Microsoft sagt Google den Kampf an: Office 365

Microsoft ist nach wie vor Marktführer in Sachen Büro-Anwendungen. Die Programm-Sammlung Microsoft Office hat eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben und dominiert seit Mitte der 90er Jahre Büros auf der ganzen Welt. Doch die Konkurrenz schläft nicht (mehr). Mit Google Apps, Open Office und anderen Produkten bekommt Microsoft Office starke Konkurrenz.

Jetzt holt Microsoft aus zum Gegenschlag. Office 365 ist quasi die Online-Version der Office-Suite. Und damit schafft auch Microsoft Office den Sprung in die Cloud. Denn Programme wie Word, Excel oder Outlook laufen bei Office 365 als Service in der Cloud statt lokal als installiertes Programm auf dem PC.

Microsoft beschreitet damit ganz neue Wege. Denn hatte man bisher einmal für ein Office-Paket einen relativ hohen Preis bezahlt, konnte man es uneingeschränkt nutzen. Mit Office 365 ist das anders: Für ein monatliches Entgelt können die Dienste für einen begrenzten Zeitraum in Anspruch genommen werden. Und damit wird auch klar, dass Microsoft mit dem Cloud-Angebot hauptsächlich Unternehmen anspricht. Denn für einen Privatanwender, der ein Office-Produkt mehrere Jahre nutzt und nicht auf jede neue Version upgraded lohnt sich weiterhin die auf dem PC installierte Version. Unternehmen, die immer mit der aktuellsten Office-Version arbeiten, werden mit dem cloud-basierten Office 365 eher glücklich.

Je nach Bedarf gibt es verschiedene Versionen von Office 365, insgesamt sieben Preismodelle. Das günstigste mit den Office Web Apps, die funktional eingeschränkt sind, und dem Exchange Online Mail-Server ist für €5,25 pro Monat zu haben. €22,75 pro Nutzer und Monat kostet die teuerste Variante, die eine lokale Installation von Office 2010 Professional und Integration von Lync mit der lokalen Telefonanalge beinhaltet.

Im Vergleich dazu ist Google Apps für Privatanwender kostenlos, in der Business-Variante kostet es €4,- pro Monat bzw. €40,- pro Jahr. Und der Internet-Riese lästert auch schon kräftig über die Konkurrenz aus Redmond: „365 Gründe, Google Apps in Betracht zu ziehen“ lautet der Titel eines Blog-Eintrags von Google Apps-Produktmanager Shan Sinha. Seine Hauptargumente für Google Apps statt Office 365 sind der Preis bzw. das transparentere Preismodell von Google Apps und die Tatsache, dass die Google-Programme stärker auf Teamarbeit ausgerichtet sind.

Wie sich  Microsofts Office 365 schlagen wird, ist heute noch nicht abzusehen. Doch wenn man davon ausgeht, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und sich die Wettbewerber so umso mehr anstrengen müssen, um die Kunden zufriedenzustellen, dann kann sich diese Konkurrenz für den Nutzer sicherlich nur positiv auswirken.