Microsoft will angeblich Minecraft-Entwickler kaufen

Allein die Pocket Edition von Minecraft für Smartphones hat sich über 21 Millionen Mal verkauft
Allein die Pocket Edition von Minecraft für Smartphones hat sich über 21 Millionen Mal verkauft(© 2014 CURVED)

Minecraft von Microsoft? Anscheinend plant der Software-Riese, die schwedische Entwicklerfirma Mojang AB für zwei Milliarden Dollar aufzukaufen. Das ist vor allem deswegen überraschend, weil der Mojang-Chef als Kritiker von großen Unternehmen wie Microsoft bekannt ist.

Das Wall Street Journal berichtet, Microsoft stehe in Gesprächen mit Mojang mit dem Ziel der Übernahme und beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle, die dem Entwicklerstudio nahestehen soll. Weiteres Gewicht erhält das Gerücht durch den schwedischen Videospielejournalisten Thomas Arnroth, der sich per Twitter zu Wort meldet. "Um es klarzustellen: Ich bestätige nicht, dass der Deal zwischen Microsoft und Mojang stattfindet. Ich habe Mojang nahestehende Quellen, die das Bestätigen." Arnroth ist Autor des Buches "A Year with Minecraft: Behind the Scenes at Mojang", das Einsichten in die Entstehungsgeschichte des Ausnahmetitels gibt und für das er Interviews mit dem Entwicklerteam geführt hat.

Über 100 Millionen Dollar Gewinn mit Minecraft

Das Sandbox-Spiel Minecraft ist ein Phänomen: Seit seinen Anfängen als kleines Indie-Game hat Mojang etwa 50 Millionen Exemplare des Spiels verkauft und damit einen Gewinn von über 100 Millionen Dollar erwirtschaftet. In Minecraft können die Spieler nahezu alles aus Quadern erbauen, was ihnen in den Sinn kommt; durch diesen Ansatz ist Minecraft zu einem globalen Phänomen geworden. Microsoft will Minecraft offenbar noch profitabler machen, zum Beispiel durch Lizenzen für Merchandising und eine Erweiterung der Nutzerbasis.

Mojang-Gründer als Microsoft-Kritiker

Der nahende Deal ist aus mehreren Gründen überraschend: Zum einen besteht Mojang aus einem kleinen Team von etwa 40 Entwicklern, die außer Minecraft keinen weiteren bedeutenden Titel auf dem Spiele-Markt vorweisen können. Demnach erscheint vor allem der Kaufpreis von 2 Milliarden Dollar als sehr hoch.

Zum anderen stand der Mojang-Gründer Markus "Notch" Persson großen Unternehmen wie Microsoft sehr kritisch gegenüber – so lehnte er es beispielsweise ab, eine Version von Minecraft für die virtuelle Brille Oculus Rift zu entwickeln, nachdem die Firma von Facebook übernommen wurde. Persson soll für die Phase des Übergangs bei Mojang bleiben, wird die Firma aber nach der Übernahme durch Microsoft voraussichtlich verlassen.


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