Mozilla: Das Ende von Thunderbird?

Mozilla hat bekannt gegeben, dass der E-Mail-Client Thunderbird zukünftig nicht weiterentwickelt wird. Eigentlich war die Stellungnahme und Bekanntgabe dieser Tatsache erst für Montag, den 09. Juli 2012 geplant, allerdings gelangte schon im Vorfeld ein entsprechendes Dokument an die Öffentlichkeit. So äußerte sich Mozilla-Chefin Mitchell Baker über ihren Blog bereits vergangenen Freitag zu dem Thema.

Weiterhin Sicherheitsupdates

Mozilla Thunderbird soll weiterhin mit Patches und Sicherheits-Updates versorgt werden. Die Entwicklung neuer Features und Funktionen wird jedoch eingestellt. Als Grund dafür nannte Mitchell Baker, dass den meisten Nutzern die grundlegenden Funktionen von Thunderbird ausreichen. Außerdem werde die webbasierte Kommunikation immer wichtiger. Mozilla sei es nicht gelungen, Thunderbird als hoch innovatives Angebot zu platzieren, das dem modernen Nachrichtenaustausch über das Internet neue Impulse verleiht.

Doch auch wenn in den Medien jetzt oft die Rede vom „Ende von Thunderbird“ ist – ganz so drastisch ist es wohl doch noch nicht. Mozilla setzt die Priorität für den E-Mail-Client auf Sicherheit und Stabilität. Was man in diesem Bereich bisher erreicht hat, ist ja schon gut, und darauf soll auch weiterhin der Fokus liegen. Neue Funktionen bleiben aus, neue Sicherheits-Updates und Bugfixes jedoch nicht. Bei Mozilla ist man sich durchaus bewusst, dass viele Nutzer Thunderbird als die für sie optimale Lösung bevorzugen. Doch in den meisten Fällen werden eben nur die Basis-Funktionen genutzt, und die sind bei Thunderbird eben schon vorhanden.

Thunderbird wird von vielen Nutzern wegen seiner einfachen und übersichtlichen Bedienung geschätzt.

Aufruf an die Community

Allerdings ruft Mitchell Baker die Community auch ganz deutlich dazu auf, weiterhin neue Funktionen für Thunderbird zu entwickeln. Mozilla stellt ein Team bereit, das sich um die Sicherheits-Updates und um Patches kümmert, den Rest darf die Community erledigen. Das mag zwar nach einer reichlich billigen Lösung für Mozilla klingen, ist aber immer noch besser, als den E-Mail-Client komplett einzustellen oder sich selbst zu überlassen.

Für die ESR-Version (Extended Support Release) ändert sich zunächst einmal gar nichts. Weiterhin gibt es alle sechs Wochen neue Updates mit Fehlerkorrekturen. Neue Features wird es erst am 20. November 2012 wieder geben, dann soll die ESR-Version von Mozilla Thunderbird all die Funktionen bekommen, die auch die „normale“ Thunderbird-Version hat.