Konkurrenz für die Nintendo Switch: die besten Handhelds im Überblick

Eine handvoll Handhelds sind bzw. kommen auf den Markt
Eine handvoll Handhelds sind bzw. kommen auf den Markt(© 2017 CURVED Montage)

Unterwegs zocken, und nicht auf dem Smartphone? Das war eigentlich Geschichte. Doch der Erfolg der Nintendo Switch lässt auf neue Handhelds hoffen. 2017 erwarten uns gleich zwei neue mobile Konsolen. 

Mit dem Game Boy fing es an. Der Handheld von Nintendo war seit dem Release im Jahr 1989 ein Megaerfolg: Mehr als 118 Millionen Geräte wurden weltweit verkauft. Überholt wurde er nur von dem Nintendo DS, der 2004 (bzw. 2005 in Europa) auf den Markt kam und sich insgesamt mehr als 154 Millionen Mal verkaufte. Doch in den vergangenen Jahren traten die Handhelds zunehmend in den Hintergrund und wurden von den Smartphones und Tablets verdrängt. Das könnte sich mit dem Erfolg der Nintendo Switch ändern. Im Folgenden geben wir Euch eine Übersicht der verfügbaren Handhelds und einen Ausblick auf kommende Geräte.

New Nintendo 3DS/XL (2015)

Das aktuelle Modell aus Nintendos Handheld-Sparte heißt "New Nintendo 3DS" und existiert zusätzlich in einer XL-Variante, die etwas größer ausfällt. Als etwas besonderes zeichnet sich die Konsole durch ihr 3D-Display aus, das ohne Brille dreidimensionale Effekte auf den Bildschirm zaubert. Per Schieberegler kann der Effekt verstärkt oder auch ganz ausgeschaltet werden. Zu den erfolgreichste Spielen auf der Plattform zählen die typischen Nintendo-Games wie "Zelda", "Super Mario Bros." und verschiedene "Pokémon"-Ableger wie die aktuellen "Pokémon Sonne" und "Pokémon Mond".

  • Bildschirm: New 3DS: 3D-Display oben mit 2 x 400 × 240 Pixeln auf insgesamt 3,35 Zoll, New 3DS XL: 4,88 Zoll, Touchscreen unten bei beiden: 320 × 240 Pixel bei 3 Zoll
  • Prozessor: Quad Core ARM11
  • Arbeitsspeicher: 256 Megabyte (plus 10 Megabyte VRAM)
  • Interner Speicher: 1 Gigabyte (per microSD erweiterbar)
  • Akku: New 3DS 1400 mAh, New 3DS XL 1750 mAh
  • Preis zum Start: ca. 170 Euro (New 3DS), ca. 200 Euro (New 3DS XL)

Playstation Vita (2. Version 2014)

Die Playstation Vita verkaufte sich nicht so gut. Zu wenig Spiele sind für die Konsole erschienen. Die Entwickler hielten sich zurück, weil sich die Konsole nicht gut verkaufte. Ein Teufelskreis. Schon die erste Version 2012 war sehr leistungsstark und damit vielleicht ihrer Zeit etwas voraus. Denn die Power führte auch zu einem höheren Preis als zum Beispiel beim Nintendo DS. Zu den erfolgreichsten Games zählen ein Ableger von "Minecraft" und "Call of Duty" sowie das exklusive "Uncharted: Golden Abyss" und "Little Big Planet".

  • Bildschirm: 960 × 544 Pixel, 5 Zoll, 220 ppi
  • Prozessor: Quad Core ARM Cortex A9
  • Arbeitsspeicher: 512 Megabyte (plus 128 Megabyte VRAM)
  • Interner Speicher: 1 Gigabyte (per proprietärer Speicherkarte erweiterbar)
  • Akku: 2200 mAh
  • Preis zum Start: ca. 250 Euro

Nintendo Switch (2017)

Die Nintendo Switch ist ein Hybrid aus Handheld und Heim-Konsole. Mit Spielen sieht es bisher noch mau aus, zum Launch gab es mit "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" immerhin einen langerwarteten neuen Teil der Abenteuer von Link. Ende April erscheint "Super Mario Kart 8 Deluxe", im Winter gibt es "Super Mario Odyssee". Ein "Pokémon"-Ableger ist noch nicht in Sicht.

