Mozilla Firefox: Release Zyklen länger oder kürzer?

Ziemlich zackig geht es zu bei Mozilla was die Weiterentwicklung des Browsers Firefox angeht. Seit März 2011 werden mit jeweils sechs Wochen Abstand neue Versionen des Browsers veröffentlicht. Mozilla orientiert sich damit in Richtung Google. Der Internetriese veröffentlicht für seinen Browser Google Chrome seit Sommer 2010 auch alle sechs bis sieben Wochen eine neue Hauptversion.

In einer Mailingliste hat nun Mozilla-Mitarbeiter Josh Aas vorgeschlagen, den Release Zyklus des Firefox noch weiter zu verkürzen. So sollen Fehler schneller behoben werden und die Nutzer auch schneller an neue Features und (Sicherheits-) Updates kommen.

Die Reaktionen in der Mailingliste auf Josh Aas‘ Vorschlag sind geteilter Meinung. Während manche der Meinung sind, die Verkürzung werde irgendwann von selbst kommen, sind andere um die Qualität besorgt und wieder andere verwiesen auf die Tatsache, dass die Nutzer von den verkürzten Release Zyklen, die es seit ungefähr einem halben Jahr gibt, noch nicht überzeugt sind. Auch Entwickler von Add-Ons stehen dem Vorschlag der schnelleren Release Zyklen eher skeptisch gegenüber.

Besonders kritisiert wurde der schnellere Release Zyklus vor allem auch von Firmen und Behörden. Denn sie brauchen in der Regel mehr Zeit, um neue Versionen zu prüfen und zu zertifizieren. Mozilla plant daher speziell für den Einsatz in Unternehmen sogenannte Extended Support Releases (ESR). Diese verschaffen den Firmen mehr Zeit, um neue Versionen von Firefox einzuführen und sie zu zertifizieren. Dennoch werden die Sicherheitsrisiken, die veraltete Browser-Versionen mit sich bringen, minimiert.

Ein ESR wird 42 Wochen lang mit Sicherheitsupdates versorgt und die Unternehmen erhalten in dieser Zeit technischen Support dafür. Nur alle 30 Wochen soll eine ESR-Version von Firefox neue Funktionen erhalten. Nach Veröffentlichung einer neuen Version bleiben den Firmen dann immerhin zwölf Wochen, um auf die neue Version umzusteigen.

Am schnelleren Release Zyklus will man aber zukünftig festhalten. Denn bei Mozilla befürchtet man, dass vor allem unter den technikaffinen Nutzern Googles Browser Chrome dem Firefox sonst den Rang ablaufen könnte.

 

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