Moto 360: Die Uhr neu erfinden – und Motorola selbst

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Die Smartwatch als Schmuckstück? Motorola versucht, sein Moto 360 so zu positionieren
Die Smartwatch als Schmuckstück? Motorola versucht, sein Moto 360 so zu positionieren(© 2014 Motorola)

Die Pläne reichen in den Spätsommer 2012 zurück: Rund eineinhalb Jahre entwickelte Motorola unter Leitung von Designchef von Jim Wicks an seiner ersten Smartwatch, die gestern in einem Konzeptvideo vorgestellt wurde. Der Versuch, Apples Erfolgskonzept Design First zu kopieren, ist offenkundig. Aber kann dem alternden Techpionier ausgerechnet mit einer anachronistisch anmutenden Smartwatch das Comeback gelingen?

Nach dem PR-Video ist vor der PR-Tour. Motorola-Haudegen Jim Wicks kennt das Geschäft und bedient Medien entsprechend großzügig mit Hintergrundgeschichten zur Entstehung des neuen Smartwatch-Schmuckstücks: 18 Monate arbeite Motorolas Entwicklerteam bereits an der Moto 360, verriet Wicks nun The Verge. Die Moto 360 habe dabei am Ende von der Entwicklung der Vorgängerprojekte profitiert – dem Fitness-Tracker MotoACTV und der Sprachsteuerung Touchless Control System des Moto X.

Man habe zunächst an einem ähnlich futuristischen Design gearbeitet wie die Konkurrenz, sei aber nie wirklich zufrieden gewesen, gibt Wicks zu – dann habe man sich entschlossen, einen Schritt zurückzugehen und sich mit den historischen Vorbildern zu messen: den klassischen Uhrenherstellern. „Die 360 ist nicht nur für Nerds oder Early Adopters. Sie ist für alle, es ist eine Uhr!“ erklärt Wicks.

„Wir haben versucht, alles auf die reinste Form zu reduzieren, um es so ikonisch wie möglich aussehen zu lassen“

Aber kann sich der defizitäre Smartphone-Hersteller Motorola nun als digitaler Uhrenhersteller neu erfinden? Der Ansatz ist zumindest Erfolg versprechend: Die Uhrenbranche wirft notorisch hohe Gewinnmargen von 50 Prozent und mehr ab. Entsprechend dürfte Motorola versuchen, die Moto 360, über deren Preis noch nichts bekannt ist, als Premiumprodukt am Markt zu positionieren. 

Und das in bester Apple-Manier: „Wir haben versucht, alles auf die reinste Form zu reduzieren, um es so ikonisch wie möglich aussehen zu lassen“, spricht Jim Wicks fast wörtlich wie Apples Designchef Jony Ive. Die Distanz zu Apples Designschule versucht Wicks dann doch noch zu betonen: Man sei aber nicht so weit gegangenen, die Moto 360 zu einer „Dieter Rams-ähnlichen supervereinfachten Sache zu machen.“

Wie auch immer – mit dem Design kann Motorola punkten. Die Moto 360 kommt der Idee einer ansehnlichen Smartwatch, die man zum Dinner genauso gut tragen kann wie zum Joggen, bislang am nächsten. Doch reicht das? Bisher punktet Motorola mit ein paar Konzept-Bildern und einem 100 Sekunden langen Video. Die Schlacht um das Handgelenk wird indes über die Funktionalitäten entschieden. Hier bleibt die Moto 360 wie so viele Smartwatches zunächst weiter ein reines Spekulationsobjekt…


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