Meitu ist die nächste Hype-App mit großem Datenhunger

Gab’s schon12
Mit Meitu lassen sich Selfies schnell bearbeiten.
Mit Meitu lassen sich Selfies schnell bearbeiten.(© 2017 CURVED)

Mit der Selfie-App Meitu verwandelt Ihr Euch in eine Manga-Figur. Im Play Store und im App Store gibt’s die Anwendung kostenlos. Nutzer bezahlen mit Daten.

Vielleicht sind Euch in den letzten Tagen auf Instagram oder Facebook vermehrt Selfies aufgefallen, auf denen die Personen wie Manga-Figuren oder eine japanische Geisha aussehen. Erstellt wurden die Fotos sehr wahrscheinlich mit der App Meitu. Die Anwendung aus China ist aktuell der Hit in den sozialen Netzwerken, wahrscheinlich auch, weil sie kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

Experten sehen Meitu kritisch

Wobei "kostenlos" vielleicht das falsche Wort ist. Wie TechCrunch berichtet, zahlt Ihr zwar kein Geld, dafür aber mit Euren Daten. Denn Meitu verlangt für den Betrieb ungewöhnlich viele Zugriffsrechte. Dass Foto-Apps Zugriff auf die Kamera und den Speicher benötigen, ist klar. Laut Sicherheitsforscher Greg Linares will Meitu darüber hinaus aber auch wissen, welche Apps auf dem Smartphone der Nutzer installiert sind und zusätzlich den Standort des Gerätebesitzers sowie die IMEI des Telefons erfahren.

Eigentlich ist Meitu eine witzige App. Wäre da nicht dieser Datenhunger.(© 2017 CURVED)

Der forensische Wissenschaftler Jonathan Zdziarski hat sich außerdem die iOS-Version genauer angesehen. Hier trackt die App Infos zu Eurem Provider und ob das jeweilige iPhone gejailbreaked wurde. Zdziarski Urteil über die App: "Meitu ist ein Zusammenschluss aus mehreren Analyse-, Marketing- und Werbe-Tracking Paketen, mit etwas Niedlichem, damit es die Leute nutzen."

Meitu erklärt sich

Aber was macht Meitu beziehungsweise der gleichnamige Konzern hinter der App mit den Nutzerdaten? Wie Android Central berichtet, hat sich das Unternehmen öffentlich zum Datenhunger geäußert. Man verwende die Daten, um die App-Performance zu optimieren und um herauszufinden, wie Nutzer mit Werbung umgehen. Außerdem dementierte Meitu, die erhobenen Daten an Dritte weiterzuverkaufen.

Das Unternehmen sammle die Daten auf diese Weise, weil dem Unternehmen aufgrund seines Sitzes in China der Zugang zu Trackingtools vom Play Store und vom App Store verwehrt bleibe. Deswegen setzt Meitu eine Kombination von Drittanbieter- und eigenen Analyse-Tools ein, um sicher zu stellen, dass die Nutzerdaten stimmig sind. Alle erhobenen Daten werden mehrschichtig verschlüsselt an Server gesendet, die unter anderem durch eine fortschrittliche Firewall geschützt sei, heißt es bei Android Central.

Um zu verhindern, dass Meitu diese Daten von Euch sammelt, könnt Ihr übrigens nur eines machen: Die App nicht benutzen.


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