Locket: Warum Tyra Banks in diese App investiert

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Yunha Kim (Mitte) baut mit ihrem Team einen personalisierten Nachrichten-Hub für den Android-Lockscreen.
Yunha Kim (Mitte) baut mit ihrem Team einen personalisierten Nachrichten-Hub für den Android-Lockscreen.(© 2014 Locket)

Ein US-Startup personalisiert den Lock-Screen auf Android-Smartphones. Daran hat auch die Unterhaltungsindustrie Interesse. CURVED hat das Star-finanzierte Unternehmen besucht und sich angesehen, was die App kann.

Von der Wall Street ins Silicon Valley

Eine Wohnung mit Panoramablick auf San Francisco als Startup-Quartier: Das hat sich Gründerin Yunha Kim geleistet. Im Herbst zog sie mit ihrem Startup Locket an die Westküste - "Weil man einfach hier sein muss". Dabei war die Unternehmerin schon an der Ostküste erfolgreich.

Kim arbeitete nach dem Studium an der Wall Street, erzählt sie bei einem Gespräch in einem Nebenzimmer der Wohnung. Weil der Job sie nicht erfüllte, beschloss sie, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. So entstand vor einem Jahr die Android-App Locket. Das ursprüngliche Konzept der Anwendung sah vor, Nutzer für das Sehen von Werbung zu zahlen. Sah sich ein User beim Entsperren des Lock-Screen eine Ad an, bekam er einen Cent - und maximal drei Cent pro Stunde. "Diese Idee hat sich jedoch nicht durchgesetzt", so Kim.

Personalisierter Nachrichten-Hub

Die neue Version der App ist vielmehr ein persönlicher Nachrichten-Hub des Smartphones. Nach Anlegen eines Nutzerprofils mit Interessen zeigt der Screen beim Entsperren News oder Beiträge aus Online-Magazinen an. Hier kann der User mit einem Swipe entscheiden, ob er den Beitrag liest oder einfach das Handy aktiviert. Links können auch für später gespeichert werden. Das funktioniert nicht immer so, wie es soll: Bei der Demo auf meinem Nexus 5 traten mehrere Bugs auf. "Warum funktioniert das nicht?", fragt CEO Kim ihre Mitarbeiter und lässt die Behebung der Fehler auf die To-Do-Liste setzen.

Für die Frühversion von Locket hat die Unternehmerin eine Seed-Finanzierung in Höhe von 500.000 US-Dollar geholt: "Das erste Investorengespräch, das wir hatten, war erfolgreich", erinnert sie sich. Wenig später hatte Kim noch einmal Glück: Sie lief am Times Square in New York mit ihrem Laptop in der Hand zu einem Meeting, als sie ein Startup-Scout entdeckte: "Er hat den Locket-Sticker auf meinem MacBook erkannt und erzählte mir, dass Tyra Banks an uns interessiert sei. Mittlerweile ist das Ex-Top-Model und TV-Moderatorin mit ihrer VC-Firma Fierce Capital offizieller Investor des zehnköpfigen Startups. Mehr kann Kim dazu jedoch nicht erzählen: "Das muss ich mit der PR abklären."

Tyra Banks als Unterstützung

Sieht man sich die Zielgruppe und das Modell von Locket an, wird das Interesse von Banks klarer. Die App wird laut dem Unternehmen hauptsächlich von Studierenden genutzt. Die USA sind der wichtigste Markt, doch auch international habe die Anwendung eine große Nutzerschaft, lässt Kim wissen. Die Inhalte für das personalisierte Locket-Dashboard kommen von Medien. "Die erhöhen durch die App ihre Reichweite, die sie wiederum werblich vermarkten können", so die Geschäftsführerin.

Mit Banks' Unterstützung wird der Zugang zu den großen Medienhäusern des Landes einfacher. Zudem hat die Moderatorin mit "The Muse" auch in ein Online-Portal für Karriere-Themen interessiert. Beim Thema Content ist Banks, die übrigens schon selbst eine App gelauncht hat, die richtige Anlaufstelle. Ein Grund, warum die Entertainerin in Locket investiert hat, ist nicht zuletzt der Fakt, dass Kim eine weibliche Startup-Gründerin ist, berichtet sie.

Dass aus Locket einmal mehr als nur diese App wird, sieht Kim derzeit nicht: "Wir sind zu sehr mit der Weiterentwicklung beschäftigt." Parallel dazu baut die Unternehmerin die Medienkooperationen auf, die die Anwendung irgendwann einmal profitabel machen sollen. Dass Locket - zumindest am Nexus 5 - noch sehr buggy ist, nervt sie offensichtlich, nimmt sie aber zeitgleich locker: "Danke, dass du uns darauf aufmerksam gemacht hast. Das hilft uns weiter."


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