Löst diese App das globale Parkplatz-Problem?

"Diese App fasst zusammen, warum Menschen Silicon Valley hassen", schimpfte die Huffington Post über MonkeyParking. Das italienische Startup dahinter hat einen Dienst entwickelt, mit dem Autofahrer eine "Belohnung" erhalten,  wenn sie ihren Parkplatz anderen überlassen. Bis zu 20 Dollar zahlen verzweifelt Suchende für einen Spot. Im CURVED-Interview erklärt Paolo Dobrowolny die Idee dahinter, reagiert auf die Kritik und verrät Expansionspläne.

Monkey Parking App
Monkey Parking App

CURVED: Die App MonkeyParking lässt Parkplätze in Städten versteigern. Wie ist diese Anwendung enstanden?

Paolo Dobrowolny: Wir haben an MonkeyParking die vergangenen zwei Jahre gearbeitet und haben uns unterschiedliche Ansätze und Verhaltensweisen genauer angesehen. Angefangen haben wir mit einer Gamification des Parkens und haben versucht, Nutzer mit "Bananen-Credits" zu belohnen. Dann haben wir einen Chatroom getestet, in dem sich Personen kennenlernen und zum Tandem-Parken vernetzen konnten.

Daraus haben wir viel gelernt und die App ständig weiterentwickelt. So ist schließlich die aktuelle Version entstanden: Mehrwert für Autofahrer, die einen Parkplatz suchen und jene, die einen aufgeben, zu schaffen. Wer seinen aktuellen Platz bei MonkeyParking listet, erhält eine Benachrichtigung, ob ein anderer Nutzer diesen übernehmen will und wie viel er dafür bietet. Die suchenden User sehen auf einer Karte, welche Parkplätze derzeit zu ersteigern sind. Dieses Modell haben wir im April in San Francisco gelauncht, und jetzt starten wir in Rom damit.

CURVED: Wie wird der Service bisher angenommen? Wie viele Nutzer habt Ihr bisher?

Dobrowolny: Jedes Mal, als wir das Nutzungsmodell geändert haben, haben wir auch die Datenbank neu aufbauen müssen. Es ist noch zu früh, um Userzahlen zu veröffentlichen. In San Francisco steigt die Nutzung jedoch rasant an.

CURVED:Die Stadt San Francisco ist von Eurem Dienst weniger begeistert und kündigt an, das Versteigern von öffentlichen Parkplätzen aus rechtlicher Sicht zu untersuchen. Wie reagiert ihr darauf?

Dobrowolny: Wir haben nicht direkt mit der Stadt gesprochen. In manchen Protest-Tweets wurde behauptet, dass wir Parkplätze verkaufen - das stimmt jedoch nicht. Wir verkaufen den Komfort, dass jemand benachrichtigt wird, wenn ein Fahrer seinen Parkplatz aufgibt.

MonkeyParking ist der einzige Dienst, der dich vorab informiert, wenn ein Spot frei wird. Den Fahrern möchten wir einen Anreiz bieten, sich mit anderen Fahrern abzustimmen, wenn sie ihren Parkplatz verlassen. Die öffentlichen Parkgebühren gehen ja weiterhin an die Stadt, wir kümmern uns nur um die Suche nach freien Plätzen.

CURVED:Wie viel kann ein MonkeyParking-Nutzer mit dem Vermitteln seiner Parkplätze verdienen?

Dobrowolny: Derzeit läuft MonkeyParking noch kein Monat lang, deshalb haben wir noch keine genauen Werte. Der Durchschnittspreis für einen übermittelten Parkplatz liegt zwischen fünf und zehn Dollar, manche erreichen sogar 20 Dollar. Wenn du also jeden Tag einen Parkplatz über die App weitergibst, könntest du zwischen 150 und 200 Dollar im Monat verdienen.

CURVED:Habt Ihr vor, mit der App auch in andere Städte zu expandieren?

Dobrowolny: Wir bekommen viele Emails von Leuten aus der ganzen Welt, die unseren Service gern nützen würden, am meisten wird New York und Boston nachgefragt. Ein Mangel an Parkplätzen ist offenbar in vielen Städten ein Problem.  MonkeyParking konzentriert sich derzeit auf San Francisco und Rom, um aus diesen Märkten zu lernen und die App und deren Prozesse zu optimieren. Danach werden wir auch expandieren.

CURVED: Wie sieht's mit Deutschland aus?

Dobrowolny: Wir lassen auf unserer Website abstimmen, wo wir als nächstes launchen sollen. Bisher haben wir nicht viele Stimmen aus Deutschland bekommen, die meisten davon aus Berlin. Aber wenn die Nachfrage steigt, warum nicht?


Weitere Artikel zum Thema
Der Mythos vom Highend-Flagg­schiff: Warum wir umden­ken müssen
Malte Mansholt1
Naja !20Auch alte Flaggschiffe haben Charme
Alle reden bei neuen Smartphones immer von Flaggschiffen. Aber muss es wirklich immer High-End sein und viel kosten? Ein Kommentar.
OnePlus 2: System scheint den Arbeitsspei­cher stark zu belas­ten
Michael Keller3
Naja !8Das OxygenOS scheint auf dem OnePlus 2 viel RAM zu nutzen
Nach dem Release ist vor den Praxistests: Offenbar nimmt das OxygenOS den Arbeitsspeicher des OnePlus 2 sehr stark in Anspruch.
iPhone fällt aus Flug­zeug – und wird intakt vom Besit­zer gefun­den
Michael Keller5
Unfassbar !39Über die Funktion "Mein iPhone suchen" habe der Mann sein Gerät wiedergefunden
Großes Glück für einen iPhone-Besitzer: Der Mann verlor sein Smartphone in 3000 Meter Höhe - und fand es anschließend funktionstüchtig wieder.