Kinderkrankheiten der Nintendo Switch: Hier muss der Nachfolger nachbessern

Weg damit !5
Joy-Cons: die Controller der Nintendo Switch
Joy-Cons: die Controller der Nintendo Switch(© 2017 CURVED)

Die Nintendo Switch ist definitiv nicht perfekt. Selbst Nintendo sprach schon von möglichen Hardware-Updates. Wir befassen uns mit den Schwachstellen – und denken schon mal laut über einen Nachfolger nach.

Vorweg: Ich MAG meine Nintendo Switch. Oder eher: Ich MÖCHTE sie mögen. Denn der größte "Zelda"-Fan bin ich mit dem neuen Teil nicht geworden. Und sonst ist es spieletechnisch relativ mau auf der Switch. Für unterwegs ist die Konsole ab und zu ein hübscher Zeitvertreib. Doch wenn ich zu Hause bin, schalte ich zum Zocken dann doch meinen Gamer-PC an. Fans können sicherlich über einige Probleme hinwegsehen. Aber hey: Zu verbessern gibt es immer etwas. Doch was im Detail?

Schwachstelle 1: die Joy-Cons

Was mich nach knapp eineinhalb Monaten immer noch nervt, ist das schlechte Design der Buttons und Sticks der Nintendo-Controller. Die Idee ist eigentlich richtig gut: abnehmbare Controller, die ich einzeln verwenden oder zusammen am Handheld nutzen kann. Das Grip, mit dem ich aus den Joy-Cons einen fast quadratischen Controller bauen kann, lasse ich mal außen vor. Weil die Verwendung zwar ein logischer Schritt ist, als Controller-Ersatz aber mit miesem Handling total durchfällt.

Nintendo Switch und Joy-Con(© 2017 CURVED)

Leider ist die Umsetzung der Joy-Cons weniger gelungen. Möchte ich sie einzeln mit der Handgelenkschlaufe verwenden, muss ich sie erst vom Tablet abziehen und an einen Steg stecken. Dieser Mechanismus ist nicht ausgereift. Während das Anstecken und Abziehen am Tablet kein Problem darstellt, wird es mit dem Steg teilweise sehr fummelig und dauert lange. Beim Partyspiel "1-2-Switch" muss man ständig die Schlaufe an- ob abnehmen. Beim Abziehen des Stegs brauche ich Kraft und drücke  beim Ziehen unausweichlich alle Buttons der Mini-Controller, bis die Schiene endlich nachgibt. Und dann sind die Buttons auch noch so klein.

Das nervt.

Klar, die Controller müssen mini sein, um dem Konzept des Umsteckens gerecht zu werden. Aber sollte man nicht auf Ergonomie achten? Spätestens beim rechten Joy-Con, bei dem die Mini-Knöpfe über dem Analogstick sitzen, wird nach längerem Zocken klar, dass da etwas nicht stimmt.

Es muss eine Version her, bei der auch rechts der Stick über den Tasten liegt. Auch wenn das wohl nie passieren wird, da die Spieler sonst beim gemeinsamen Mario-Kart-Zocken ein unterschiedliches Button-Layout haben. Nachbessern sollte Nintendo aber auf jeden Fall bei den Schultertasten. Denn diese klappern. Der Druckpunkt ist nicht deutlich genug, geschweige denn angenehm zu fühlen.

Schwachstelle 2: das Dock

Ein nächster Punkt ist die Mechanik zum Einstecken des Tablets in das Dock zu Hause. Ich mache das sehr behutsam (und selten, da ich eher unterwegs spiele), aber viele von Euch berichten von unschönen Kratzern, die am Tablet entstehen, wenn man den Steckmechanismus nicht richtig trifft. Nintendo, wie wär's mit einer gummierten Innenverkleidung? Nur so eine Idee...

Das Dock der Nintendo Switch(© 2017 CURVED)

Schwachstelle 3: der Kickstand

Der kleine Kickstand auf der Rückseite lässt sich wieder anstecken, falls Ihr ihn mal überdehnt habt. Man sollte das allerdings nicht zu oft machen, denn irgendwann ist der Mechanismus auch hinüber. Mir fiel mit der Zeit auf, dass der Aufstellungswinkel nicht optimal gewählt wurde. Wenn ich im Flugzeug im Economy-Abteil sitze, ist trotz Zurücklehnen alles ein bisschen zu eng, um das Bild in dem Winkel vernünftig betrachten zu können. Ich habe die Konsole deshalb immer flach hingelegt und von oben draufgeschaut. Für die Nintendo Switch 2.0 muss ein flexibler Kickstand her. Idealerweise über die gesamte Gehäusebreite. So wie bei den Surface Pros von Microsoft zum Beispiel. Ihr müsst hier ja nicht das Rad neu erfinden, Nintendo. Sich anzuschauen, was die Konkurrenz gut macht, genügt manchmal schon.

Schwachstelle 4: keine Bluetooth-Headsets

Wer hat schon Lust, unterwegs auf Krampf kabelgebundene Kopfhörer zu nutzen? Schließlich kann ich mit jedem Smartphone Musik kabellos über Bluetooth hören. Den Standard unterstützt die Switch zwar, bisher aber nur für die Verbindung zu den Joy-Cons. Ihr könnt also keine Bluetooth-Headsets an der Nintendo Switch nutzen.

Der Kopfhöreranschluss befindet sich außerdem nur im Tablet. Eine Möglichkeit, die Kopfhörer in einen Controller zu stecken und so den Ton auszugeben, gibt es nicht. Wollt Ihr also vom Sofa aus zocken, ohne dass alle mithören müssen, braucht Ihr ein sehr langes Kabel. Und wenn Ihr zu zweit mit je einem Joy-Con an der Konsole spielt, braucht Ihr entweder einen Y-Adapter, damit jeder von Euch seine Kopfhörer anschließen kann, oder Ihr teilt Euch ein InEar-Paar. Ganz ehrlich, Nintendo: Das ist Schmu! Erlaubt den Einsatz von Bluetooth-Kopfhörern für die Switch. Bitte, Danke!

Schwachstelle: das Display

Bereits zum Release-Zeitpunkt der Nintendo Switch war die verbaute Technik irgendwie...alt. Jetzt sind sich allerdings viele Fans einig, dass Nintendo noch nie eine leistungsstarke Konsole gebaut hat und eher mit den tollen Spielen Punkten konnte. Gut, dem kann ich zustimmen. Ich liebe die knuddelige Mario-Grafik in den Plattformer-Spielen. Hier brauche ich kein Highend-realistisches-4K-Bild. Doch bei "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" gingen mir Treppeneffekte, Kantenflimmern und die fehlende Weitsicht richtig auf die Nerven.

Nintendo Switch(© 2017 CURVED)

Gehen wir mal davon aus, dass die 6,2-Zoll-Größe des Tablets ausreichend ist: Eine Auflösung von 720p geht theoretisch als Akku schonende Lösung in Ordnung. Doch auf dem 6,2 Zoll Display erreichen wir eine Pixeldichte von gerade einmal 236 ppi. Zum Vergleich: Aktuelle Smartphones liegen bei 400 ppi aufwärts. Aber beim Zocken kommt es nunmal auch auf die Optik an.

Wie seht Ihr das? Was fehlt Euch? Teilt Eure Meinung mit uns in den Kommentaren.


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