstalten vermehrt Ziel solcher Attacken.