Kaum zu glauben: Diese Streifen sind Comic-Verfilmungen

Tom Hanks in "Road to Perdition.
Tom Hanks in "Road to Perdition.(© 2018 Fox)

Superhelden-Filme sind seit einigen Jahren der Renner in den Kinos und natürlich weiß jeder, dass die allermeisten davon auf Comics basieren. Aber es gibt auch Filme, bei denen kaum jemand vermutete hätte, dass ihre Story ebenfalls aus einem Comic stammen würde. Wir stellen euch Filme vor, die kaum jemand mit den bunten Heftchen in Verbindung bringt.

Marvel und DC-Filme kennt jeder – und jeder weiß, dass die Figuren aus den jeweiligen Comics stammen und schon Jahrzehnte lang Abenteuer auf Papier erlebt haben, bevor sie zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen waren. Aber es gibt auch Helden und Schurken, bei denen ihr wohl nicht geahnt habt, dass sie ebenfalls aus Comics stammen.

"Road to Perdition": Cooles Gangsterepos

In "Road to Perdition" spielt Tom Hanks einen Auftragskiller namens Sullivan, der für die irische Mafia im Jahr 1931 arbeitet. Weil sein Sohn ungewollt einen Mord mit ansieht, will der designierte Nachfolger des Gangsterbosses (Paul Newman), dessen Sohn Connor (Caniel Craig), die ganze Familie Sullivan auslöschen – und beschwört damit einen blutigen Showdown zwischen Sullivan und dem ganzen Syndikat herauf. Das setzt den extrem erfolgreichen Killer Maguire (Jude Law) auf Sullivan und seinen Sohn an...

Kaum zu glauben, aber was wie ein Martin Scorsese-Drehbuch klingt, basiert tatsächlich auf den gleichnamigen Comics von Max Allan Collins, die auch in Deutschland erschienen sind. Wer auf emotionale Gangstergeschichten steht, dürfte mit Film und Comics gleichermaßen etwas anfangen können.

"From Hell" und "V für Vendetta"

Dass nach Comics von Alan Moore die "Watchmen" entstanden sind, wissen viele Fans des Autors. Wer sich beim Werk des Briten aber weniger auskennt, dem rutschen oft zwei Filme durch, die ebenfalls nach seinen Vorlagen entstanden sind.

Für "From Hell" recherchierte Moore jahrelang, bis er mit einer neuen Theorie zu den Morden von Jack the Ripper an die Öffentlichkeit ging – in Form eines dicken, in düsterem Schwarz-Weiß gehaltenen Comicbands. Auf knapp 600 Seiten erzählt Moore seine Version der Ereignisse. Das wurde 2001 zu einem Kinofilm mit Johnny Depp als ermittelndem Beamten von Scotland Yard gemacht, erreichte aber längst nicht die Komplexität der Vorlage.

Und auch "V für Vendetta", ein Frühwerk Moores und seine wohl politischste Arbeit bisher, ist als Film durchaus bekannt – dass ein Comic dahintersteckt, wissen aber nicht alle. In Film und Comic geht es um eine Diktatur, die das England einer nahen Zukunft beherrscht. Der geheimnisvolle V ist der einzige Gegner, den die Regierung noch fürchten muss, denn er macht Jagd auf die obersten Führer des Landes – und die Menschen, die ihn einst erschufen.

Die Verfilmung mit Hugo Weaving und Nathalie Portman ist übrigens weitaus besser gelungen als die der Ripper-Morde und ein Tipp für alle, die Thriller mit politischem Einschlag mögen. Da Alan Moore stets seinen Namen von Plakaten und Covern der Filme nach seinen Werken entfernen lässt – und die Ergebnisse auch nicht leiden kann, werden die wenigen guten Filme nach seinen Comics gern übersehen. Zu Unrecht.

"A History of Violence": Harter Tobak

Der kanadische Regisseur David Cronenberg ist nicht gerade dafür bekannt, bei der Umsetzung seiner Stoffe zimperlich zu sein. Er sorgte in den 70ern für einige der härtesten Horrorfilme der damaligen Zeit ("Parasitenmörder", "Die Brut") und setzte das mit Filmen wie "Die Fliege" fort. Meist nutzte  er dabei eigene Ideen oder griff, wie bei der Fliege, auf Kurzgeschichten-Klassiker der Horrorliteratur zurück. Aber einmal fesselte ihn auch ein Comic derart stark, dass er ihn als Film umsetzte.

"A History of Violence" erzählt vom scheinbar harmlosen Familienvater Tom (Viggo Mortensen), der in einer Kleinstadt ein Diner betreibt und mit Frau (Maria Bello) und zwei Kindern ein friedliches Leben führt. Das ändert sich, als ein mächtiges Mitglied einer Gangsterfamilie aus Philadelphia in die kleine Stadt kommt und Tom als den totgeglaubten Gangster Joey wiedererkennt. Tom streitet ab, diese Person zu sein, doch der grausame Carl (Ed Harris) bedrängt Tom immer weiter, bis die Situation eskaliert …

In harten Bildern erzählt Cronenberg diese Story, die auf dem gleichnamigen Comic von John Wagner und Vince Locke beruht. Spannend und sehr sehenswert, wenn man harte Gangsterstorys schätzt.

"Largo Winch": Wehrhafter Erbe

Gleich auf zwei Filme bringt es "Largo Winch", der als Alleinerbe eines mächtigen Weltkonzerns von heute auf morgen sein Leben als Abenteurer aufgeben muss, um in die noch weit gefährlichere Welt der Hochfinanz einzutauchen. 2008 und 2011 war der französische Schauspieler Tomer Sisley in der Titelrolle zu sehen. Eigentlich ist Largo Winch aber der Held seiner eigenen Comicreihe in Frankreich, die es dort schon auf 20 Comicalben und sechs Romane gebracht hat. Der bekannte belgische Comicautor Jean Van Hamme ("Thorgal", "XIII")  hat sich den Milliardär wider Willen ausgedacht.

Die Comics sind in Deutschland bei verschiedenen Verlagen erschienen und bieten all denen gute Unterhaltung, die nach den beiden Filmen Blut geleckt haben und mehr über den ungewöhnlichen Helden lesen wollen.

"Blau ist eine warme Farbe": Erotik pur

Und auch mit erwachseneren Stoffen können moderne Comics so gut umgehen, dass sie für eine Verfilmung entdeckt werden. In "Blau ist eine warme Farbe" lernt die junge Adele die Kunststudentin Emma kennen - und lieben. Die blauhaarige Emma wird dabei von Lea Seydoux gespielt, die auch in "Spectre" und "Mission Impossible: Phantom Protokoll" zu sehen war. Der französische Film, der aufgrund seiner recht expliziten Sexszenen Furore machte – aber auch etliche Filmpreise gewann, basiert tatsächlich ebenfalls auf einem Comic.

Die junge französische Comicautorin Julie Maroh schuf das Werk als ihre erste Arbeit - und hatte sofort Erfolg damit.

Comics sind mehr als nur Superhelden

All diese Filme beweisen, dass Comics nicht automatisch Superhelden-Geschichten sein müssen, das Medium ist weitaus vielfältiger, als viele wissen. Ist etwas für euch dabei? Wenn ihr euch lieber wieder den offensichtlicheren Comic-Verfilmungen zuwenden wollt, dann haben wir hier noch alle DC-Filme, die uns in den nächsten Jahren erwarten.


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