Microsoft hetzt gegen Google

Microsoft hat in den letzten Wochen schon mit Werbespots auf sich aufmerksam gemacht, in denen ganz offen gegen Google bzw. Googles mobiles Betriebssystem Android gehetzt wird. Auf der CeBit, die am 5. März 2012 in Hannover mit einem Festakt eröffnet wurde, geht der Software-Riese aus Redmond jetzt noch einen Schritt weiter: Ralph Haupter, Chef von Microsoft Deutschland, hetzt ganz öffentlich gegen Eric Schmidt und dessen Eröffnungsrede auf der CeBit.

Haupter greift Schmidt an, er habe bei seiner Rede das Thema verfehlt. Die CeBit 2012 steht unter dem Motto „Managing Trust“, also das Vertrauen der Nutzer in die moderne Informationstechnologie zu managen, wiederherzustellen wo es durch Datenskandale und Ähnliches verloren gegangen ist und es zu halten. Der Deutschland-Chef von Microsoft meint, Schmidt habe nicht klar genug Stellung bezogen. "Eric Schmidt hat heute auf diese Fragen keine Antworten gegeben, sondern lieber über die digitalen Möglichkeiten der Zukunft gesprochen. Das reicht meines Erachtens nicht aus.“

Nun mag es im Sport zwischen zwei Konkurrenten durchaus üblich sein, in der Öffentlichkeit gegeneinander zu hetzen, zwischen zwei Unternehmen gehört es jedoch nicht zum guten Ton. So sieht es auch Michael Kalthoff-Mahrnke, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG). Im Normalfall warnen PR-Berater ihre Kunden vor solch einem rauen Umgangston.

Microsoft und Google kämpfen an immer mehr Fronten gegeneinander. Nicht nur versucht Google mit dem Chrome OS in Microsofts Kerngeschäft (Betriebssysteme) vorzudringen, auch Microsoft geht mit Bing in die direkte Konkurrenz zu Google in Sachen Suchmaschine. Und natürlich sind die beiden Konzerne auch in Sachen Smartphone-Betriebssysteme Widersacher. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – kann ein solch harsches Vorgehen gegen die Konkurrenz, wie es bei Microsoft zu beobachten ist auch nach hinten losgehen.