Langzeittest: Samsung Galaxy Note 8.0

Das erste Mal berichteten wir bereits im Februar dieses Jahres über das damals frisch angekündigte Samsung Galaxy Note 8.0 und zeigten einen ersten Ausblick: Galaxy Note 8.0: Samsung stellt 8-Zoll-Tablet vor.

Die zu seiner Zeit veröffentlichten technischen Daten zur Hardware haben sich nicht verändert und stellen nach wie vor eine sehr gute Ausstattung da. Bis auf das fehlende Full-HD Display befindet man sich auf der Höhe mit dem später in 2013 erschienenen Nexus 7 der zweiten Generation. Dafür ist man diesem im Bereich Akku aber deutlich voraus. Auf den Markt gebracht wurde das Samsung Galaxy Note 8.0 noch mit Android 4.1.2, es wurde in der Zwischenzeit aber schon auf Android 4.2.2. aktualisiert. Samsungs bisheriger Politik nach ist immerhin ein weiteres Update auf Android 4.3 noch zu erwarten, das uns wahrscheinlich einige Features der neusten Note-Reihe bescheren dürfte. Wer sich dazu informieren möchte, sollte in diesen Bericht schauen: Samsung GALAXY Note 3 - Fakten und erster Eindruck

Design und Verarbeitung

 

Das Samsung Galaxy Note 8.0 spricht die gleiche Design-Sprache wie das Samsung Galaxy S4. Wir sehen ein sehr flach wirkendes Design mit abgerundeten Ecken und einem recht breiten, ovalen Homebutton. Der Rand ist silber gehalten, auf Rückseite gibt es einen kleinen Hügel rund um die 5-MP-Kamera.

An der linken Seite sitzen Einschubfächer für die micro-SIM und micro-SD Karten.
Die rechte Seite ist deutlich voller und beherbergt das Freisprech-Mikrofon (man denke volle Telefonfunktion ist möglich), ON/OFF, Lautstärkewippe sowie die Infrarotschnittstelle für die Multifunktions-Fernbedienung.
Oben finden wir ganz alleine die 3,5mm Kopfhörer-Buchse, die untere Seite beherbergt neben dem micro-USB Anschluss und dem Standard-Mikrofon noch zwei Lautsprecher. Die Positionierung ist nicht nach vorne ausgerichtet, trotzdem führt sie zu sehr guten Ergebnissen. Natürlich hat man im Querformat eventuell die Hand vor einem der beiden Lautsprecher, in der Praxis bin ich aber sehr gut damit zu Recht gekommen.

Wer aufmerksam war und die Benachrichtigungs-LED vermisst, nein, die habe ich nicht vergessen, ihr sucht vergebens. Gesondert möchte ich auf die Hardware-Buttons eingehen, die bei vielen Interessenten zu Irritationen führen. Alle anderen Hersteller arbeiten bei Tablets für gewöhnlich mit Software-Buttons, die dann auch je nach Displayausrichtung an einer anderen Stelle gezeigt werden. Ich empfinde die Hardware Buttons überhaupt nicht als störend und habe weder im Quer- noch im Hochformat irgendetwas daran auszusetzen. Dies mag aber daran liegen, dass ich momentan ein Samsung Galaxy S4 als täglichen Begleiter nutze und hier genau dieselbe Anordnung gewohnt bin. Design bleibt natürlich Geschmackssache und daher kann ich hier kein Urteil verkünden, die Qualität ist allerdings sehr gut.

Das Samsung Galaxy Note 8.0 fühlt sich rund herum sehr gut an. Da man die Rückseite, wie bei Tablets üblich, nicht entfernen kann, gibt es hier auch keine Wackler. Viele Leute werden, wie immer, das Kunststoffgehäuse kritisieren. Wer meine anderen Samsung-Reviews kennt, weiß aber, mich stört das überhaupt nicht. Ich finde, dass das Gerät top in der Hand liegt und sich sogar recht dünn und angenehm leicht anfühlt. Und das sage ich, obwohl ich von einem Sony Xperia Tablet Z arg verwöhnt bin was dünn und leicht angeht.

