Kinderarbeit für Apple

Nachdem eine Selbstmordserie bei Apple-Zulieferer Foxconn im vergangenen Jahr auf die zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in chinesischen Betrieben aufmerksam gemacht hat, legte Apple nun einen detaillierten Bericht zur Lage bei den Zulieferern vor. Die Ergebnisse zeigen: Apple wird in Zukunft häufiger kontrollieren müssen, um seiner Verantwortung gerecht zu werden. Denn in China liegt vieles im Argen.

Die Studie beschäftigt sich mit 127 Betrieben und stellt die Situation 2010 dar. Seit der  Foxconn-Affaire scheint sich jedoch wenig geändert zu haben: Apple spricht von insgesamt "37 Unregelmäßigkeiten".

91 mal Kinderarbeit

Der Befund ist insgesamt erschreckend: Die Kontrolleure stießen auf insgesamt 91 Kinder, die illegal in Zulieferbetrieben beschäftigt waren - 42 in ein und derselben Firma. Mit der hat Apple sofort die Zusammenarbeit beendet. Ansonsten wurde lediglich angemahnt, man solle das Alter der Mitarbeiter besser kontrollieren.

Tägliche Arbeit bei Giftgas

In einem Betrieb fand Apple 137 Arbeiter, die bei ihrer Arbeit täglich der hochgiftigen Chemikalie N-Hexan ausgesetzt waren. Das Gas greift die Nerven an und kann etwa Sehschwäche oder Muskelversagen verursachen. Das Unternehmen wurde laut Apple angewiesen, "den Stoff nicht mehr einzusetzen und die Entlüftung zu verbessern".

Foxconn im Fokus

Besonders genau schaute die Delegation von Apple-Vize Tim Cook, der eigens nach China gereist war, auf Foxconn. Das taiwanische Unternehmen ist einer der wichtigsten Lieferanten namenhafter Hersteller wie Apple, Intel oder Dell. Aber auch Sonys Playstation 3 kommt größtenteils von Foxconn.

Verheerende Gesamtsituation

Grund zur Sorge waren aber eher andere Firmen: In 18 von ihnen wurden Wanderarbeit zu zweifelhaften Konditionen eingestellt (Der Bericht spricht von "Zwangsarbeit"), mehrfach wurden einfache Hygienestandarts in den Kantinen missachtet, ein Fall von Betrug flog auf und vier Betriebe fälschten Berichte (etwa die zu den Arbeitsunfällen).

Einige der überprüften Zulieferer hatten sich nachweislich mit zweifelhaften Mitteln auf die Kontrollen vorbereitet: So stießen die Kontrolleure in einem Betrieb auf Angestellte, die offensichtlich vorher instruiert worden waren, eine Firma hatte sogar eigens einen Subunternehmer angeheuert, der für die Amerikaner ein sauberes Bild schaffen sollte. Auch hier stellte Apple in einem Fall die Zusammenarbeit ein.

Bisher kaum Kontrollen

40 Prozent der untersuchten Betriebe gaben an, noch nie von einem Auftraggeber kontrolliert worden zu sein. Erst die Vorfälle bei Foxconn sorgten im vergangenen Jahr für ein Umdenken bei manchen Herstellern. Apple hat ein Stufensystem, das die Zulieferer bewertet. Wer negativ aufällt, soll in Zukunft besonders gründlich kontrolliert werden.