  • Bildschirm: 1280 × 720 Pixel, 6,2 Zoll, 237 ppi
  • Prozessor: Nvidia Tegra X1
  • Arbeitsspeicher: 4 Gigabyte
  • Interner Speicher: 32 Gigabyte (per microSD erweiterbar)
  • Akku: 4310 mAh
  • Preis zum Start: 330 Euro

GPD Win (Rev. 2, 2016)

Der GPD Win sieht aus wie ein Mini-Laptop – und ist auch einer. Technisch habt Ihr einen vollwertigen Computer vor Euch. Als Betriebssystem kommt Windows 10 zum Einsatz und somit könnt Ihr ganz normale PC-Games zocken – zumindest ältere Klassiker oder die weniger leistungshungrigen Indie-Spiele. Der klappbare GPD Win bietet eine komplette Daumentastatur sowie zwei analoge Sticks, ein Steuerkreuz und vier weitere Knöpfe.

  • Bildschirm: 1280 × 720 Pixel, 5,5 Zoll
  • Prozessor: Quad Core Intel Atom Z87500
  • Arbeitsspeicher: 4 Gigabyte
  • Interner Speicher: 64 Gigabyte (erweiterbar per microSD)
  • Akku: 6700 mAh
  • Preis zum Start: ca. 435 Euro

Smach Z / Smach Z Pro (Herbst 2017)

Ein besonderes Konzept kommt von spanischen Entwicklern, die mit dem Smach Z (kurz für Steam Machine Zero) sehr viel Leistung für Spiele unterwegs bereitstellen wollen. Zum Einsazt kommen die auf dem Steam-Controller verwendeten Touch-Pads, mit dem man die präzise Maus-Steuerung des Computers simulieren kann. Durch die verbaute Technik werden auch beliebte PC-Games spielbar sein, unter anderem "Grand Theft Auto 5", "Rocket League" oder "Overwatch". Vorinstalliert wird je nach Wahl Windows 10 oder Linux (SteamOS). Den Prototypen des Handhelds konnten wir uns im vergangenen Jahr auf der Gamescom in Köln bereits anschauen. Dieses Jahr im Herbst werden die fertigen Konsolen des per Kickstarter finanzierten Projekts ausgeliefert.

  • Bildschirm: 1920 × 1080 Pixel, 6 Zoll
  • Prozessor: Quad Core AMD Merlin Falcon RX-421BD
  • Arbeitsspeicher: Smach Z: 4 Gigabyte, Smach Z Pro 8 Gigabyte
  • Interner Speicher: Smach Z: 64 Gigabyte, Smach Z Pro: 128 Gigabyte
  • Akku: ? mAh – laut Angaben soll er bis zu 5 Stunden halten
  • Preis zum Start: Derzeit per Indiegogo vorbestellbar, Verkaufspreis könnte später höher sein. Smach Z: 335 Dollar, Smach Z Pro 535 Dollar

Pyra (Release unbekannt)

Der Pyra wird ein modularer Handheld und ist der Nachfolger des OpenPandora-Projekts. Das Gehäuse soll sich leicht öffnen lassen, um später auch vereinfacht Upgrades an den Komponenten vorzunehmen. Prozessor, Grafikchip und interner Speicher lassen sich einzeln austauschen. Besonders sind auch die normalen Anschlüsse wie USB 3.0, USB 2.0, Micro-USB und Micro-HDMI, die wir sonst nicht bei klassischen Handhelds finden. So können auch Tastatur, Maus und Monitor angeschlossen und der Mini-Computer als Desktop verwendet werden. Als Betriebssystem kommt ein angepasstes Linux (Debian) zum Einsatz. Bisher kann die Konsole per Anzahlung vorbestellt werden.

  • Bildschirm: 1280 × 720 Pixel, 5 Zoll
  • Prozessor: Dual Core ARM Cortex A15
  • Arbeitsspeicher: 2 oder 4 Gigabyte
  • Interner Speicher: 32 Gigabyte
  • Akku: 6000 mAh
  • Preis zum Start: zwischen 595 und 745 Euro (je nach RAM-Größe und optionaler SIM-Slot sowie Sensoren)

Fazit: Unterwegs zocken weniger Leute

Mir persönlich fällt auf, dass sich im Zug oder im Bus immer weniger Leute die Zeit mit einem Handheld vertreiben. Mit meiner Nintendo Switch bekomme ich zwar neugierige Blicke, doch die anderen Leute spielen höchstens ein Casual-Game auf dem Smartphone. Nintendo DS-Geräte sehe ich unterwegs nur noch bei Kindern.

Ein Grund könnte der hohe Preis für die Handhelds mit den grafisch aufwendigeren Spielen oder mit den Mini-PC-Konzepten sein. Oder Ihr wollt kein zusätzliches Gerät zum Spielen mit Euch herumtragen. Für mich spannend wird der Smach Z Pro, der mit seinen technischen Daten beeindruckt. Hoffen wir, dass er auch so gut wird wie versprochen. Denn im Zug eine Runde "GTA V" zocken, wäre extrem cool.

Was denkt Ihr über Handhelds? Was zockt Ihr selbst noch unterwegs?


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