Filmkritik: Wie gut ist "Spider-Man – A New Universe"?

"Spider-Man - A new Universe" bringt mehrere Helden zusammen.
"Spider-Man - A new Universe" bringt mehrere Helden zusammen.(© 2018 Sony)

Seitdem Sony Regisseur Sam Raimi erstmals in seine Filme quatschte und ihn zwang, in "Spider-Man 3" gleich drei Schurken einzubauen, kommen das japanische Filmstudio und der Wandkletterer nicht mehr so gut zurecht wie zu Beginn. Kann ein Animationsfilm das beenden?

In Asien hat Sony durchaus Heimspiele, so wurde "Venom", der alles andere als gelungene Film über den Spider-Man-Schurken, dort ein Megahit. Aber der Rest der Welt hat Sonys Versuche, Spider-Man mit den beiden "Amazing"-Filmen wieder in die Spur zu bringen, eher mit Nichtachtung gestraft. Macht das Studio mit "Spider-Man: A New Universe" wieder etwas richtig?

Die Handlung

Der junge Miles Morales hat es nicht gerade leicht. Damit aus ihm einmal etwas Besseres wird, haben ihn sein Vater (ein Cop) und seine Mutter (eine Krankenschwester) ihn auf ein Internat im heimischen New York City geschickt, wo er von Montag bis Freitag wohnen muss. Dort gibt es Schuluniformen und jede Menge reiche Snobs – Miles hasst es dort. Viel lieber hängt er mit seinem Onkel Aaron ab und denkt sich coole Graffitis aus.

Held Miles Morales (l.) wird von einer Spinne gebissen und zum zweiten Spider-Man.(© 2018 Sony)

Als er eines Tages von einer seltsam aussehenden Spinne gebissen wird, denkt er sich erst nichts dabei. Doch dann bemerkt er seine neuen Fähigkeiten. Dabei hat die Stadt doch schon einen Spider-Man! Aber als der im Kampf gegen den Kingpin Hilfe braucht, versucht Miles, sich einzumischen. Dabei löst er aber ein größeres Problem aus: Durch einen Dimensionsriss tauchen plötzlich andere Spider-Helden aus verschiedenen Universen bei ihm auf. Einer davon, ein älterer Peter Parker, bringt Miles bei, worum es als Superwesen geht. Doch die Zeit für die neuen Helden drängt, denn Miles‘ Dimension ist auf Dauer tödlich für sie …

Für Comic-Fans der Hammer

Na, wer sagt es denn! Sony kann doch noch gute Spider-Man-Filme abliefern, auch ohne die Hilfe von Marvel wie bei "Homecoming". Denn bei "A New Universe" hat das Studio fast alles richtig gemacht. Aus dem Drehbuch von Phil Lord und Rodney Rothman haben gleich drei Regisseure einen knallbunten Superhelden-Spaß gemacht, der sich sehen lassen kann.

Die gute Story fesselt von Beginn an und bleibt über die ganze Laufzeit von knapp zwei Stunden spannend. Die zahlreichen Inkarnationen von Spider-Man, die Marvel über einen Zeitraum von 55 Jahren erschuf, finden zumindest zum Teil eine Rolle im Film. Und für Fans der Comics gibt es einfach unglaublich viel an Details und versteckten Anspielungen zu entdecken.

Peter Parker (r.) wird zum Vorbild für Miles.(© 2018 Sony)

Ob das alberne Spider-Mobil aus den 70er Jahren, verschiedene Kostüme aus den vergangenen Jahrzehnten oder die Kontaktliste einiger Smartphones, die mit Marvel-Legenden wie Steve Ditko (dem ersten Spider-man-Zeichner) bestückt sind – je mehr man sich im Spiderverse auskennt, desto mehr gibt es in diesem Film zu sehen. Natürlich inklusive eines Stan Lee-Cameos. So viel Fan-Service hat Sony bislang noch in keinem Spider-Man-Film zugelassen. Und die Fans sind es auch, die den ganzen Plot um  verschiedene Universen und die entsprechenden Helden von dort problemlos verstehen.

Viel Input für Neulinge

Wer Spider-Man hingegen nur aus dem Kino kennt, der muss sich fürs Verständnis des neuen Film schon einiges merken. Denn die neuen Spider-Helden stellen sich im Verlauf des Films zwar kurz vor, werden aber mangels Zeit nicht wirklich umfassend eingeführt. Das ist aber auch nicht so furchtbar tragisch, da die Hauptlast der Story auf dem altbekannten Spidey Peter Parker und dem letzten "Ultimate"-Spider-Man Miles Morales und deren Verhältnis zueinander liegt.

Im Film tauchen mehrere Spider-Helden auf.(© 2018 Sony)

Und das haben die Autoren wunderbar herausgearbeitet und dem jungen Miles mit Peter eine Art Lehrer an die Hand gegeben, der ihm das nicht immer einfache Heldenleben erklärt. Dazu haben sie dem jungen Spider-Man eine passende Background-Story geschrieben. Vor allem aber: Sie gehen die gesamten knapp zwei Stunden Laufzeit nie vom Gas und präsentieren dem Publikum so fast ohne Pause Netzschwinger-Action vom Feinsten.

Denn bei einer animierten Version, deren Optik sich angenehm eng an die momentanen Zeichner der diversen Spider-Man-Comics hält, gibt es keine optischen Grenzen – und dementsprechend lassen die drei Regisseure es krachen. Dass dabei der eine oder andere Charakter – wie der Kingpin als Ober-Bösewicht – auch mal übertrieben groß ausfällt, lässt sich dabei gut verschmerzen. Die Frage ist aber, ob im Vorspann angesichts der megaschnellen Optiken nicht eine Epilepsie-Warnung angemessen gewesen wäre. Dieser sehr junge und hektische Look könnte ältere Fans ein wenig überfordern.

Auf der Leinwand geht's rasant zu.(© 2018 Sony)

Fazit

Mit viel Humor, toller Action und jeder Menge versteckter Goodies für Comicfans ist "Spider-Man: A New Universe" ähnlich gut wie "Homecoming" und damit der beste Spidey-Film seit "Spider-Man 2". Dass hier eine Fortsetzung schon in Planung ist, verwundert nicht. Also: Schwingt euch ins Kino! "Spider-Man: A New Universe" startet am 13. Dezember 2018 in den deutschen Kinos.

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