JUKE - ein Unbekannter Musikstreamingdienst mit großer Datenbank

JUKE ist ein Musikstreamingdienst aus deutschem Hause. Wer am Markt bleiben und nicht von der Konkurrenz abhängt werden will, der sollte regelmäßig sein Geschäftsmodell innovieren und neue Ideen verwirklichen. Nachdem man Musik schon lange durch iTunes & Co herunterladen kann, sind Musikstreamingdienste nun das Fortschrittlichste, was die Musikindustrie zu bieten hat. Einige Anbieter haben wir Euch in den letzen Wochen bereits vorgestellt, nun zeigen wir Euch die Antwort eines deutschen Einzelhandelsriesen. Die Saturn-Media-Gruppe ging 2011 mit dem Musikstreamingdienst JUKE an den Start. Ein ungewöhnlicher Schritt denkt Ihr Euch? Mit 15 Millionen Songs sicherlich gut aufgestellt, doch kann JUKE den Platzhirschen wie Simfy, Spotify oder Napster das Wasser reichen? Lest selbst.

Was genau ist JUKE?

JUKE ist wie auch Simfy, Spotify oder rdio ein Musikstreamingdienst, der dem Nutzer gegen eine monatliche Gebühr die unbegrenzte Nutzung von bis zu 15 Millionen Songs erlaubt. Musik in JUKE kann in Listen gespeichert und auf einem PC, Mac oder von unterwegs über ein Smartphone gehört werden. Nutzer aus Deutschland und Österreich können sich bei Juke anmelden, in anderen Ländern ist der Dienst nicht verfügbar, kann jedoch nach Anmeldung aus jedem Land gehört werden. Das ist äußerst praktisch, falls man in den Urlaub fährt und den deutschsprachigen Raum verlässt.

Wie melde ich mich bei JUKE an?

Wer erwartet, dass JUKE eine Facebook-Anmeldung anbietet, der irrt sich. Juke verlangt klassisch eine gültige Email-Adresse, Name, Vorname und ein Passwort. Keine Chance für Facebook-Profile. Nach der Anmeldung auf myjuke.com muss der Nutzer noch seine Anmeldung bestätigen, in dem er auf den Aktivierungslink klickt, der per Email zugeschickt wird. Nach gemachter Arbeit kann es auch schon losgehen und der Nutzer darf JUKE volle 14 Tage ohne Einschränkung und Werbung ausgiebig testen.

Kann ich auch CDs und Schallplatten bestellen?

Wer weiß, dass JUKE zu Saturn und Mediamarkt gehört, könnte dies sicherlich mutmaßen. Jedoch tritt JUKE als ein eigenständiges Musikportal auf und es sind keinerlei Hinweise zu finden, dass JUKE verwand mit einem großen deutschen Einzelhändler ist. Ein Tab, um gehörte Musik sofort auf iTunes oder Amazon zu kaufen, gibt es bei anderen Anbieter ja auch. Warum nicht einen Bestellservice für physische Datenträger anbieten?

Wo kann ich Musik überall hören und wie finde ich neue? 

Musik kann ich über einen Browser hören, der auf einem Mac oder PC läuft. Dazu zählen der Explorer, Safari, Chrome, Firefox und andere HTML5 fähige Browser. Um JUKE über ein Smartphone zu hören, benötigt der Nutzer entweder ein iPhone, iPad oder iPod Touch mit iOS 4.0. Juke empfiehlt jedoch wenigstens iOS 4.2. Für Android-Geräte steht auch eine App zum Download bereit, die mindestens Android 2.2 verlangt. Einen Unterschied haben die Apps zur Browser-Version aber dann grundlegend doch: Es gibt eine Möglichkeit, um Lieder, Künstler und Alben zu favorisieren und sie mit einem Stern zu markieren. Diese Möglichkeit wird auf einem PC oder Mac schmerzlich vermisst bzw. konnte nicht gefunden werden.

 

Wenn man Musik entdecken will, stehen dem Nutzer leider nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung. Songs, Alben oder Künstler können in einer Suchleiste unterhalb des Musik-Players wie in einer Google-Suche eingetragen und dann hoffentlich gefunden werden. Wer nicht weiß, was er hören möchte, kann sich den Empfehlungen der Redaktion hingeben, Mixtapes zu verschiedenen Angelegenheiten hören oder die Musik aus einem Genreradio auswählen, welches auch JUKE.fm genannt wird. Bei den Radios finden sich dann Sender wie 90er Jahre Radio, Latin Radio, Soul & Funk Radio und viele andere wieder.

JUKE Mixtapes sind Zusammenstellungen von Musik nach Themen, die Titel tragen wie Fußball ist unser Leben, Musiker für Junge Helden e.V. oder Sonar Festival 2012.

Ein Chart-Funktion für meist gehörte Lieder oder Alben bietet JUKE natürlich auch an und befindet sich am unteren Ende der Startseite. Musik durch Nutzer empfohlen sucht man jedoch vergeblich, so muss man sich den Algorithmen hingeben und darauf vertrauen.

Was bekomme ich für 9,99€ monatlich?

Wenn die 14 Tage Testversion abgelaufen ist, dann hat man nur eine Möglichkeit: bezahlen. Wer nicht bezahlt, hat lediglich die Möglichkeit Lieder für 30 Sekunden anzuhören. Viel Spaß macht das nicht. Ein werbefinanzierte kostenlose Option wie bei Spotify oder Simfy gibt es nicht. Wer dann zahlt, hat auch nur eine Möglichkeit: das JUKE Abo für 9,99€. Da kann der Nutzer dann zwischen ein, drei oder sechs Monaten Laufzeit wählen. Je nach Laufzeit bekommt man bei drei Monaten 16 Cent und bei sechs Monaten 32 Cent Rabatt pro Monat. Das macht im Idealfall bei einem sechs Monatsabo ganze 1,96€ die der Nutzer sparen kann. Na wenn das keine Grund ist Juke ganze sechs Monate zu nutzen...

Wer 9,99€ pro Monat zahlt, kann Musik von seinem PC, Mac oder Smartphone aus hören. Lieblingslieder können herunter geladen werden, um diese im Offline-Modus zu hören. Dies ist ideal für Langstreckenflüge oder Bahnfahrten mit zahlreichen Funklöchern.

Für wen ist Juke geeignet?

Wer Juke das erste mal besucht, dem wird die einfache Struktur und das übersichtliche Layout der Seite auffallen. Die geringe Komplexität wird einigen Nutzern zusagen und animieren zu bleiben. Das war es leider auch schon. Denn so einfach Juke auch ist, so viel kann es dann auch. Relativ wenig. Juke ist grundsolide und macht seinen Namen Musikstreaming alle Ehre. Alle wichtige Funktionen befinden sich auf der Startseite. Nur die Ansichten von Liedern und Alben befinden sich auf Unterseiten versteckt. Es gibt keine tiefere Verbindung zu anderen sozialen Netzwerken, man kann Niemandem folgen oder Musik von anderen Nutzern entdecken. Das Höchste der sozialen Gefühle ist ein Facebook Gefällt mir und ein Twitter Button, um zu zeigen, dass man Juke oder einzelne Alben aus Juke gutheißt. Aber genau da könnte Juke punkten. Bei einer sozialen Netzwerk kritischen Käuferschicht, die Musik hören will und sich mit Ablenkungen und anderen Überflüssigkeiten nicht beschäftigen will. Purismus in einer von Informationen überladenen Welt.