Mirage Solo: Diese VR-Brille von Google und Lenovo braucht kein Smartphone

Die Mirage Solo von Google und Lenovo kommt ohne Smartphone aus.
Die Mirage Solo von Google und Lenovo kommt ohne Smartphone aus.(© 2018 Lenovo)

Für das richtige Virtual-Reality-Erlebnis braucht es zur Brille eigentlich auch ein Zuspielgerät in Form eines Smartphones, einer Konsole oder eines leistungsstarken PCs. Die Mirage Solo von Google und Lenovo funktioniert dagegen komplett selbstständig.

In Sachen Virtual Reality (VR) mit dem Smartphone kann man Google ohne schlechtes Gewissen als Vorreiter bezeichnen. Mit der ersten Cardboard hat es das Unternehmen schließlich geschafft, Nutzer einfach und günstig in virtuelle Welten abtauchen zu lassen. Mit der Daydream View, die 2017 in einer leicht verbesserten Form auf den Markt kam, hat man das Erlebnis weiter verbessert. Das Motto: Klappe auf, Smartphone rein. Los geht's.

Die Mirage kann es Solo

Das hat aber nicht immer nur Vorteile. So wurde das Smartphone je nach Anwendung schnell sehr heiß. Dazu kommt: Wer auf ein gutes Erlebnis aus ist, braucht ein Gerät mit hochauflösendem Display. Mit der neuen Mirage Solo, die Lenovo und Google auf der CES vorgestellt haben, gibt es diese Probleme nicht mehr. Denn die VR-Brille funktioniert komplett eigenständig. Das schont nicht nur das Smartphone, sondern hat auch noch andere Vorteile.

Denn obwohl solche Smartphone-Brillen das Telefon eigentlich recht gut und sicher verstauen: Frei bewegen will man sich mit so einem Headset als Träger nicht. Schließlich sieht man ja nur den Inhalt des Bildschirms und nicht die Umgebung. Diesem Problem nimmt sich Google mit einer Technologie an, die das Unternehmen WorldSense nennt. Darüber kann das Headset euren Aufenthalt in einem Raum genau lokalisieren. Anders als bei anderen Brillen sind dafür keine externen Sensoren nötig.

Zugriff auf Daydream und Kamera für eigene Bilder

Damit die Inhalte richtig dargestellt werden, verbaut Lenovo ein Display mit hoher Auflösung und weiten Blickwinkeln. Im Inneren soll eine Ausstattung, die eines Spitzen-Smartphones würdig ist, für zügige Berechnung der Inhalte sorgen. Die kamen wie bei Daydream-fähigen Smartphones auch aus Googles speziellem Play Store für Virtual-Reality-Inhalte. Aktuell stehen rund 250 Apps und Spiele zum Download bereit.

Darunter unter anderem VR-Versionen von YouTube und Netflix. Zum Start verspricht Google mit "Blade Runner: Revelations" ein komplett neues Spiel. Außerdem arbeite man natürlich mit Entwicklern an weiteren Anwendungen. Steuern könnt ihr das Geschehen mit einem mitgelieferten Controller, der schon bei den ersten Versionen der Daydream View einen sehr guten Eindruck in der Redaktion hinterlassen hat.

Eigenes Material könnt ihr darüber hinaus mit der optional erhältlichen Kamera Horizon VR180 von YI aufnehmen. Mit ihr knipst ihr 360-Grad-Bilder oder entsprechende Videos in 4K-Auflösung. Später soll die Horizon VR180 auch Live-Streaming unterstützen. Sowohl die Mirage Solo als auch die Kamera sollen im Frühjahr auf den Markt kommen. Einen Preis für die beiden Produkte nannte Google bisher nicht. Übrigens: Facebook verfolgt mit der von Xiaomi gebauten Oculus Go einen ähnlichen Ansatz. Auch diese Brille lässt sich ohne Smartphone nutzen.

Die Mirage Solo neben der Horizon VR180.(© 2018 Lenovo)

Weitere Artikel zum Thema
Warten auf das Honor 20 Pro: Android-Sperre bremst Release
Christoph Lübben
Das Honor 30 Pro hat einen Super-Zoom – und erscheint womöglich super spät
Das Honor 20 Pro wird nicht pünktlich sein: Die fehlende Android-Lizenz von Huawei könnte das Top-Modell deutlich später erscheinen lassen.
Hat Huawei eine Alter­na­tive zum Google Play Store gefun­den?
Christoph Lübben
Weg damit !10Auf bereits erhältlichen Geräten wie dem Huawei P Smart (2019) ist der Google Play Store noch vorhanden
Sollte Huawei auch weiterhin keine Android-Lizenz mehr besitzen, braucht es eine Alternative zum Google Play Store: Diese könnte "Aptoide" heißen.
Smart Glas­ses: Sind Augmen­ted-Reality-Bril­len endlich alltags­taug­lich?
Benjamin Kratsch
SmartGlasses1
Der Hype um Google Glasses war schnell wieder vorbei. Doch mit dieser Art von Smart Glasses könnten Augmented-Reality-Brillen zum Trend werden.