Microsoft RoomAlive verwandelt Wohnzimmer in Videospiel

Mittendrin, statt nur dabei: Microsoft stellt mit RoomAlive ein Konzept vor, mit dem das gesamte Wohnzimmer zur Bühne von Videospielen wird. Möglich wird das Ganze durch die sogenannten Procams, eine Mischung aus Projektor und Kinect-Kamera, die gleichzeitig die Bewegungen des Spielers wahrnehmen und die virtuelle Realität erzeugen.

Für ein Konzept-Video von "RoomAlive" verwendet Microsoft sechs dieser Procams, um so sämtliche Wände eines Raumes in einen gigantischen interaktiven Bildschirm zu verwandeln, schreibt The Verge. Mithilfe der Kinect-Sensoren erstellen die Kameras ein dreidimensionales Bild von Schrank, Couch und Co., damit die Projektoren auf jede Oberfläche perspektivisch korrekte Bilder werfen können. Die Kalibrierung nimmt die Hardware automatisch vor, manuelles Nachjustieren ist nicht nötig.

Casual-Games statt Holodeck-Erfahrung

Das Video zeigt dabei bereits unterschiedliche Spielkonzepte: In einer Variante betätigen sich zwei Testpersonen aktiv als Monsterjäger und schießen entweder mit einer Art Lightgun auf projizierte Feinde oder löschen sie mit einem beherzten Fußtritt aus. Etwas traditioneller gibt sich ein Minispiel, in dem ein Soldat per Gamepad gesteuert wird, während er auf Gegner feuert – allerdings eben über Fußboden, Wände und Möbel hinweg. Allzu ausgefeilt wirkt jedoch keines der gezeigten Spielprinzipien.

Weiterentwicklung von IllumiRoom

Wem das Ganze bekannt vorkommt: Bereits 2013 experimentierte Microsoft damit herum, das Wohnzimmer zum Bildschirm zu machen. Die damals IllumiRoom genannte Technik bot aber nichts anderes, als das Bild des Displays über die Grenzen des Screens hinweg an die umliegenden Wände auszudehnen. RoomAlive ist da deutlich interaktiver.

Aktuell ist RoomAlive nicht mehr als ein Proof-of-Concept und nur dazu da, die Machbarkeit der Idee zu demonstrieren. Es ist unwahrscheinlich, dass es die Technik in der gezeigten Form in allzu naher Zukunft bis zur Marktreife bringt, da die benötigte Hardware in keiner Relation zum Nutzen zu stehen scheint. Was die Ingenieure von Microsoft also schlussendlich daraus machen, bleibt abzuwarten.


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