Das Display

Wie der Name bereits andeutet, haben wir es mit einem 8 Zoll TFT-Display zu tun, das eine WXGA-Auflösung (1280 x 800, 189 ppi) abliefert. Ich habe es eingangs bereits erwähnt: Heutzutage ist das Stichwort sicherlich Full-HD und jeder, der ein Smartphone mit eben einem solchen Full-HD Display besitzt, möchte sicherlich kein größeres Display mit geringerer Auflösung nutzen. Allen anderen Menschen da draußen sei aber versichert, dass dieses Display einen richtig guten Eindruck vermittelt. Und ganz nebenbei sind die technischen Werte des Displays denen eines iPad mini immer noch deutlich voraus. Beim Videosgucken ist der Unterschied meiner Meinung nach generell eher kaum auszumachen, bei kleineren Texten schlägt dann durch wie verwöhnt eure Augen sind, oder eben nicht.

Für Samsung typisch könnt ihr für euer Display zusätzlich verschiedene Farbwiedergabemodi wählen: Neben Dynamisch, Standard und Video gibt es noch einen automatische Anpassung. In der Praxis bin ich mit dieser gut gefahren, das Bild weis stets zu gefallen und die Sprünge in der Farbwiedergabe sind so sanft, dass sie nicht stören.

Kurzfazit: Tolles Display, liegt leicht über 720p-HD-Auflösung und ist auch recht hell. Wer bereits jenseits der 300ppi Grenze unterwegs ist, sollte im Laden mal ein paar Webseiten anschauen vor dem Kauf.

Performance

Auf dem Papier sehen wir einen 1,6 GHz Quad-Core Prozessor und 2 GB Arbeitsspeicher. Theoretisch sollte hier nichts schief gehen, aber am Ende zählt doch das Erlebnis im Alltag. Ich verzichte hier bewusst auf irgendwelche Benchmarkzahlen wie sie von AnTuTu oder Quadrant liefern, denn wer die aktuelle Presse verfolgt hat, weiß bereits, dass in diesen Tests erzielte Ergebnisse nichts wert sind. Spiele wie "Dead Trigger", "GTA Vice City" oder die neusten "Need for Speed"-Teile sind da doch etwas spannender, denn hier würden euch eventuelle Ruckler den Spaß vermiesen. Ich kann euch aber beruhigen, denn alle drei Spiele konnten mit maximalen Details perfekt und ohne Verzögerung gespielt werden.

Auch die TouchWiz Oberfläche läuft in meiner alltäglichen Nutzung immer schön rund. Für Samsung leider typisch werden die Telefon- und Kontakte-Apps mit einer deutlichen Verzögerung geöffnet. Sind sie dann einmal da, ist alles gut. Leider hat man dies bisher nicht in den Griff bekommen. Der nächste große Knackpunkt bei Samsung ist normalerweise die Galerie, die beim Samsung Galaxy Note 8 überaschenderweise problemlos lädt und keine nervigen Wartezeiten für uns bereithält. Hoffentlich bleibt das auch nach den nächsten Updates so, denn beim aktuellen Note 3 hat Samsung in diesem Bereich wieder einen Riesenbock geschossen und die langsamste Galerie aller Zeiten ausgeliefert. Für mich wäre dies allerdings nie ein Grund ein Gerät nicht zu erwerben, einfach mal eine alternative App aus dem Play Store suchen und schon stimmt wieder alles.

Kurzfazit: Die Performance reicht für aktuelle Spiele immer noch bestens aus, alltägliche Aufgaben laufen auch angenehm ab.

