Marktforschung: Tablets verdrängen den PC

Der gute alte Desktop-PC war lange Zeit ein fester Bestandteil von Privathaushalten und Büros. Doch das ändert sich nun: Der Marktforscher IDC prognostiziert eine Vervierfachung des Tablet-Absatzes bis 2012. Die PC-Verkäufe stagnieren in den letzten Jahren ohnehin - jetzt dürfte der Druck auf die Hersteller noch einmal wachsen.

70,8 Millionen Tablet-Computer bis 2012

Die Experten von IDC haben ermittelt, dass der Verkauf von Tablets allein vom zweiten zum dritten Quartal 2010 um 45,1 Prozent auf 4,8 Millionen Einheiten gestiegen ist. Initialzündung und Triebfeder dieses Booms ist das iPad: 87,4 Prozent dieser Verkäufe gehen auf das Konto von Apple. Nicht weiter verwunderlich angesichts der mangelnden Konkurrenz.

Im vierten Quartal 2010 dürfte sich der Boom weiter befeuert haben - mit der Einführung des Samsung Galxy Tabs. Auch das iPad verkaufte sich im Schlussquartal glänzend: 7,3 Millionen Geräte gingen über die Ladentheke.

Kein Wachstumsende in Sicht

Dank  zahlreicher neuer Tablet-PCs in diesem Jahr rechnet IDC weiterhin mit einem steilen Anstieg: Besondere Hoffnungen liegen hier auf dem Blackberry PlayBook und dem Motorola Xoom. Wie die CES eindrucksvoll gezeigt hat, wird der Markt 2011 von Tablets förmlich überschwemmt werden.

Das Ende des Desktop-PCs?

Große Hersteller wie HP oder Dell müssen auf diese Entwicklung reagieren. In den Industriestaaten ist der PC-Markt weitgehend gesättigt, die Nachfrage nach kräftigen Rechnern mit riesigen Speicherkapazitäten stagniert. Die Preise sinken und sollen Studien zufolge diesen Trend auch in Zukunft beibehalten.

Innovation und Ausweichmanöver

HP hatte jüngst auf der CES seinen Einstieg ins Tablet-Segment bekanntgegeben. Hier sieht man also auch beim größten Computerhersteller der Welt einen zukunftsfähigen Markt. Außerdem drängen die Konzerne zunehmend in Schwellenländer wie Indien und China, wo die Nachfrage kräftig anzieht.

Rund 17 Millionen Tablets wurden laut IDC 2010 verkauft, für 2011 rechnen die Marktforscher mit 44,6 Millionen verkauften Geräten.