Low-Carb doch nicht so gesund wie gedacht: So behaltet ihr den Überblick

Low-Carb-Diäten sind erfolgreichen beim Abnhemen aber auf lange Sicht wohl doch nicht so gesund.
Low-Carb-Diäten sind erfolgreichen beim Abnhemen aber auf lange Sicht wohl doch nicht so gesund.(© 2018 Unsplash/Brooke Lark)

Einen Burger ohne Brötchen bitte, Gemüse statt Obst, Brot aus Nüssen und Käsekuchen ohne Boden: Immer mehr Figurbewusste versuchen den bösen Kohlenhydraten zu entsagen. Der Lohn ist die schlanke Linie, doch zu welchem Preis? Lieber ein kürzeres Leben lang dünn? Denn laut der neuesten Forschungen aus der Ernährungswissenschaft könnten Low-Carb-Diäten unsere Lebenserwartung senken.

Für ihre Studie hatten US-amerikanische Forscher mehr als 15.400 Probanden zwischen 45 und 64 Jahren über ihr Ess- und Trinkverhalten befragt. Relevant waren vor allem die bevorzugten Nahrungsmittel als auch die Portionsgrößen. Nach sechs Jahren wurden die Teilnehmer erneut befragt. In der Analyse lag der Schwerpunkt der Forscher auf den Makronährstoffen: Wie viele Kohlenhydrate, Proteine und Fette nahmen die Probanden zu sich? Die Autorin der Studie, Dr. Sara Seidelmann, kommt zu folgenden Erkenntnissen: Menschen, die weniger als 30 Prozent ihrer täglichen Energie aus Kohlenhydraten beziehen, haben eine um vier Jahre geringere Lebenserwartung, als die mit einem moderaten Verzehr von Kohlenhydraten. Das gesunde Mittelmaß orientiert sich an 50 bis 55 Prozent des täglichen Energiebedarfs. Demnach darf rund die Hälfte eurer Kalorien aus Getreide, Kartoffeln, Pasta, Reis, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse bestehen.

"Low-Carbler" sterben laut Studie sogar früher als "High-Carbler"

Das Verblüffende aber ist: Selbst wer zu viel Kohlenhydrate vertilgt, lebt laut der Studie immer noch länger, als die Low-Carbler. Als kohlenhydratreduziert gilt eine Diät, sobald sie weniger als 30 Prozent der Energie aus Carbs vorgibt. Doch was heißt das denn jetzt genau: Low-Carbler sterben früher? Die Ernährungswissenschaftler schätzen auf Basis der ermittelten Daten, dass jemand, der heute 50 Jahre alt ist folgende Lebenserwartung gemäß seiner Energiezufuhr hat:

  • noch 33,1 Jahre bei moderatem Verzehr (50-55 Prozent des täglichen Energiebedarfes) von Kohlenhydraten
  • noch 32 Jahre mit vielen Carbs, die über 65 Prozent der täglichen Kalorien ausmachen
  •  noch 29,1 Jahre bei Low-Carb-Ernährung mit weniger als 30 Prozent Kohlenhydraten täglich

Entwarnung für Figurbewusste

Damit jetzt niemand völlig verängstigt die nächste Bäckerei überfällt, soll noch gesagt sein: Die Studie sagt nichts darüber aus, wie sich die Lebenserwartung von Kohlenhydratessern eventuell wieder verkürzt, wenn sie übergewichtig sind. Gerade dann und bei zunehmendem Alter kommt es bei vielen Menschen zur Insulinresitenz und der Stoffwechsel verlangsamt sich, so dass die Kohlehydrate bevorzug in Fett umgewandelt und eingelagert werden. Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen können die Folge sein.

Natürlich will die Studie nicht nahelegen, dass man jetzt guten Gewissens wieder Zucker bis zum Umfallen schnabuliert, sondern legt eine ausgewogene Ernährung unter Berücksichtigung des individuellen Kalorienbedarfes nahe. Zudem sind Kohlenhydrate nicht gleich Kohlenhydrate: Komplexe Carbs wie Vollkornprodukte sind natürlich leeren Kalorien wie Weißmehl und Zucker vorzuziehen.