Kameras

1,3 MP Frontkamera, 5 MP Rückkamera – soweit die Standardkost. Im Frontkamerabereich sind 1,3 Megapixel durchaus üblich, da die aufgenommen Videos für entsprechende Videotelefonie ansonsten einfach zu viel Bandbreite benötigen würden. Die rückseitige Kamera ist mit 5 MP sicherlich eher nicht im High-End-Bereich anzusiedeln, aber meiner Meinung nach ist dies in Tablets auch wirklich nicht nötig. Die Kamera sollte doch in den seltensten Fällen die meist genutzte Funktion eines Tablets sein. Schnell fällt auf, dass es leider keinerlei Blitzlicht gibt, was wirklich schade ist. Diese Fotolichter bringen zwar nicht immer die Welt, aber sie können doch von entscheidendem Vorteil sein. Die Kamera steht wohl einfach nicht im Fokus beim Samsung Galaxy Note 8.0.

 

Softwareseitig bietet Samsung die üblichen Einstellungen wie GPS-Tag, Zeitauslöser, verschiedene Aufnahmemodi, Effekte usw. - nichts, was wir nicht schon kennen oder erwartet hätten.

Positiv zu vermerken sind die frei belegbaren Schnellzugriffe innerhalb der Kamera, so dass jeder für sich entscheiden kann, welche Optionen er regelmäßig verstellen möchte. Videos werden übrigens in 720p aufgezeichnet und sind ok, auch hier kann man leider nicht ganz mit den Top-Geräten der mobilen Welt mithalten.

Anbei ein paar Beispiele, drei bei kräftiger Mittagssonne geschossen, die Blätter sind teilweise unscharf aufgrund von starkem Wind. Das vierte innen aufgenommen, Licht schon deutlich nachgelassen.

Kurzfazit: Völlig ok für ein Tablet, aber auch kein Hightech. Wie wichtig ihr das findet, bleibt euch überlassen.

Akku

4600 mAh sind für ein Tablet in dieser Größe ein solider Wert und da eben kein Full-HD Display gespeist werden muss, kommt der Akku noch länger aus. Wie weit jeder einzelne damit auskommt, ist natürlich wirklich eine Sache der persönlichen Nutzung. High-End-Gaming oder das Konsumieren von Webseiten, Facebook usw. ist einfach nicht dasselbe. Ich hatte schon sehr viele Android-Geräte über Wochen in Gebrauch und bescheinige dem Samsung Galaxy Note 8.0 hier eindeutig eine positive Erfahrung. Man sollte damit locker durch den Tag kommen und wenn man es nur mal abends eine Stunde auf dem Sofa benutzt, dann auch die ganze Woche.

Software

Wie bereits angesprochen, haben wir es inzwischen mit Android 4.2.2 zu tun, das für ein Gerät außerhalb des Nexus-Lagers durchaus als zeitgemäß zu bezeichnen ist. Die meisten Nutzer wissen eh kaum um die Funktionen der neusten Versionen Bescheid und werden auch im Alltag wenig vermissen. Beim Samsung Galaxy Note 8.0 stehen traditionell nun mal auch die vom Hersteller eingefügten Features im Vordergrund und nicht die von Google etablierten.

Mit Multi-Window, SmartStay hat das Samsung Galaxy Note 8.0 zwei solcher Samsung-Eigenkreationen an Bord, die wir schon auf anderen Samsung Geräten gesehen haben. Wem das nichts sagt, sei es nochmal in aller Kürze erklärt:
Multi-Window lässt euch zwei Apps im Splitscreen darstellen, allerdings müssen die Apps dafür optimiert worden sein. Mit 22 Apps, die diese Funktion auf meinem Samsung Galaxy Note 8.0 unterstützen, ist die Verbreitung aber gar nicht so schlecht. Es handelt sich hierbei meist um Samsung- oder Google-Apps, jedoch kann die Funktion von jedem Entwickler leicht eingebaut werden.
SmartStay ist eine Technik, bei der die Frontcamera versucht euer Gesicht zu erkennen und somit das Display-Timeout verlängert wird, solange ihr auf das Display blickt. Das System funktioniert wirklich gut, solange ihr in normal ausgeleuchteten Räumen sitzt. Im Dunkeln reicht die Displaybeleuchtung als einzige Lichtquelle nicht aus, um euch genügend vom Hintergrund abzuheben. Wen die Funktion stört: Das Ganze ist natürlich optional.

