Koubachi Plant Sensor - getdigital.de

Ein "Plant Sensor"? Nein, beim Koubachi Plant Sensor handelt es sich nicht um einen interaktiven Controller für das Spiel "Plants vs. Zombies"! Es geht hierbei um einen Sensor, der eure Pflanzen überwacht und euch dann per Smartphone und Email Pflegehinweise gibt. Wenn ihr nicht grade mit dem grünen Daumen geboren wurdet, solltet ihr jetzt dringend weiterlesen.

Der Koubachi Plant Sensor funktioniert - wie sollte es im Jahr 2012 anders sein - mit "der Cloud". Koubachi bietet hierfür den Server, eine Weboberfläche und natürlich auch eine iPhone-App an. Eine Android-App soll bald folgen. Der Server trägt den Namen "Koubachi Plant Care Engine", klingt beeindruckend, oder?

Der Onlineshop getdigital.de hat uns dieses Gadget, den "Koubachi WiFi Pflanzensensor", freundlicherweise für einen Test zur Verfügung gestellt. Aktuell ist das Gerät für 89,00€ erhältlich.

 

Funktionsweise

Der Koubachi Plant Sensor besitzt drei Sensoren. Gemessen wird die Umgebungshelligkeit, die Umgebungstemperatur und die Feuchtigkeit der Pflanzenerde. Die Werte werden lokal auf dem Gerät gesammelt und in einer zyklischen Übertragung in die Cloud gesendet.

Das Gerät wird von zwei normalen AA-Batterien mit Strom versorgt. Ich habe es seit etwa 10 Tagen in Betrieb und die Akkuanzeige zeigt mit 98% einen erstaunlichen Wert an. Die Herstellerangabe in den technischen Spezifikationen, die eine Laufzeit von mehr als einem Jahr verspricht, scheint also nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Die sehr lange Batterie-Lebensdauer erklärt sich auch daraus, dass das nur während der Übertragung der Daten mit dem WLAN verbindet.

Einrichtung

Die Einrichtung des Koubachi Plant Sensor geschieht wahlweise über einen Webassistenten oder die iPhone-App. Es ist erforderlich, sich einen Benutzeraccount bei Koubachi anzulegen. Ich empfehle, auf den Facebook-Login zu verzichten und einen neuen Account einzurichten! Der Facebook-Login funktioniert nicht korrekt mit der App.

Zunächst wird man angewiesen, die Batterien ins Gerät einzulegen. Anschließend hält man den einzigen großen Knopf auf dem Sensor einige Sekunden gedrückt. Es wird nun ein neues WLAN ohne Kennwort eröffnet, zu dem man sich verbinden muss. Den Webassistenten lässt man geöffnet und drückt, sobald man das WLAN gewechselt hat, den Weiter-Button. Jetzt muss man die Daten des WLANs eingeben, die der Sensor verwenden soll, um seine Daten zum Server zu schicken. Hier ist natürlich auch ein verschlüsseltes WLAN mit WPA2 möglich. Nachdem ihr euch dann selbst auch wieder in euer Heimnetzwerk verbunden habt, ist die Einrichtung des Sensors erledigt und ihr könnt diesen nun in einen Blumentopf eurer Wahl stecken. Bitte achtet darauf, dass am Aufstellort eine ausreichende WLAN-Versorgung gegeben ist. Das wird getestet, indem man kurz den Knopf auf dem Sensor drückt. Dadurch wird eine manuelle Übertragung der Daten in die Cloud ausgelöst. Geht die LED nach einigen Sekunden flackern wieder aus, war die Übertragung erfolgreich, andernfalls blinkt sie rot.

Pflanze hinzufügen und Sensor zuordnen

Jetzt hat man einen Sensor, jedoch liefert dieser nur blanke Daten, die den ganzen Aufwand noch nicht rechtfertigen. Über einen Assistenten kann man nun feststellen (wenn man es nicht wissen sollte), um welche Pflanze es sich genau handelt und diese in seinem Account hinzufügen. Für meinen Geschmack gibt es bereits sehr viele zur Auswahl.

Anschließend kann man nun den Sensor der Pflanze zuordnen und damit die Analyse der Daten starten. Es ist übrigens auch möglich, eine Pflanze ohne Sensor zu verwalten, hier müssen dann einige Daten manuell eingepflegt werden. Die automatische Analyse durch den Sensor benötigt etwa 10 Tage, bis alle notwendigen Daten ermittelt wurden. Man muss also ein wenig Geduld mitbringen.

Analyse und Auswertung

Meine auserwählte Testpflanze wurde also inkl. dem Sensor am Fenster platziert. Nach kurzer Zeit konnte man bereits erste Daten sehen. Nur der Feuchtigkeitssensor braucht wohl einige Zeit bis er verlässliche Werte liefern kann. Die Analyse der "Koubachi Plant Care Engine" benötigt jedoch, wie bereits geschrieben, ca. 10 Tage, bis alles fertig ist. Dann beginnt jedoch der eigentliche Sinn dieses Gadgets. Unerwartet trudelte plötzlich eine Email von Koubachi ein. Nein - kein Newsletter - meine Pflanze hat etwas auszusetzen.

Nach der Analyse wurde festgestellt, dass die Pflanze leider trotz Fensterplatz etwas zu wenig Licht abbekommt. Ich habe sie jetzt selbstverständlich umplatziert und hoffe es ist nun alles OK. Alle Werte kann man sich auch als Liniendiagramm anzeigen lassen, um selbst noch eine Auswertung zu machen.

Ich bin kein Biologe oder Pflanzenexperte und kann daher den Ratschlag von Koubachi nicht professionell beurteilen, aber für mich als Laie klingt es erst mal überzeugend.

Die iPhone-App

Die App läuft ziemlich rund und man kann sogar die komplette Ersteinrichtung des Sensors darüber vornehmen. Leider funktioniert der Facebook-Login im Gegensatz zur Weboberfläche nicht, daher sollte man darauf verzichten und sich mit Email und Kennwort registrieren. Die schicken Diagramme stehen in der App nicht zur Verfügung, jedoch kann man stets die aktuellen Werte anschauen.

Die Pflegehinweise, wie der bei mir zu dunkle Aufstellungsort, werden in der App angezeigt und man kann diese auf Wunsch auch als Push-Notification erhalten. Natürlich muss die App nicht dauerhaft auf dem Smartphone aktiv bleiben, um Daten zu erhalten, da diese in der Cloud gespeichert und in der App nur dargestellt werden. Der ganze Spaß beeinflusst also nicht die Akkulaufzeit des iPhones.

Die Grammatik der Lokalisierung lässt manchmal noch zu wünschen übrig, ein Highlight ist z.B.: "Die Blume hat zu schattig". Bleibt zu hoffen, dass das irgendwann einmal per Update behoben wird.

Fazit

Der Koubachi Plant Sensor ist und bleibt ein lustiges Gadget. Das Gerät erfüllt anscheinend aber auch einen echten Sinn, wenn man eine Pflanze korrekt pflegen möchte, ohne sich lange einlesen zu wollen. Natürlich ist der Preis mit 89,00 € nicht günstig, sodass man wohl kaum dutzende Pflanzen mit jeweils einem Sensor versorgen möchte.

Wer noch Zweifel hat, für den gibt es beim Hersteller Koubachi noch ein ausführliches FAQ zum Plant Sensor.