Mobile Payment - Bezahlen mit dem Smartphone

Bereits Ende Juni dieses Jahres war klar: BASE und die Targobank kooperieren, um den Mobile Payment Markt in Deutschland zusammen zu erschließen. In dieser Woche startete das Projekt nun. Grund genug, um einen Blick auf die Möglichkeiten zu werfen, wie man mit dem Smartphone Transaktionen tätigen, also unterwegs bezahlen kann.

Wozu braucht man Mobile Payment?

Wäre es nicht wunderbar morgens auf dem Weg zur Arbeit den Kaffee bezahlen zu können, ohne nach Kleingeld im Portemonnaie fischen zu müssen? Oder mal eben die Tankfüllung zu bezahlen, auch wenn das Geld noch im Auto liegt? Gerade für kleinere Beträge bietet sich die schnellere Bezahlweise an – man wird nicht mehr hören: „Hätten sie vielleicht noch 73 Cent einzeln?“, um daraufhin das Kleingeldfach auf dem Warenband ausleeren zu müssen. Das Smartphone hat man ja sowieso in der Tasche griffbereit. Warum also nicht auch mit ihm bezahlen?

NFC - Near Field Communication

Vor allem für mobiles Bezahlen scheint die Technologie NFC (Near Field Communication) nützlich zu sein. Neueste Smartphones haben die NFC-Technik bereits integriert, ältere Modelle können mit Hilfe eines Chips, den man auf die Rückseite des Smartphones klebt, aufgerüstet werden.
Der Datenaustausch funktioniert so: Man hält das Smartphone in die Nähe (ca. 4cm oder näher) des NFC-Transponders und sofort erkennt das Telefon die gesendeten Informationen und reagiert entsprechend: Beim mobilen Bezahlen übermittelt der NFC-Chip, nachdem er den Transponder erkannt hat, die Daten des Kunden an das Empfängergerät des Händlers. Und schon ist der Bezahlvorgang beendet. Grundsätzlich soll jeder Betrag mit diesem Verfahren beglichen werden können, ab einem Betrag von 25€ wird aber aus Sicherheitsgründen die Eingabe einer PIN notwendig, so jedenfalls beim System von BASE und der Targobank, andere NFC-Paymentsysteme werden eine ähnliche Funktion haben. Eine weitere Idee ist, das NFC gebundene Mobile-Payment-Verfahren nicht an ein Kreditkartenkonto einer bestimmten Bank zu knüpfen, sondern die mobile Payment-Ausgaben per Telefonrechung zu begleichen. Ein europäischer Telkommunikationskonzern möchte dies noch 2012 in Deutschland realisieren.

Ist Mobile Payment über NFC sicher?

Das Mobile Payment erscheint so sicher wie das Bezahlen per Kreditkarte. Verliert man sein Smartphone, kann der Finder höchstens über kleine Beträge ohne PIN-Eingabe verfügen. Davon allerdings so viele wie er mag - oder der Akku des Telefons zulässt. Es empfiehlt sich daher das Smartphone zusätzlich vor einem fremden Zugriff zu sichern. Das zum Chip referenzierende Konto kann aber, genau so wie ein jedes andere Konto auch, schnell gesperrt werden. Wie die Sicherheitsmaßnahmen bei einem Zahlsystem via Telefonrechnung sind, ist momentan noch offen. Die Targobank bietet ihren Kunden darüber hinaus einen SMS-Service, der direkt nach dem Kauf über die entsprechende Kontobewegung informiert. Man hat also stets die volle Kontrolle und den Überblick über die Ausgaben.

Mobile Payment ohne NFC?

Starbucks wird im Oktober ein Mobile-Payment-System einführen, das ganz ohne NFC auskommt: Man zahlt mithilfe der Starbucks-App und Barcode Scanner. Dafür registriert man sich im Internet und kann dann bequem und schnell im nächsten Starbucks zahlen.

Eine ähnliche Lösung, ein Bezahlen per App bietet auch Paypal, beispielsweise mit ihrer Kooperation mit myTaxi. Mit der myTaxi-App kann man nicht nur ein Taxi rufen, sondern es per Paypal-Konto auch gleich bezahlen.

Ein Paypal-Konto ist auch Voraussetzung für bargeldloses Geldleihen oder Schenken per Bump. Die auf GPS-Technik basierende App ist sicher bekannt vom einfachen Tauschen von Kontaktinformationen - so einfach kann man jetzt auch Geld transferieren - mit Bump Pay. Einer fordert einen Betrag an, der andere gibt ihn frei - ganz einfach. Das Bumpen überwindet sogar die Grenze zwischen den Betriebssystemen iOS und Android.

Mobile Payment ohne NFC hat den Vorteil, dass man oft ohne eigenes Kreditkartenkonto sehr einfach zahlen kann, aber es sind in Deutschland bisher nur Insellösungen vorhanden, die dazu führen, dass man sich, wenn man einen bargeldloseren Alltag wollte, auf eine Vielzahl von Apps einlassen müsste.

Am Ende bleibt leider nur abzuwarten, ob sich der prognostizierte Erfolg des Mobile Payments auch einstellen wird. Die Zahl der Läden und Unternehmen, die NFC-Bezahlsysteme einführen, steigt jedenfalls, die Zahl der NFC-unabhängigen Bezahlapps aber auch.

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