Kontaktloses Zahlen geht in der Kirche? Der digitale Klingelbeutel kommt

Der digitale Klingelbeutel akzeptiert Kredit- und Girokarten.
Der digitale Klingelbeutel akzeptiert Kredit- und Girokarten.(© 2018 Thorsten Wittke/EKBO)

Wenn der Pastor nach dem Gottesdienst darum bittet, die Kollekte zu unterstützen, müssen Teilnehmer in Zukunft nicht mehr lange nach dem Kleingeld suchen. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat den digitalen Klingelbeutel vorgestellt. Kein Scherz.

Kontaktloses Bezahlen ist ungemein praktisch. Wenn Geschäfte die Bezahlfunktion unterstützen, reicht es, eine NFC-fähige Girocard oder Kreditkarte kurz auf das Terminal an der Kasse zu legen, schon ist der Bezahlvorgang abgeschlossen. Ihr braucht keine PIN eingeben, nirgendwo unterschreiben und auch nicht mit Wechselgeld hantieren – zumindest bis zu einem festgelegten Grenzbetrag. Das Problem: Laut Statista ist diese Bezahlmethode nicht sehr weit verbreitet. Nur 15 Prozent der Einzelhändler gaben im September 2017 an, die Technik einzusetzen. 11 weitere planten den Einsatz zu dem Zeitpunkt immerhin. Ausgerechnet an einem Ort, an dem man eher nicht mit moderner Technik ändert, könnte das kontaktlose Bezahlen bald flächendeckend möglich sein: in der Kirche.

Die Kollekte mit der Kreditkarte unterstützen

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zeigt sich als Vorreiter und hat den digitalen Klingelbeutel vorgestellt. Laut Pressemitteilung ein weltweit einzigartiges Projekt. In das Gehäuse des Klingelbeutels ist ein NFC-Terminal integriert. Auch hier genügt also das Auflegen einer passenden Karte. Theoretisch müsste der Klingelbeutel also auch mit Googles Bezahldienst, Google Pay, der erst vor kurzem in Deutschland gestartet ist, funktionieren. Ansonsten sieht der Klingelbeutel aus wie das klassische Modell. Traditionalisten können also auch Kleingeld oder große Scheine in den Sack werfen, um sich an der Kollekte zu beteiligen.

Bislang handelt es sich beim digitalen Klingelbeutel übrigens nur um ein Modell. Die EKBO hat die Idee aber als Patent beim Deutschen Marken- und Patentamt angemeldet. Er ist so konzipiert, dass er in ganz Deutschland nutzbar sein wird. Im Herbst will sich die Synode der Landeskirche dann mit dem digitalen Klingelbeutel befassen. Passend dazu soll es übrigens noch eine Kollekten-App und Stationen fürs bargeldlose Spenden geben.


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