Kritik zu "Mission Impossible: Fallout": Der beste Action-Blockbuster 2018?

Ethans neuer Partner: CIA-Mann August Walker.
Ethans neuer Partner: CIA-Mann August Walker.(© 2018 Paramount Pictures)

Zum sechsten Mal schlüpft Tom Cruise mit diesem Film in die Rolle von Ethan Hunt, dem amerikanischen Top-Agenten des IMF, um die Welt zu retten. Auch diesmal hat der 56-jährige Stunts absolviert , die so unglaublich sind, dass man eigentlich zwei Mal hinsehen muss. Ist der Film auch so gelungen?

Was nicht mehr alle wissen: Eigentlich war "Mission Impossible" eine TV-Serie, die von 1966-73 in insgesamt sieben Staffeln im US-TV lief. In Deutschland wurden nur wenige Folgen unter den Titeln "Kobra- übernehmen Sie!" und "Unmöglicher Auftrag" gezeigt, die Titelmusik war aber schon damals die gleiche wie heute. Allerdings ist der Aufwand, den die Storys heute brauchen, ungleich größer als damals. Hat sich der wieder einmal gelohnt?

Um die White Widow zu retten, müssen Hunt und Walker harte Kämpfe überstehen.

Die Handlung

So schlimm stand es um die Welt noch nie: Nachdem Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team in Teil 5 der Serie den Terroristen Solomon Lane (Sean Harris) geschnappt haben, hat sich seine Organisation "Apostle" nur noch mehr darin hervorgetan, Krisen auszulösen. Ihr neuester Coup: Sie wollen waffenfähiges Plutonium kaufen und damit tragbare Atombomben bauen. Ethan, Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhames) wollen den Verkauf verhindern, doch sie geraten in eine Falle. Um Luther zu retten, verpasst Ethan die Chance, das Plutonium zu erwischen – und hat kurze Zeit später die CIA am Hals, die ihm bei der Mission der Wiederbeschaffung den eigenen Agenten August Walker (Henry Cavill) zur Seite stellt.

Nach einem halsbrecherischen Fallschirmabsprung über Paris wollen Hunt und Walker eine Waffenhändlerin namens White Widow (Vanessa Kirby) treffen, geraten aber vorher im Herren-WC in eine wüste Schlägerei, zu der auch die ehemalige Terroristin Ilsa (Rebecca Ferguson) auftaucht. Bald weiß Ethan nicht mehr, wem er trauen kann und wer gegen ihn arbeitet, denn die Grenzen zwischen den verschiedenen Interessengruppen verschwimmen immer mehr. Und so muss Ethan mit seinem Team bald ganz auf sich allein gestellt die Jagd nach dem Plutonium fortsetzen. Und das tun die IMF-Agenten sehr körperbetont...

Action für das neue Jahrtausend

Die Kinoreihe hat mit ihrem Budget schon ab dem ersten Teil dafür gesorgt, dass die Action im Vergleich zur kostengünstiger gedrehten Serie deutlich mehr im Vordergrund steht. Aus dem ursprünglichen Tarnen und Täuschen wurden im Kino bald schon aufwändige Verfolgungsjagden zu Wasser, zu Land und in der Luft. Außerdem Kletterpartien an unmöglichen Orten und allerlei mehr. Was sich Regisseur und Autor Christoper Quarrie, der auch Teil 5 inszenierte, und sein Star Tom Cruise diesmal ausgedacht haben, toppt aber mühelos jeden Vorgänger.

Ethan Hunt riskiert bei dieser Mission mehr als einmal seinen Hals.

Schon zu Beginn treten die Macher aufs Gas – und nehmen den Fuß fast zweieinhalb Stunden nicht wieder weg. So viel Action in derart langen Szenen wie hier bot die Reihe noch nie. Wenn es einmal zwei Minuten kein Rennen, Fahren oder Schießen zu sehen gibt, wirkt das fast schon ungewöhnlich. McQuarrie gelingt es dennoch, hin und wieder seine übersichtliche Geschichte in den kurzen Pausen unterzubringen, in denen zum Reden mal Zeit ist. Ansonsten jagt er Cruise wahlweise im freien Fall durch ein Gewitter, mit dem Motorrad durch Paris oder in einem Helikopter über den Himalaya. Und das mit derart dynamischen Bildern, dass empfindliche Mägen schonmal aufmucken könnten. Was es hier zu sehen gibt, war in dieser Qualität vorher noch nie auf einer Leinwand zu bestaunen.

Fortsetzung mit Herz

McQuarrie ist der erste Regisseur, der zum zweiten Mal bei einem Mission Impossible-Film Regie führt, er inszenierte bereits den Vorgänger "Rogue Nation". Und das merkt man, denn "Fallout" ist eine direkte Fortsetzung des Stoffes. Damit allein gibt sich der oscarprämierte Drehbuchschreiber aber nicht zufrieden, er greift zusätzlich noch lose Fäden aus den vergangenen Teilen auf und bringt sie zu einem befriedigenden Ende. Fast könnte man meinen, dieser Film soll der letzte der Reihe sein, aber Einspielergebnis und Studio dürften dagegen sprechen. Dennoch wirkt Fallout wie ein runder Abschluss der ersten sechs Filme.

Ethan Hunt und sein Team stehen allein gegen einen übermächtigen Feind.

Und erneut greifen nicht nur die technischen Spielereien traumhaft gut ineinander, auch die Schauspieler sind mittlerweile wie eine gute geölte Maschine, die perfekt miteinander agieren und genau wissen, wann wer im Vordergrund stehen muss. Und so kommen neben Cruise, der natürlich der uneingeschränkte Superstar der Serie ist, auch Pegg, Rhames und Ferguson zu ihren großen Momenten. Und um die man als Zuschauer auch immer wieder zittern muss, denn die Gegner des IMF sind gnadenloser als alles, was Hunt und Co. bislang bekämpfen mussten. Und so bringt "MI: Fallout" sein Publikum nicht nur zum Staunen wegen der unfassbaren Stunts und Actionsequenzen, sondern packt sie auch emotional und lässt sie um ihre Lieblinge bibbern.

Fazit:

Ein fast perfekter Blockbuster mit den besten Actionsequenzen dieses Jahrtausends, der obendrein noch eine Menge Herz hat. Diese ebenso seltene wie exquisite Mischung ist etwas ganz Besonderes und entsprechend ist "Mission Impossible: Fallout" auch der bisher beste Teil der Reihe. Ein Film, für den man selbst im Kino eigentlich schon Sicherheitsgurte bräuchte. Und DER Blockbuster des Jahres 2018.

"Mission Impossible: Fallout" startet am 2. August 2018 in den deutschen Kinos.


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