Meinung: Warum ich aufs iPhone X verzichte – und zum iPhone 8 Plus greife

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Das Smartphone meiner Wahl: das iPhone 8 Plus.
Das Smartphone meiner Wahl: das iPhone 8 Plus.(© 2017 CURVED)

Das iPhone X sieht toll aus und ist vollgepackt mit fortschrittlicher Technik. Trotzdem greife ich lieber zum iPhone 8 Plus.

Das Internet dreht durch. Endlich kann man das iPhone X vorbestellen, Apples Versprechen an die Smartphone-Zukunft. Schon kurz nach dem Start wird man von den Lieferzeiten aber wieder zurück in die Wirklichkeit geholt. Wer nicht sehr viel Glück hatte, muss nun mindestens zwei bis drei Wochen auf sein Gerät warten. Ich bin froh, dass ich mir das Ganze aus der Ferne ansehe und mich nicht ärgern muss. Denn ich habe mich für das iPhone 8 Plus entschieden.

Die Leistung bleibt gleich

Natürlich kann man jetzt fragen, warum ich zum vergleichsweise langweiligen Upgrade des iPhone 7 Plus greife anstatt zum Zukunfts-iPhone. Nun, für mich war die Entscheidung ein No-Brainer. Die Technik ist zum Beispiel weitestgehend identisch. In beiden iPhones arbeitet Apples A11 Bionic. Dazu gibt es laut iFixit 3 Gigabyte RAM. Um die Arbeitsgeschwindigkeit muss ich mir also schon mal keine Sorgen machen.

Auch bei der Dualkamera müssen iPhone-8-Plus-Käufer kaum Abstriche machen. Ja, die Tele-Linse im iPhone X fängt etwas mehr Licht ein, die Funktionen bleiben aber die gleichen. Unser Kameratest hat hier ja schon gezeigt, dass das iPhone 8 Plus in der Kategorie vorne mitspielt. Und so viel fotografiere ich auch gar nicht. Verzichten muss ich dafür auf die True-Depth-Frontkamera. Aber das ist nicht schlimm.

Die Kamera des iPhone 8 Plus bietet die gleichen Funktionen wie die im iPhone X.(© 2017 CURVED)

Touch ID statt Face ID

Zum einen, weil ich genau weiß, dass ich die Animoji-Funktion maximal dreimal ausprobiert und danach nie wieder benutzt hätte. Alleine schon, weil fast alle meine Kontakte WhatsApp an Stelle von iMessage nutzen. Zum anderen, weil mich persönlich das Konzept von Face ID, der Gesichtserkennung von Apple, noch nicht überzeugt. Nicht weil ich Angst hätte, meine biometrischen Daten ans Unternehmen weiterzugeben. Diese bleiben schließlich auf dem Gerät gespeichert und wandern nicht in die Cloud. Auch nicht, weil ich das Feature als unsicher erachte. Wie Face ID funktioniert und wie Apple für die nötige Sicherheit sorgt, hat das Unternehmen selbst aufgeschlüsselt.

Es geht mir vielmehr um die Bequemlichkeit. Face ID soll mein Gesicht immer und auch aus verschiedenen Perspektiven heraus erkennen können. Sollte es mich aber mehrmals nicht erkennen, bin ich gezwungen, den Sicherheitscode einzugeben. Außerdem muss ich nach der Erkennung im Sperrbildschirm noch einmal nach oben wischen, um in den Homescreen zu kommen. Bei Touch ID drücke ich einfach einmal kurz auf den Homebutton, und das iPhone ist entsperrt.

Touch ID ist für mich ein echter Mehrwert.(© 2017 CURVED)

Dazu kommt die Bedienung. Ich fand es immer praktisch, Apps mit einem Druck auf den Homebutton schließen zu können. Der Wechsel zwischen Apps durch ein doppeltes und das Aufrufen von Siri durch ein langes Drücken, darüber muss ich gar nicht mehr nachdenken. Stattdessen ruft man das Kontrollzentrum auf dem X auf, wenn man rechts von oben nach unten wischt. Macht Ihr das auf der linken Bildschirmhälfte, öffnet Ihr die Mitteilungszentrale. Ich finde die bisherige Lösung einfacher.

Aber was ist mit Design und Display?

Ihr habt ja Recht: Beim Design des iPhone 8 Plus hat Apple zwar glänzend abgeliefert, aber nur weil die Rückseite jetzt aus Glas besteht. Alles andere kennen wir so schon vom iPhone 7 Plus. Das iPhone X sieht dagegen schon mehr wie die Smartphone-Zukunft aus Cupertino aus. Darauf zu verzichten, stört mich aber nicht. Für mich ist das iPhone im Alltag ohnehin eher Werkzeug als Lifestyle-Element. Mir ist in erster Linie wichtig, dass das Gerät funktioniert. Ob es besonders gut aussieht, ist da eher zweitrangig.

Das trifft auch aufs Display zu. Beim iPhone X setzt Apple erstmals auf OLED und nicht mehr auf LCD. Wie das aussieht? Keine Ahnung! Beim iPhone 8 Plus hingegen weiß ich, was ich bekomme. Und das gefiel mir in der Vergangenheit sehr gut. Und machen wir uns nichts vor: Ob das Display am Ende in Full-HD oder mit 2436 x 1125 Pixeln auflösen wird, dass wird auf dem 5,5 bzw. 5,8 Zoll großen Bildschirmen am Ende keinen Unterschied machen. Pixel wird es auf beiden nicht zu sehen geben.

Das iPhone X sieht im Vergleich mit den 8ern schon schock aus.(© 2017 CURVED)

Auch die kleinere Display-Größe stört mich nicht. Schließlich müssen Entwickler ihre Apps erstmal ans neue Format anpassen. Schon für Android-Telefonen gibt es nur sehr wenige Apps, die die 18:9-Bildschirme komplett unterstützen. Die Folge: Balken, Balken, Balken. Das könnte auch auf dem iPhone bei einigen Apps erstmal der Fall sein. Zumal die App-Macher hier ja noch um die True-Depth-Kamera herumarbeiten müssen. Zum Start geht der Vorteil wahrscheinlich erstmal verloren.

Niemals ein Randlos-iPhone?

Das letzte K.O.-Kriterium für mich ist der Preis. Da ich viel unterwegs bin, nehme ich auch viele Serien, mittlerweile aber kein iPad mehr mit. Fürs Telefon heißt das: Ich brauche richtig viel Speicher. Schon fürs iPhone 8 Plus mit 256 Gigabyte gehe ich dafür an die finanzielle Schmerzgrenze. Die 1319 Euro, die das Unternehmen fürs iPhone X in der Konfiguration aufruft, sind für mich aktuell definitiv zu viel.

Das alles heißt nicht, dass das iPhone X oder vielmehr dessen Nachfolger für mich niemals in Frage kämen. Im Gegenteil. 2017 halte ich es aber erstmal wie Apple-Mitgründer Steve Wozniak: Ich schaue mir die Neuheiten aus sicherer Entfernung an und greife dann zu gegebener Zeit zu. Bis dahin bin ich glücklich mit meinem iPhone 8 Plus.

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