Microsoft klagt – mal wieder

Microsoft kämpft mit aller Kraft gegen die Konkurrenz durch Googles mobiles Betriebssystem Android, dessen Siegeszug um die (Smartphone-) Welt kaum aufzuhalten scheint. Diesmal trifft es die Buchhandelskette Barnes & Noble sowie die taiwanesischen Firmen Foxconn und Inventec. In ihren Fabriken werden die E-Book-Reader Nook von Barnes & Noble produziert.

Der E-Book-Reader Nook läuft unter Googles mobilem Betriebssystem Android. Laut Microsoft verletzt Android aber eine Reihe von Patenten. Microsoft will Barnes & Noble sowie deren Partner Foxconn und Inventec dazu bringen, einen Lizenzvertrag zu unterzeichnen und die entsprechenden Zahlungen zu leisten.

Fünf Patente sieht Microsoft von Barnes & Noble verletzt, bei denen es beispielsweise um das Anzeigen von Animationen geht, während eine Website lädt. Die Patent-Einträge sind jedoch relativ breit ausgelegt, was die Frage aufwirft, ob sie bei einer Überprüfung überhaupt bestehen könnten.

Der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC hat bereits einen Lizenzvertrag mit Microsoft geschlossen. Gegen Motorola hatte es im Herbst 2010 eine Klage wegen Patent-Verletzungen gegeben. Microsoft selbst ist zwar der Ansicht, dass man gar keine andere Chance habe als eine Klage anzustrengen, um die eigenen Investitionen zu schützen. Doch scheint es fast zu einer Art Hobby zu werden, die Unternehmen, die mit der Konkurrenz zusammenarbeiten zu verklagen.

Sollte Microsoft mit der Klage Erfolg haben, geht davon eine gewisse Gefahr für das offene Betriebssystem Android aus. Denn Hersteller von Smartphones und Tablets könnten zumindest darüber nachdenken, ein alternatives Betriebssystem statt Android zu verwenden, wenn sie mit einer Klage von Microsoft rechnen müssen. Andererseits steigt Googles mobiles Betriebssystem in der Beliebtheitsskala nach wie vor rasant auf, von daher dürfte sich diese Gefahr in Grenzen halten. Ein unangenehmer Beigeschmack bleibt allerdings.