Kritik zu "Jurassic World: Das gefallene Königreich": Ist das Dino-Grusel?

Owen und Claire kommen dem T-Rex sehr nahe.
Owen und Claire kommen dem T-Rex sehr nahe.(© 2018 Universal Pictures)

Die Dinos sind wieder da! Nachdem die Reihe nach dem dritten Teil in einen langen Dornröschenschlaf versunken war, küsste Colin Trevorrow 2015 die Serie mit "Jurassic World" wieder wach – und kopierte das Meisterwerk von Steven Spielberg ziemlich deutlich. Nun übernahm der spanische Regisseur J.A. Bayona ("Sieben Minuten nach Mitternacht") das Ruder – mit Erfolg.

Bislang hat der Spanier hauptsächlich ernste und traurige Stoffe bearbeitet und dabei richtig gute Arbeit abgeliefert. Ein derart großes Budget – geschätzte 260 Millionen Dollar – hatte Bayona aber noch nie für einen Film zu Verfügung. Kann er damit die faszinierenden Riesenbestien der Vergangenheit erneut zum Leben erwecken?

Die Handlung

Drei Jahre sind seit der Katastrophe von "Jurassic World" vergangen. Der Park wurde geschlossen, die Tiere leben seitdem abgeschieden auf der Isla Nublar. Doch eine Hiobsbotschaft verändert die Situation: Der eigentliche inaktive Vulkan auf der Insel spuckt wieder Feuer und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Dinos den Flammentod sterben. Claire (Bryce Dallas Howard), die inzwischen als Dino-Aktivistin aktiv ist, wird daraufhin vom reichen Benjamin Lockwood (James Cromwell) kontaktiert, dem Ex-Partner von Parkgründer John Hammond. Dessen Geschäftsführer Eli (Rafe Spall) macht Claire das Angebot, die Saurier zu retten und sie in sicheres Gebiet umzusiedeln. Um den letzten lebenden Raptor Blue ebenfalls von der Insel zu bekommen, kontaktiert Claire auch ihren Ex-Freund Owen, der sehr an dem Tier hängt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur Insel. Doch dort müssen sie schnell feststellen, dass nicht alle Parteien mit offenen Karten gespielt haben …

Gruseliger als alle Vorgänger

Wenn J.A.Bayonas Film eines nicht im Überfluss haben, dann ist es Humor. Der Spanier steht für traurige Geschichten, die oft auch ein bisschen gruselig sind. Dieser Trend setzt sich auch in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" fort. Seit Steven Spielbergs Auftakt der Reihe war kein Film derart düster und gruselig wie dieser. Was auch daran liegt, dass die zweite Hälfte des Films nicht mehr auf der Insel spielt, sondern die Dinos in ein großes, altes Herrenhaus bringt. Und das packt mit seinen hohen Räumen, verwinkelten Kellern und blutrünstigen Bewohnern reichlich Gothic-Horror-Gefühl in die sonst eher spannende als schockende Filmreihe.

Dr. Malcolm hat eine klare Meinung zur Saurierrettung.

Dazu liefert Bayona, gemeinsam mit seinem langjährigen Kameramann, grandiose Bilder ab. Wenn die Dinos vor der Lava an den Rand der Insel fliehen, sind das mitreißende Bilder. Die neben Hochspannung aber auch immer wieder sehr gefühlvolle Momente erzeugen. Wenn beispielsweise Owen nach drei Jahren erstmals wieder auf Blue trifft, hat so mancher Zuschauer sicher einen Kloß im Hals. Und auch der (endgültige?) Abschied von der Isla Nublar fällt sehr viel emotionaler aus, als das nach den Actionszenen davor zu erwarten war. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt.

Kein berühmtes Drehbuch

Denn das Drehbuch, das aus der Feder von Colin Trevorrow stammt, der in "Jurassic World" noch Regie führte, ist alles andere als ein Meisterwerk. Das fängt bei sehr mauen Dialogen für Owen und Claire an, geht über ein paar echte Logiklöcher weiter und landet schließlich bei ultraflachen Bösewichten, die in Motiv und Ausführung einfach nur langweilig und dumm ausfallen. Darunter leidet der Film in der zweiten Hälfte stärker als in der ersten, sodass manch eigentlich guter Gruselmoment dadurch verwässert oder gar verdorben wird.

Allerdings gelingt es Bayona häufig, diese Schwachpunkte durch seine großartige Inszenierung zumindest teilweise zu retten und unter dem Strich nach Teil eins den vielleicht besten Jurassic-Film auf die Zuschauer loszulassen. Denn wenn wir ehrlich sind, haben außer dem ersten Teil alle Filme nicht gerade eine brillante Script-Vorlage bekommen. Weshalb Trevorrow mit Teil vier ja auch eher ein Remake des ersten drehte, als einen wirklich neuen Film. Da Trevorrow zu Teil sechs nicht nur das Drehbuch schreiben, sondern auch wieder Regie führen soll, muss man als Fan der Reihe ein wenig Angst haben, in drei Jahren einen deutlich schwächeren Film zu bekommen als diesen hier.

Owen hat Blue großgezogen - kann er sie retten?

Wie sehr sich Teil eins und fünf qualitativ ähneln, beweist schon der Auftakt. Spielberg machte 1993 seinen Zuschauern mit einem Raptoren Angst, der zu Beginn gleich einen Arbeiter tötete, obwohl man das Tier gar nicht zu sehen bekam. Bayona zeigt zwar mehr, unter anderem einen T-Tex und den Mosasaurier, aber er inszeniert die ersten fünf Minuten derart dicht, dass die Spannung zum Greifen dicht ist.

Fazit

Großartige Bilder, eine dichte Inszenierung und ein ungewohnt ernster Grundton sorgen bei "Jurassic World: Das gefallene Königreich" für viel Spannung und den bisher höchsten Gruselfaktor der Reihe. Dass der Film nicht noch besser ist, liegt denn auch nicht an Regisseur J.A. Bayona, sondern am relativ schwachen Drehbuch von Colin Trevorrow. Für Fans von fettem Popcorn-Kino ist der Film aber auf jeden Fall das Kinoticket wert.


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