Wer mit Low-Carb gut abnimmt, kann dabei bleiben, aber...

Auch wer abnehmen muss oder möchte und mit Low-Carb sehr gute Erfolge erzielt, kann dabei bleiben, sollte aber darauf achten, wodurch er die Kohlenhydrate ersetzt: Unsere Ernährung besteht aus drei Bausteinen, Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten. Fährt man das eine runter, muss man logischerweise die anderen beiden Komponenten erhöhen, um dem Körper die nötige Energie zu liefern und satt zu werden. Auffällig ist, dass viele bei Eiweiß und Fetten vorrangig an tierische Produkte denken, also Fleisch, Fisch, Eier und Käse. Allerdings ist zu viel rotes Fleisch und tierisches Fett ungesund und erhöht zum Beispiel das Krebsrisiko. Die Forscher vermuten, dass die Low-Carb-Ernährung auch deswegen die Lebenserwartung senkt, weil die Leute stattdessen zu viel tierische Produkte verzehren. Sie empfehlen, bei einer kohlenhydratarmen Ernährung darauf zu achten, den erhöhten Bedarf an Eiweiß und Fett aus pflanzlichen Lebensmitteln zu beziehen.

Die App Yazio zählt nicht nur Kalorien, sondern auch Makronährstoffe.(© 2018 CURVED)

So ermittelt ihr eure Makronährstoffe in Prozent

Kommen wir aber nochmal zur täglichen Menge der Makronährstoffe: Ich kann ja schlecht mein ganzes Essen des Tages auf den Küchentisch legen und jedes zweite gegen Kohlenhydrate austauschen. Tatsächlich ist es sinnvoll, mal zu schauen, wie sich die eigene Ernährung denn genau zusammensetzt: um zu checken, wie gesund man sich wirklich ernährt und wie man sein Gewicht hält oder anpasst. Dafür sind Ernährungs-App wie "LifeSum", "MyFitnessPal" oder "Yazio" die richtigen Tools: Ihr könnt sie kostenlos runterladen, einen Account erstellen und dann eure täglichen Lebensmittel und Getränke eintragen. Am Ende des Tages oder der Woche könnt ihr dann dezidiert sehen, wie viel Prozent eurer Gesamtenergie Kohlenhydrate, Proteine und Fette ausmachen. Ihr könnt euch auch entsprechende Ziele einstellen. Wer es richtig ernst meint, trackt mit einem Activity Tracker seinen Energiebedarf: Je nachdem, ob ihr euer Gewicht halten wollt oder Muskelmasse aufbauen oder abnehmen wollt, könnt ihr in ein leichtes Defizit gehen oder etwas mehr essen. Die Apps geben euch auch Feedback, ob ihr mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt seid. Da sich die Ernährung selten grundlegend ändert, werdet ihr nach ein paar Wochen ein besseres Gefühl für die richtige Ernährung entwickeln und irgendwann aus dem Bauch heraus wissen, was auf den Teller gehört.


Weitere Artikel zum Thema
Spar­an­ge­bote für die PS4: Rabatte für "Red Dead Redemp­tion 2" und Co.
Francis Lido
Im PlayStation Store wartet unter anderem "Red Dead Redemption 2" auf euch
"Red Dead Redemption 2", "FIFA 19", "Call of Duty: Black Ops 4" und Co.: Etliche PS4-Hits gibt es aktuell zum reduzierten Preis.
Amazon Echo versus Echo Dot und Echo Plus: Das sind die Unter­schiede
Francis Lido
Amazon hat viele verschiedene Echo-Lautsprecher im Angebot
Amazon Echo Dot, Echo oder sogar Echo Plus? Wir verraten euch, zu welchem der smarten Alexa-Lautsprecher ihr greifen solltet.
Apple HomePod: Stereo-Musik mit zwei Laut­spre­chern hören
Francis Lido
Ein einzelner HomePod spielt Musik nicht in Stereo ab
Zwei HomePod-Lautsprecher lassen sich für Stereo-Sound miteinander verbinden. Wir verraten euch, wie die Einrichtung funktioniert.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.