Konkurrenz für Googles Streetview: Microsoft startet Bing Maps Streetside

Die Wogen um Google Streetview haben sich noch nicht geglättet, da startet Microsoft mit Bing Maps Streetside ein echtes Konkurrenzprodukt. In den USA ist Bing Maps Streetside schon online, in Deutschland sollen in gut einem Monat, ab dem 9. Mai 2011, die Kameraautos von Microsoft durch die Städte rollen. Angefangen wird in Bayern mit Nürnberg, Fürth und Erlangen, weitere Städte sollen schon bald folgen. Die Bilder werden dann nach und nach online gestellt.

Die Datenschützer sind von Bing Maps Streetside wenig begeistert. Zwar können Hausbesitzer oder Mieter die Verpixelung eines Hauses beantragen, allerdings ist das erst nach der Veröffentlichung der Bilder möglich. Verbraucherschutzministerin Aigner findet es zwar generell gut, dass es eine Löschmöglichkeit gibt, ist aber dennoch etwas enttäuscht von Bing Maps Streetside: „Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie nicht hinter dem zurückfallen, was Google schon gewährleistet“ wird Ilse Aigner von der WELT zitiert. Googles Lösung ist hier eindeutig einen Schritt voraus, denn sie bietet die Möglichkeit, schon vor der Veröffentlichung der Bilder in Google Street View Widerspruch dagegen einzulegen.

Dafür kann man bei Bing Maps Streetside genau die Bereiche am Haus auswählen, die verpixelt werden können. Microsoft garantiert eine Bearbeitung innerhalb von 48 Stunden. Allerdings hält auch das Bayerische Landesamt für Datenschutz die Vorgehensweise von Microsoft für nicht korrekt, da man vor der Veröffentlichung der Bilder kein Widerspruchsrecht hat. Wenn Microsoft Bing Maps Streetside dennoch wie geplant startet, wird es einen Erlass seitens des Landesamts geben, der die Veröffentlichung untersagt.

Auch WLAN-Netze werden für Bing Maps Streetside erfasst, ebenso GPS sowie Daten über die Mobilfunknetze wie Sendestärke und Antennenstandorte. Private Informationen will man aber laut Microsoft nicht speichern.

Wie Thomas Baumgärtner, Microsofts Pressesprecher erklärte, werden die Widersprüche individuell geprüft. Außerdem informiert man die Bürger im Vorfeld darüber, wann in welchem Ort die Kameraautos unterwegs sind. Hier stellt sich allerdings die Frage: Wen interessiert’s? Allzu viel Wind um Bing Maps Streetside gab es bislang noch nicht, zumindest nicht in der breiten Öffentlichkeit, und vermutlich weiß ein Großteil der Bürger gar nicht, dass demnächst ihr Haus fotografiert wird – also gibt es für sie auch keine Möglichkeit zum Einspruch.