Kannibalisiert das große iPhone 6 das iPad mini?

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Das große iPhone 6 gilt als kommender Kassenschlager – zu Lasten des iPad minis?
Das große iPhone 6 gilt als kommender Kassenschlager – zu Lasten des iPad minis?(© 2014 Youtube/SCAVids Hdconcept, CURVED)

Das Warten könnte sich noch etwas hinziehen: Produktionsprobleme beim Akku sollen den Launch des iPhone 6 bis 2015 hinauszögern, war gestern von der Commercial Times zu hören. Die interessantere Frage indes lautet: Könnte ein 5,5 Zoll großes Apple-Smartphone nicht einer anderen Produktkategorie in die Quere kommen, die ohnehin stagniert –nämlich dem iPad?

Die These klingt so interessant wie in der Produktkategorie abseitig: Die iWatch könnte den iPod ersetzen, schreibt Christopher Caso, Analyst der Susquehanna Financial Group und rechnet damit, dass Apple 2014 seinen Kult-MP3-Player auch in diesem Jahr nicht mehr erneuert - das letzte Update stammt aus dem Jahr 2012. Der iPod, der in den Nullerjahren maßgeblich Apples Comeback befeuerte, dürfte maßgeblich von der iWatch abgelöst werden – als Produktkategorie in der Bilanz.

Bei der tatsächlichen Kaufentscheidung dürfte sich indes bald eine andere Produktbeziehung abzeichnen. Mit dem Erscheinen des mutmaßlich 5,5 Zoll großen iPhones dürften nicht wenige Käufer vor der Frage stehen, ob sie dann noch ein anderes iOS-Gadget benötigten, das nur 2,4 Zoll größer ist – das iPad mini.

Das iPad-Wachstum verebbte zu früh

Der viel zitierte Kannibalisierungseffekt, der die achtjährige Hochzeit des iPods mit der Einführung des iPhones schließlich leicht zeitversetzt 2009 beendete, dürfte nun auch bei Apples Tabletsparte  greifen, mutmaßt Staranalyst Gene Munster. Allerdings:  Das iPad ist gerade mal vier Jahre alt! Hier beginnt das Problem: Dass das iPad-Wachstum so früh enden würde, war sicher zum Launch 2010 ganz anders gedacht. 

Die ungelösten Probleme des iPads sind hinreichend dokumentiert: Das Apple-Tablet ist gegenüber der Android-Konkurrenz zu teuer – und wird weniger oft erneuert als ein iPhone. Wenn Apple heute nach Handelsschluss seine neusten Quartalszahlen bekannt gibt, erwarten Analysten sogar schon den zweiten Umsatzrückgang nach dem Juni-Quartal 2013.

Der Kannibalisierungseffekt könnte unterm Strich aufgehen – für Apple

Die gute Nachricht für Apple: Der Kannibalisierungseffekt würde zu einem verhältnismäßig verkraftbaren Preis kommen – die iPhone-Sparte ist auch im dann achten Jahr Apples mit Abstand wichtigste Konzern-Unit, die über fünfzig Prozent der Umsätze und gar zwei Drittel der Gewinne generiert, während das iPad trotz wohl 19 Millionen verkaufter Einheiten im März-Quartal nur noch 20 Prozent der Umsätze und gar nur 10 Prozent der Gewinne einspielt.   

In anderen Worten: Wenn ein iPhone 6-Phablet für ein anziehendes Wachstum sorgt, dürfte es die mutmaßlichen Absatz-Rückgänge bei der kleineren iPad-Version überkompensieren. Man kann sich sicher sein: Zahlenfanatiker Tim Cook hat diese Gleichung bis zur zweiten Nachkommastelle ein ums andere Mal durchgespielt….


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