Lumosity: Diese App will Euch smarter machen

Lumosity Office San Francisco
Lumosity Office San Francisco(© 2014 Matthew Millman)

Eine iPhone-App, die das Gehirn trainiert? Ein Startup in San Francisco will das ermöglichen. CURVED hat die Entwickler des Brain-Games "Lumosity" in ihrem hippen Büro besucht. 

Schlauer durch Spiele

Smarter werden durch Spielen am Smartphone? Das klingt zu gut, um wahr zu sein. Lumoslabs, das Unternehmen hinter der App Lumosity, glaubt jedoch daran, dass es  funktioniert. Joe Hardy, Vice President Research und Development, sieht es als seine Aufgabe, das zu verifizieren: "Wir haben bereits sieben Studien durchgeführt, die verbesserte kognitive Reaktionen nachweisen." Sein Team entwickelt und testet die Spiele, die in Lumosity integriert sind.


Dabei sind die Konzepte nicht ganz neu. Bei Lumosity absolvieren User im Web und am iPhone verschiedene Denkspiele, die gewisse Bereiche des Gehirns trainieren. Deren Schwierigkeitsgrad steigt stetig, und der Fortschritt wird anhand des "Brain Performance Index" gemessen - Lumositys Antwort auf den Intelligenzquotienten. Wer mehrmals pro Woche spielt, kann die Kognition langfristig verbessern, versprechen die Macher. Die Games fordern die Merkfähigkeit, Reaktionszeit und Problemanalyse der Nutzer heraus. 40 Spiele hat die Applikation derzeit im Portfolio. "Nicht alle sind neu, viele davon werden in der Wissenschaft schon längst eingesetzt", informiert Hardy. Aber natürlich entwickle das Labor auch eigene Challenges.

"Deutsche gehen überlegter an die Sache ran"

Derzeit zählt die App eigenen Angaben zufolge 60 Millionen Nutzer. Der Hauptmarkt ist USA, Deutschland wird jedoch immer wichtiger für Lumoslabs, wie Jonathan Pohl, der für die internationale Entwicklung verantwortlich ist, erklärt: "Wir haben gesehen, dass viele unserer User in Deutschland sitzen, weshalb auch deutsch eine der ersten Sprachen war, in die wir übersetzt haben." Was dem Projektleiter auffällt: "Deutsche gehen überlegter an die Sache ran. Viele testen die App ausführlich, bevor sie sich für ein Gruppenabo entscheiden. Die meisten bleiben dann langfristige Nutzer."

Gehirntraining als Abo-Modell

Mit dem Abo-Modell verdient das 2005 gegründete Unternehmen sein Geld. Über ein Gruppenabonnement sind alle Funktionen der App zugänglich. Pro Monat kostet der Dienst 24,99 US-Dollar, bis zu fünf Nutzer können sich ein Abo teilen.  Wer es ernst meint, sit mit einem Jahres- oder Zwei-Jahres-Abo günstiger dran.

Wie viele Nutzer für Lumosity tatsächlich zahlen, gibt das Unternehmen nicht bekannt. Derzeit steht - wie bei den meisten Startups - nicht die Monetarisierung im Vordergrund, sondern die Expansion und der Ausbau der Reichweite. Dass es von Lumoslabs noch weitere Apps oder sogar Gadgets geben wird, ist laut Hardy in nächster Zeit nicht zu erwarten: "Lumosity ist unser Kernprodukt, wir konzentrieren uns vorerst auf dessen Weiterentwicklung." Immerhin ist die App seit dieser Woche endlich auch als Android-Version verfügbar.

Und wo sieht sich Lumosity im aktuellen Health Tech-Trend, der mit Apples Healthkit angetrieben wird? "Wir beobachten das natürlich und sehen uns an, wie Lumosity darin integriert werden kann."

Bibliothek und Brainfood

Angesiedelt hat sich Lumosity seit einigen Monaten in Downtown San Francisco im gleichen Gebäude wie das Review-Portal Yelp. Auf drei Stöcken haben sich die 120 Mitarbeiter aufgeteilt, noch dieses Jahr sollen 50 weitere folgen, so der Plan des Startups. Das Interior ist wohl eines der hippsten, das unter den Startup-Büros der Stadt zu finden sind.

Das Headquarter hat eine Bibliothek - mit echten Büchern - als Rückzugsraum, ein Zimmer, dass sich hinter einem Wandregal versteckt sowie Konferenzräume, die nach den Spielen der App benannt sind. Und wie es sich für ein gesundheitsbewusstes Unternehmen gehört, gibt es Stehtische als Arbeitsplätze und Brainfood in der Küche.


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