100 Mio. Dollar und mehr: die teuersten Netflix-Filme aller Zeiten

Kleiner Spoiler vorab: "Bright" ist bislang nicht der teuerste Netflix-Film
Kleiner Spoiler vorab: "Bright" ist bislang nicht der teuerste Netflix-Film(© 2017 Netflix/Matt Kennedy)

Mit einer groß angelegten Offensive will Netflix endlich Fuß im Filmgewerbe fassen. An der prall gefüllten Kriegskasse dürfte das Unterfangen nicht scheitern. Ein Blick auf die fünf teuersten Filme des Streaming-Anbieters. 

Mit Kassenschlagern im Serienformat à la "Stranger Things" katapultierte Netflix sich an die Spitze der Streamingdienste. Bei den hauseigenen Filmen sieht es bislang jedoch nicht so rosig aus. Denn wen jucken heute noch Titel wie "Spectral" oder "War Machine"? Trotz des holprigen Starts im Filmgewerbe hat Netflix aber noch lange nicht aufgegeben. Denn nach unglaublich teuren Serien wie "The Get Down" oder "The Crown" will Netflix bald auch verstärkt mit Langformaten punkten.

Die fünf teuersten Netflix-Filme

Jetzt drückt Netflix aufs Gaspedal: Rund 80 neue Filme sind für das kommende Jahr geplant. Das Budget wird von sechs Milliarden US-Dollar auf sieben bis acht Milliarden aufgestockt. Einige der sündhaft teuren Produktionen sind jedoch jetzt schon im Katalog des Anbieters verfügbar. Gegen den unaufhaltbaren Fluss hochkarätiger Serien hatten sie allerdings keine Chance. Nichtsdestotrotz ist das Top-5-Ranking der teuersten Netflix-Filme ein guter Indikator dafür, wo die Reise hingehen könnte:

Platz 5: Death Note

Üppige 40 Millionen US-Dollar steckte Netflix in die Verfilmung des gleichnamigen Animes und Mangas "Death Note". Die Story in Kürze: Ryuk, ein Todesgott mit der Stimme von Willem Dafoe, lässt aus Langeweile ein magisches Notizbuch auf die Erde fallen. Das ermöglicht seinem Besitzer, jeden beliebigen Menschen durch Eintragen des Namens ins Jenseits zu befördern. Der Jurastudent Light Yurakami findet das Buch – und macht sich auf, die Welt von Gangstern und Verbrechern zu befreien. Trotz packender Verfolgungsjagd kann die Realverfilmung von Netflix keine Bestnoten einkassieren.

Die Realverfilmung des erfolgreichen Animes "Death Note" blieb hinter den Erwartungen zurück(© 2017 James Dittiger/Netflix)

Platz 4: Okja

Das künstlich erzeugte Superschwein"Okja" wächst in der idyllischen Obhut des munteren Bergmädchen Mija auf. Was beide nicht ahnen: Das genmanipulierte Riesenviech wurde von einer geldgierigen Fleischfabrik erschaffen. Bald will die bösartige Bossin Lucy Miranda (gespielt von Tilda Swinton) ihr Investment zu Gewinn machen – und Mija muss sich zur Rettung ihres gutmütigen Hausschweins aufmachen. Etwa 50 Millionen US-Dollar bezahlte Netflix für das säuische Vergnügen. Mit gutem Recht, denn der Film kassiert gute Bewertungen bei Zuschauern und Kritikern ein.

Superschwein "Okja" und die beste Freundin Mija fanden Anklang beim Publikum(© 2017 Netflix)

Platz 3: War Machine

Für die bislang drittteuerste Eigenproduktion ließ Netflix rund 60 Millionen US-Dollar springen. In Retrospektive hätte der Streamingdienst das Geld wohl besser anderweitig investiert. Mit "War Machine" wollte Hauptdarsteller Brad Pitt eine ungewöhnliche Mischung aus Kriegsfilm, Melodrama und Satire aus dem Boden heben. Nach Release hagelte es allerdings nur unterirdische Bewertungen. Der Inhalt: Ein Vier-Sterne-General soll den Krieg in Afghanistan beenden – findet sich aber auf einer Art Polit-Roadtrip in Europa wieder. Dem häufig absurden Kriegsdrama konnten nur wenige Netflix-Zuschauer etwas abgewinnen.

"War Machine": Der Spagat zwischen Satire und und Kriegsdrama ging leider daneben(© 2017 Francois Duhamel / Netflix)

Platz 2: Bright

Ab hier kommt der Rubel so richtig ins Rollen: Für mehr als 90 Millionen US-Dollar produziert Netflix den explosiven Fantasy-Action-Film "Bright" – mit Will Smith in der Hauptrolle. Für so viel Geld gibt's Fantasy pur: Menschen leben neben Feen, Orks und Elfen, und alles dreht sich um einen mächtigen Zauberstab, der seinem Träger jeden Wunsch erfüllt. Will Smith spielt den Streifenpolizist Scott Ward und muss ausgerechnet mit einem orkischen Kollegen zusammenarbeiten. Bald schon jagt das ungleiche Duo dem Zauberstab hinterher. Ob das Abenteuer gelingt, erfahrt ihr am 22. Dezember, wenn "Bright" bei Netflix startet.

Platz 1: The Irishman

Zum Sparpreis von 125 Millionen US-Dollar holt Netflix die grauen Eminenzen der Italo-Mafiafilme aus der Gruft. "The Irishman" heißt der kolossale Titel, in dem Legenden wie Al Pacino, Robert De Niro und Joe Pescium wieder aufeinandertreffen, um sich ein letztes Mal zärtliche Drohungen ins Ohr zu flüstern. Der Film erzählt die Geschichte des sagenumwobenen Mafiakillers von New York und wird von niemand Geringerem als Martin Scorcese produziert, bekannt für zeitlose Klassiker wie "Goodfellas" oder "Casino". Bis zum Filmstart müsst ihr euch allerdings noch gedulden, denn Netflix bringt den Mafia-Streifen frühestens Ende 2018.

In "The Irishman" treffen Robert De Niro  und Joe Pesci wieder auf einander (hier zu sehen in "Casino")(© 2017 picture-alliance / KPA)

Und wie schaut's bei den Serien aus?

Der Vollständigkeit halber: Lange Zeit war "Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword Of Destiny" die teuerste Netflix-Produktion. Der Streifen hatte zwar ein geschätztes Budget von rund 60 Millionen US-Dollar, war allerdings eine Kooperation zwischen Netflix und mehreren Filmstudios. Vor dem globalen Start auf der Kinoplattform war der Film bereits in chinesischen Kinos zu sehen.

Übrigens legen Filmstudios nur selten die Budgets ihrer großen Filme offen. Zahlreiche Angaben zu Kosten beruhen also auch hier auf Spekulationen von unterschiedlichen Experten. Und nur weil viel Geld in eine Produktion fließt, ist das noch lange keine Garantie für Erfolg – was mittlerweile auch Netflix lernen musste. Die aufwendig inszenierte Show "The Get Down" etwa wurde bereits nach der ersten Staffel eingestellt, vermutlich weil die Zuschauerzahlen das hohe Budget nicht rechtfertigen konnten.


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