moovel - integrierte Mobilität in der Großstadt

Sich in einer Großstadt wie Berlin von A nach B zu bewegen, kann eine echte Herausforderung sein. Neue Mobilitätskonzepte drängen vermehrt auf den Markt und bieten diverse und innovative Möglichkeiten an. Der Ruf nach einer smarten Integration der verschiedenen Systeme wird da immer lauter. Das Thema Carsharing hatten wir Euch in einem vergangenen Artikel bereits vorgestellt, nun möchten wir Euch die App moovel vorstellen. Sie soll nach eigenen Angaben die beste Art sein, um in einer Großstadt von A nach B zu kommen.

moovel - was ist das?

moovel ist ein Projekt der Daimler AG und wurde anfangs in Stuttgart getestet. Nun ist moovel auch in Berlin verfügbar und soll sich im Großstadtdschungel von Berlin bewähren. Ich bin in Berlin groß geworden und nutze täglich die frei verfügbaren Angebote von S-Bahn, U-Bahn, Tram und manchmal den Bus, um durch die Stadt zu fahren. Ein Auto habe ich nicht, sehr wohl nutze ich jedoch Carsharing-Angebote von DriveNow oder Car2Go, um z.B. abends auf eine Party zu kommen oder einen Großeinkauf zu erledigen. Im Sommer war das Fahrrad auch schon oft eine große Hilfe, den überfüllten Straßen und Zügen eine Nasenlänge voraus zu sein.

Umso gespannter war ich, als ich von der neuen Möglichkeit erfuhr, die mir moovel bieten soll. "Endlich entspannt durch die Stadt kommen, ohne drei Mal umsteigen zu müssen." Wer jetzt denkt, ich solle einfach immer Carsharing-Angebote nutzen, der irrt gewaltig. Sich in Berlin zwischen 15 Uhr und 18 Uhr mit einem Auto auf die Straße zu trauen, bedarf schon viel Mut. Stau immer und überall.

moovel - wie funktioniert das?

moovel nutzt die Daten und Informationen anderer Mobilitätsanbieter (Carsharing, ÖPNV, Fahrradverleih, etc.) und integriert diese in den Verlauf der Route, die vorab vom Nutzer gewählt wurde. Die App von moovel ist als Web-App und iPhone-App verfügbar. Zuerst einmal muss man sich dazu mit Email-Adresse, Benutzername und einem Passwort anmelden.

Dies geschafft, kann der App gesagt werden, wo man sich befindet und wo man hinfahren möchte. Uhrzeit und Datum der Ankunft oder Abfahrt können nach Belieben gewählt werden. Danach sucht moovel die beste und schnellste Verbindung und bietet dabei dem Nutzer die öffentlichen Verkehrsmittel wie U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus an.

Darüber hinaus werden Angebote von Taxiunternehmen, Mitfahrgelegenheit.de und Car2Go integriert. Alle Verbindungen werden nacheinander auf einem Zeitstrahl mit Preis und Dauer aufgelistet, das kenne ich auch aus der Fahrinfo-App, die für Verbindungen der ÖPNVs in Berlin benutzt werden kann und sehr gut funktioniert. Um Angebote direkt in der App wahrnehmen zu können, muss ich jedoch meine Konten von Car2Go und Mitfahrgelegenheit.de mit der App von moovel verknüpfen, so kann ich auch Fahrten selbst anbieten oder einfach nur in der App selbst durchführen, ohne dafür in andere Apps wechseln zu müssen.

Bis hier her ist die Idee und die Umsetzung wirklich smart und gut durchdacht. Die App ist sehr übersichtlich und lässt sich wunderbar bedienen. Es gibt einen intelligenten und gut einzusehenden Verlauf vergangener Fahrten, eine Augmented-Reality-Suche, die mit Hilfe der Kamera und GPS in der Umgebung befindliche Angebote anzeigt. In Stuttgart kann der Nutzer sogar direkt Tickets für das ÖPNV kaufen, Berlin wird wohl folgen.

Nur stellt sich leider bei meinen Tests in Berlin kein befriedigendes Gefühl bei der Nutzung von moovel ein. 15 von 15 Anfragen, um von A nach B zu kommen, waren stets reine Angebote mit dem ÖPNV. Ich vermisse irgendwie die intelligente Verzahnung und Verknüpfung von Möglichkeiten, um zum Ziel zu kommen. Für Besucher, die die Stadt nicht kennen, ist die übersichtliche Darstellung wirklich hilfreich und mitunter besser gelöst, als bei der offiziellen Fahrinfo-App von Berlin.

Ein weiteres Manko ist die zuweilen geringe Integration von anderen Carsharing-Anbietern wie Fahrrad-Verleihstationen wie von der Deutschen Bahn oder andere Möglichkeiten, um das Angebot vielfältiger zu gestalten.

Fazit

Ich persönliche finde die Idee großartig und denke, dass die App viel Potential haben kann, nur derzeit noch zu starr und unausgereift daher kommt. Auch ist moovel sicherlich kein klassisches Start-Up, um als Ziel Reichweite zu haben, sondern vielmehr den Nutzer an das Carsharing-Modell von Car2Go heranzuführen oder die vorhandenen Kunden zu binden. Ein offenes System, das sich mit jedem anderem Dienst elegant verknüpfen lässt, wäre wohl aus Sicht der Kunden wünschenswert. Die Hoffnung ist definitiv da. Lange Zeit gab es auch kein gemeinsames System, das die verschiedenen Angebote des ÖPNVs übersichtlich zusammenführt und in einer App ausweist. Bus, Bahn und Tram harmonieren doch auch wunderbar. Nun muss nur noch das Auto und das Fahrrad dahingehend clever integriert werden.