Leider ist das umfangreiche Software-Paket auch durch eine Handvoll Apps vergrößert worden, die man nicht mehr löschen kann, obwohl sie auch im Play Store für jedermann verfügbar wären. Wie eigentlich immer nervt diese Bloatware nur und wird von geschätzten 99% der Kunden niemals benutzt werden. Tja, hier ist halt Geld im Spiel, damit müssen wir halt leider leben.

Der S Pen

Samsung Galaxy Note Geräte haben immer einen S Pen dabei, bzw. im Gehäuse integriert - dies ist zu einer Art Markenzeichen geworden. Es sei direkt gesagt, dass jemand, der diesen Stift nicht mag oder nicht brauchen kann, keinerlei Nachteile dadurch hat. Man kann das Samsung Galaxy Note 8.0 auch komplett ohne den Stift verwenden und wird keinerlei Unterschied zu einem anderen Tablet oder Smartphone bemerken. Da ich schon alle Geräte der Samsung Galaxy Note Reihe nutzen durfte, möchte ich direkt anmerken, dass an der S-Pen-Erkennung stetig weitere Verbesserungen vorgenommen werden. Beim Samsung Galaxy Note 8.0 kann ich schon deutliche Fortschritte gegenüber dem Samsung Galaxy Note 10.1 (erste Generation) ausmachen. Die Erkennung der Handschrift läuft wirklich äußert gut ab und kann auch mit meiner Sauklaue gut umgehen.

Ergänzt wird die Stifteingabe auch durch Verbesserungen in der Samsung-Oberfläche, zum Beispiel durch Air View. Diese Technik erlaubt uns gewisse Vorschaueffekte zu nutzen, wenn der Stift knapp über dem Display schwebt. Leider geht das nur in Samsung- bzw. System-Apps, wodurch es in meinem Alltag einfach nie genutzt wird. Auf meinem Tablet bekomme ich eh keine SMS und E-Mails und Kalender wickle ich ausschließlich in den offiziellen Google Apps ab. Die Quick Memo Funktion, die jederzeit durch einen Doppelklick mit gedrückten S Pen Button aufgerufen wird, erscheint mir noch mit am sinnvollsten für die breite Masse, da meiner Meinung nach doch einige Menschen schneller mit ihren eigenen Handschrift etwas festhalten können im Vergleich zur Eingabe via Bildschirmtastatur. Gerade für Notizen die man nur für sich selber festhält und nicht für das Verschicken einer SMS sehe ich den S Pen als gutes Extra.

Kurzes Fazit: Es sei bescheinigt, dass die Funktionen rund um den S Pen tadellos funktionieren wie von Samsung beworben, trotzdem haben sie keinen festen Platz in meinem Alltag gefunden. Ich bin aber auch überhaupt gar kein Künstler oder Schreiberling, der gerne mit Handschrift arbeitet.

Abschließendes Fazit

Das Samsung Galaxy Note 8.0 macht richtig Spaß und hat sich fest in den täglichen Gebrauch in unserem Haushalt etabliert. Es liegt super in der Hand (auch in einer) und bietet einfach doch so viel mehr als jedes Smartphone. Wem 10-Zoll-Geräte zu unhandlich sind, der wird hier bestimmt glücklich werden. Die Software ist leicht verständlich und mit kleinen Extras erweitert worden. Nicht jeder wird diese Extras brauchen, aber sie schaden euch auch nicht, denn alles lässt sich problemlos deaktivieren.

Weitere Gerätebilder:

Zusätzliche Screenshots: