Motorola RAZR i - Erste Eindrücke zum Smartphone mit Intel inside!

Das Motorola RAZR i ist seit wenigen Tagen nun in Deutschland verfügbar, damit ist das neueste Gerät aus Motorolas RAZR-Reihe, nur wenige Wochen nach der offiziellen Vorstellung vom 18. September, bereits erhältlich. Das besondere am Gerät ist, neben der kompakten bauweise mit dem 4,3 Zoll Display, der 2.0 GHz Intel Prozessor der das Smartphone antreibt. Der verbaute Intel Prozessor soll besonders stromsparend sein und in Verbindung mit dem üppig dimensionierten Akku eine sehr gute Performance ermöglichen. Wie sich das Gerät nach nunmehr drei Tagen Nutzung schlägt, möchte ich wie üblich kurz hier berichten.

Technische Daten

Nachfolgend eine kurze Auflistung der wichtigsten Funktionen und Ausstattungsmerkmale die das Motorola RAZR i zu bieten hat. Eine vollständige Liste der technischen Daten findet sich am Ende des Artikels (über den Motorola Link).

  • Gehäuse: 122.5 x 60.9 x 8.3 mm
  • Quad-band GSM und 3G Support
  • 21 MBit/s HSDPA und 5.76 MBit/s HSUPA
  • 4.3" Super AMOLED Advanced (960 x 540 Pixel), Gorilla Glass
  • Kevlar Gehäuseteile, spritzwasserfestes Gehäuse
  • Rahmenloses Display Design
  • Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich
  • 2 GHz Atom CPU, PowerVR SGX540 GPU, Intel Medfield Chipsatz
  • 1 GB RAM und 8GB Speicher + microSD Kartenslot
  • 8-0 Megapixel Autofocus Kamera mit LED Blitz, 1080p Video-Aufnahme
  • 0.3 Megapixel Frontkamera
  • Wi-Fi b/g/n und DLNA
  • NFC Verbindung mit Android Beam
  • GPS, A-GPS
  • Standard 3.5 mm Audio Anschluss
  • microUSB Anschluss und Stereo Bluetooth v2.1
  • 2000mAh starke Batterie
  • Office Dokumente Editor

Lieferumfang

Zum Lieferumfang des Motorola gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Vom Inhalt her ist quasi ein "Standard-Lieferumfang" vorhanden, so gibt es neben dem Smartphone selbst ein Ladekabel, Headset und Ladekabel für die heimsche Steckdose.

  • Motorola RAZR i
  • Netzadapter
  • micro-USB-Datenkabel
  • Stereo-Headset
  • SIM-Adapter (für das sichere Einsetzen der microSIM)
  • Kurzanleitung

Wie man anhand der genannten Daten erahnen kann, braucht man auch beim Motorola RAZR i eine microSIM zum Betrieb.

Gehäuse und Verarbeitung

Das Motorola RAZR i kommt trotz des großen 4,3 Zoll Displays und 2000 mAh starken Akkus mit einem angenehm flachen und kompaktem Gehäuse, genauer mit Abmessungen von 122.5 x 60.9 x 8.3, daher. Das Gewicht des Gerätes ist mit 126 Gramm für ein Gerät dieser Größe als sehr handlich und angenehm zu bezeichnen; bei der gebotenen Ausstattung geht das Gewicht und die Größe meines Erachtens nach vollkommen ok.

Die Gehäuseoptik mit dem größtenteils schwarzen Aluminumgehäuse und Kevlar kann man als sehr schlicht und zurückhaltend bezeichnen. Egal, ob man die schwarze Front- oder die grau gemusterte Kevlar-Rückseite des Motorola RAZR i nimmt, beide sind sehr stabil und sauber verarbeitet. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, dem Gehäuse lässt sich dank des fest verbauten Akku und der damit einhergehenden, fest verschraubten Rückwand, kein Knacken oder Knarzen entlocken. Das ganze Gehäuse wirkt insgesamt sehr stabil und hochwertig.

Display

Das Display des Motorola RAZR i ist mit 4,3 Zoll wirklich erstaunlich groß geraten, zumindest wenn man berücksichtigt, dass das Gerät von den Abmessungen ähnlich kompakt wie Apples iPhone 4 ist. Das Display reicht vor allem an den Seitenrändern bis auf wenige Millimeter an den Gehäuserand heran, und füllt damit fast die komplette Gerätefront aus. Die Farbwiedergabe ist extrem kräftig und kontrastreich, auch die Helligkeit ist mehr als ausreichend. Um das schöne Display vor Kratzern zu schützen wurde das sogenannte Gorilla Glas der Firma Corning verbaut, das die gröbsten Kratzer abhalten dürfte.

Einen Nachteil hat das mit 540x960 Pixeln auflösenden Display allerdings: Es verwendet eine sogenannte PenTile-Matrix Anordnung der Pixel. Damit ist es gerade bei der Wiedergabe von feinen Texten nicht so scharf wie andere Displaytypen mit ähnlicher Pixeldichte. Bei genauer Betrachtung kann man je nach Menüpunkt sogar die einzelnen Pixel bzw. Subpixel ausmachen, dies fällt aber wirklich nur dann ins Gewicht wenn man das Gerät sehr nah vors Auge hält.

Desktops und Widgets

Das Android Betriebssystem (Version Android 4.0.4 - Ice Cream Sandwich) kommt mit einem mittlerweile bewährten Bedienkonzept daher. Das Gerät bietet mehrere durchschaltbare Desktops (auch Homescreens genannt), die mit Shortcuts, Ordnern oder Widgets belegt werden können. Zwischen den Desktops blättert man einfach per Fingerstreich hin und her; im oberen Bereich wird dabei ein Indikator eingeblendet, der anzeigt, auf welcher der Seiten man sich gerade befindet. Praktisch sind die vordefinierten Desktops, mit diesen Vorlagen kann man verschiedene Bildschirme bereits mit Shortcuts und Widgets vorbelegen lassen, u.a. aus den Bereichen Entertainment, Office oder Social Networking.

Oberhalb des jeweiligen Desktops gibt es eine aufrufbare Statusleiste, unterhalb des Desktops die Android Steuertasten. Das Hauptmenü beherbergt alle installierten Programme und auch Widgets. Möchte man ein Programm auf dem Desktop platzieren, so reicht es, dieses Icon auf den Desktop zu ziehen und loszulassen. Wer mag, kann die einzelnen Programme auf dem Desktop in umbenennbare Unterordner platzieren.

Was die einzelnen vorinstallierten Widgets angeht, so gibt es z.B. folgende Möglichkeiten: Analoguhr, Kalender, Bilderrahmen, E-Mail, Musiksteuerung, ein Google-Suchfeld, und vieles mehr stehen zur Auswahl. Weitere Widgets stehen problemlos über den Play-Store zum Download bereit.

Konnektivität

Was die einzelnen Verbindungsmöglichkeiten angeht, so ist das Motorola RAZR i mit den meisten aktuellen Standards vertraut. Bluetooth, WLAN, EDGE, UMTS, HSUPA und HSDPA stellen das Grundgerüst dar. Die HSDPA-Geschwindigkeit reicht mit maximal 21,6 MBit/s für ein schnelles mobiles Surfen mehr als aus. Das fehlen von LTE ist zu verschmerzen, da der LTE Ausbau in Deutschland ja bisher noch nicht sonderlich weit fortgeschritten ist, muss HSPA+ erstmal einige Zeit genügen. Im WLAN-Sektor wird übrigens auch DLNA unterstützt (sowohl der Client- also auch Servermodus), so lassen sich Bilder, Musik und Videos mit anderen Geräten teilen. Es surft sich dank dieser Funkstandards sehr zügig und passabel. Alles andere wäre aber auch verwunderlich gewesen, ist das Motorola RAZR i als Smartphone doch genau darauf ausgelegt.

Das Gerät kann dank beiliegendem micro-USB-Kabel problemlos als Wechseldatenträger genutzt werden; man erlangt so problemlos Zugriff auf die im Gerätespeicher (bzw. Speicherkarte) liegenden Bilder, Videos und Dokumente. Alternativen im Netz gibt es natürlich in Form bekannter Cloud-Lösungen wie Box.net, Dropbox oder Google Drive. So finden die Dateien dann über das Internet ihren Weg auf den eigenen Computer oder andere mobile Geräte; Kontakte werden genauso über Google Kontakte synchronisiert und finden so Ihren Weg in die Cloud

Kamera

Das Motorola RAZR i hat eine 8 Megapixel Kamera (maximal 3264x2448 Pixel) an Bord, die über eine eigene Kamerataste am Gehäuserand gestartet werden kann. Einmal auf die Kamerataste gedrückt und schon kann man Fotos schießen, die Kamerafunktion ist wie von Motorola beworben in weniger als einer Sekunde gestartet. Schnelle Bewegungen lassen sich so gut einfangen, wer mag kann zusätzlich per Serienbildmodus bis zu 10 Fotos pro Sekunde einfangen. Die Kamera bzw. das Kameramenü bietet eine Menge weiterer Einstellmöglichkeiten, wie diverse Szenenmodi, Belichtungseinstellungen und Aufnahmemodi (Single Shot, Multi-Shot (4 Megapixel Bilder), Panorama und Selbstauslöser). Bilder lassen sich übrigens auch geotaggen, d.h. die Koordinaten werden in den Bilddaten gespeichert, so weiß man hinterher immer wo man das Bild genau geknipst hat.

Was mir bisher nicht so gut gefallen hat, ist die Bildqualität der 8-Megapixel-Kamera. Die Bilder sehen insgesamt eher verwaschen und farblos aus. Des Weiteren fehlt es an Details und Schärfe in den Bildern. Ich weiß nicht, ob es an den getesteten Einstellungen lag, aber ich habe definitiv bessere 8-Megapixel-Kameras im Smartphone Sektor gesehen.

Neben der Hauptkamera bietet das Motorola RAZR i auch eine sekundäre Frontkamera zur Videotelefonie. Für den Anwendungsfall der Videotelefonie reicht die 0,3 Megapixel Auflösung dieser kleinen Frontlinse locker aus.

Weitere Funktionen

Dank der Guide Me-App kann man die Bedienungsanleitung getrost in der Verpackung lassen, denn auf dem RAZR i ist eine interaktive Anleitung für viele der Funktionen bereits vorinstalliert. Eine Weitere Funktion ist per Fingerstreich auf dem Homescreen aufzurufen, so gelannt man zu den Schnelleinstellungen - der direkte Zugriff auf Einstellungen, die man am häufigsten ändert.

Die Akkulaufzeit des Motorola RAZR i lässt sich dank der Energiesparfunktion der vorinstallierten SMARTACTIONS App weiter optimieren und verlängern. Etwa durch Aktivierung einer Regel, die Einstellungen so anpasst, dass Strom gespart wird, wenn man das Handy nicht aktiv nutzt.

Kontakte, Links, Karten, Apps und vieles mehr kann man jetzt durch einfaches Antippen mit anderen teilen. Die NFC-Technologie (Near Field Communication) von Android Beam macht's möglich: das Motorola RAZR i wird an ein Android Beam kompatibles Smartphone gehalten, und schon werden die gewünschten Dateien zwischen beiden Geräten übertragen. Noch in den Kinderschuhen steckt die Bezahlung per NFC, bisher unterstützen erst wenige Unternehmen (z.B. DB Touch & Travel) diese Bezahlmethode.

Benchmarks und Geschwindigkeit

Das Motorola RAZR i kommt als erstes Smartphone in Deutschland mit einem Intel-Einkern-Prozessor daher. Der Intel Atom Z2460 Prozessor basiert auf der Medfield Plattform und wird von einem PowerVR SGX 540 GPU unterstützt. Standardmäßig arbeitet das Gerät im 1.3 GHz Takt, dies kann jedoch je nach Bedarf auf bis zu 2.0 GHz erhöht werden. Trotz des hohen Prozessortaktes ist der Prozessor extrem sparsam was den Stromverbrauch angeht. In meinem Test hat der Akku wirklich verhältnismäßig lange durchgehalten bevor es wieder an das Ladegerät wandern musste.

Auch was die Gesamtperformance angeht, schlägt sich die Intel CPU ganz gut. Klar kann sie in Quadrant (4361 Punkte) oder anderen CPU Benchmarks nicht mit den aktuellen Dual- oder Quadcore-Highend-Prozessoren mithalten, doch reicht die Leistung locker, um das Gerät flüssig laufen zu lassen. Egal ob man Videos abspielt, im Internet surft oder grafisch aufwändigere Spiele nutzt, das Gerät leistet sich keine Ruckler oder Verzögerungen. Hier zeigt sich: Mehrere Prozessorkerne sind nicht immer nötig, um eine flüssige Bedienung zu ermöglichen.

Fazit

Motorola hat mit dem RAZR i ein wirklich erstklassig verarbeitetes, kompaktes Smartphone auf den Markt gebracht. Trotz der extrem handlichen Bauweise hat man es geschafft ein 4,3 Zoll großes Display und einen leistungsstarken Akku unterzubringen. Das Smartphone ist einfach zu bedienen und auch die Hilfefunktionen sind sinnvoll umgesetzt, sodass selbst Neueinsteiger sehr schnell mit dem Gerät zurecht kommen sollten.

Was mir leider nicht so gut gefallen hat, ist die 8.0-Megapixel-Kamera, die recht durchschnittliche Bilder abliefert. Die Einstellmöglichkeiten und auch die Startzeiten der Kamera sind sehr gut, doch was nützt es wenn das Endergebnis eher enttäuscht. Auch das Display hat seine Licht- und Schattenseiten - es ist einerseits sehr leuchtstark, und bietet dank AMOLED-Technologie ordentliche Farben, doch stört die oben bereits erwähnte PenTile-Matrix das Gesamtbild, da vor allem feine Schriften nicht sonderlich scharf dargestellt werden.

Gut sieht es wiederum im Bereich der Akkulaufzeit aus. Der brandneu Intel Prozessor scheint gut mit dem Android-Betriebssystem und dem starken Akku zu harmonieren. So waren bereits beim zweiten Ladevorgang gut zwei Tage Laufzeit möglich, und das obwohl ich wirklich viel ausprobiert habe. Für den Preis von rund 400€ bekommt man mit dem Motorola RAZR i ein insgesamt gutes Smartphone der oberen Mittelklasse, das sich technisch durchaus sehen lassen kann.

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