Kopfhörer KEF M500: Edler Lauschangriff aus Alu

Die britische Soundschmiede KEF bringt seit mehr als 50 Jahren den richtigen Sound in Wohnungen und Musikstudios. Nun sorgen die Kopfhörer M500 für ordentlich Wumms auf den Ohren. Allerdings ist es ein Genuss mit Ecken und Kanten.

Sie sind dann doch leichter als sie aussehen: Die M500 von KEF wirken durch das verwendete Alu auf dem ersten Blick sehr wuchtig und schwer. Aber der Eindruck ändert sich schlagartig, sobald man die Kopfhörer in die Hand nimmt oder aufsetzt. Als wäre er maßgeschneidert, schmiegt sich der M500 an den Kopf. Das liegt zum großen Teil an der flexiblen Aufhängung der Lautsprecher: Die Bügel sind längenverstellbar, per Scharnier lassen sich die Lautsprecher umklappen oder drehen. Die Lautsprecher sind zudem innerhalb der Aufhängung ebenfalls beweglich befestigt und das Polster passt sich dank Memoryschaum dem Ohr des Trägers an.

Doch der hohe Tragekomfort ist ja nur ein wichtiger Teil des Hörvergnügens, denn natürlich kommt es bei einem Kopfhörer vor allem auf den Sound an – besonders, wenn der Kopfhörer 240 Euro kostet. Und hier gibt es wahrlich keine Mängel zu beklagen, im Gegenteil: Der Klang ist ausgewogen, klar und schnörkellos. Der warme Sound ist wirklich toll – ganz egal, ob bei Klassik, Rock oder Elektro. Nur wenn die Lautstärke zu hoch eingestellt wird, verzerrt der Ton merklich.

Nebengeräusche? Ausgeblendet!

Da das Polster fast wie bei einem Over-Ear-Kopfhörer das ganze Ohr bedeckt, werden Umgebungsgeräusche sehr stark reduziert. Auch ganz ohne Musik ist dieser Effekt deutlich wahrzunehmen, man könnte die M500 fast als Lärmschutz verwenden. Umgekehrt funktioniert die Geräuschunterdrückung dagegen nicht perfekt: Bei lauter Musik dürfen auch die Sitznachbarn am Sound teilhaben. Außerdem werden Schrittgeräusche deutlich übertragen. Dadurch dient der M500 vor allem beim Hören im sitzen oder liegen, beim Gehen oder Laufen ist er dagegen nur eingeschränkt zu empfehlen.

Dennoch verdient der Sound insgesamt die Höchstnote, im Gegensatz zur Verarbeitung der Hardware. Die Scharnier ist äußerst scharfkantig. Gleitet man mit dem Finger darüber, muss man fast Verletzungen fürchten. Und die Kabel, mit oder ohne Fernbedienung für iOS-Geräte, sind eine Zumutung.

Zwar sind die flachen Gummikabel vorm vertüddeln geschützt, aber optisch wirken sie überhaupt nicht hochwertig, sondern labberig – fast wie asiatische Bandnudeln von Vorgestern. Und die Fernbedienung dient zwar dank des eingebauten Mikrofons gleichzeitig als Freisprecheinrichtung, für die Nutzung der sehr reduzierten Tasten braucht man dagegen großes Fingerspitzengefühl – oder wenigstens stabile Fingernägel.

Doch das sind nur wenige Minuspunkte bei einem insgesamt sehr ordentlichen und schicken Kopfhörer. Wünschenswert wäre es allerdings gewesen, ein Kopfhörer dieser Preisklasse wäre ganz ohne Makel.

 


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