Multiroom-Musik für alle: vom Mini-Lautsprecher bis zur Hausanlage

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Sonos Play:1
Sonos Play:1(© 2016 Sonos)

Egal woher die Musik streamt und egal in welchem Raum sie spielen soll: Mit Multiroom-Anlagen lässt sich die ganze Musik übers Smartphone komfortabel steuern. Wir zeigen Multiroom-Lautsprecher von Sonos bis Ultimate Ears.

Heute hat nicht nur jeder eine Telefon-Flatrate, auch beim Musikhören ist unbegrenztes Streaming mit Millionen Songs bei Spotify, Apple Music, Deezer, Amazon Prime Music, Google Play Music und anderen Diensten Standard. Dazu gesellen sich weitere Quellen wie Tausende Internet-Radiosender aus der ganzen Welt, die eigene Musiksammlung die irgendwo in der Cloud liegt, Podcasts und Dienste wie Soundcloud. Ich möchte diese ganzen Dienste und dazu noch ein paar Exoten, die auf einen Stil spezialisiert sind, nicht nur auf meinem Smartphone als App immer dabei haben und nutzen können, sondern die ganze Musikvielfalt soll auch zu Hause laufen - und zwar immer da wo ich gerade bin, also im Wohnzimmer, wie auch im Büro, in der Küche oder im Bad. Genau das ist die Grundidee von Multiroom-Anlagen.

Einer der ersten Hersteller, der sich auf Multiroom-Systeme spezialisiert hat ist Sonos, der schon 2002 seine erste drahtlose Hifi-Anlagen auf den Markt brachte. Sein Ziel war dabei immer die wachsende Anzahl der Musikquellen aus dem Internet und zu Hause unter eine bequem bedienbare Oberfläche zu bringen, und zwar so dass sie sich nahtlos bedienen lassen. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch der Hersteller Raumfeld, der Multiroom noch stärker als Sonos mit traditionellen Hifi-Lautsprechern und -Geräten verbinden wollen.

Schon mit einem Lautsprecher kann es losgehen

Eine Multiroom-Anlage von Sonos kann jeder selbst zusammenstellen, je nachdem wie viele Räume er hat und wieviel Lautstärke er benötigt. Die Abspielgeräte nennt Sonos Smart Speaker. Es reicht schon sich einen der Speaker anzuschaffen, dann kann das ganze Multiroom-Erlebnis losgehen: Aktuell kann Sonos-Musik aus 39 verschiedenen Diensten auf einem Sonos-System abgespielen: Von Apple Music, Napster, Spotify, Deezer bis zu Exoten wie Concert Vault, die Konzertmitschnitte aus den 70ern anbieten. Das Geniale ist, dass Sonos die Grenzen zwischen den Diensten komplett verschwinden lässt: In einer Playliste auf einer Sonos-Anlage kann ein Spotify-Song auf einen Apple-Music-Song folgen. Alles lässt sich über die komfortable App für iOS oder Android steuern. Zudem läuft die Gratis-App von Sonos auch auf iPad und für Notebooks existiert eine extra Version.

Sonos App(© 2016 CURVED)

Zum Einstieg in die Multiroom-Welt von Sonos reicht ein drahtloser Smart Speaker: Zum Beispiel der günstigste, Play:1 für rund 230 Euro. Der kleine Lautsprecher findet auch Platz in meist engen Räumen wie Küche und Bad und sobald er mit dem WLAN verbunden ist, kann es losgehen. Zum Ausbau des Multiroom-System schafft man sich einfach weitere Smart Speaker an.

Der nächstgrößere Play:3 für etwa 350 Euro ist nicht nur größer sondern liefert auch einen satteren, raumfüllenderen Klang. Das Flaggschiff unter den Playern ist der 580 Euro teure Play:5 mit einem besonders kräftigen Klang. Sechs Treiber mit jeweils eigenem Verstärker und das größte Gehäuse liefern den Klang für große Räume wie das Wohnzimmer. Clever ist die Trueplay-Technologie, eine Software, mit der sich die Speaker über das Smartphone auf die Umgebung kalibrieren lassen - ähnlich wie das Einmessen der Surround Anlage. So klingen sie auch in Zimmern mit Dachschrägen sehr gut.

Die allgemeinen Smart Speaker von Sonos lassen sich noch mit zwei Spezialisten kombinieren: Am TV sorgt die Playbar, die 800 Euro kostet, für satten Sound. Da sie die gleichen Funktionen wie andere Sonos-Player beherrscht, verwandelt sie sich ohne TV in eine Musikanlage. Sie kann mit zwei Play:1 zu einer Sourround-Anlage ergänzt werden. Die beiden kleinen Player sorgen als Stereopaar für den Sound von hinten. Wer besonders tiefe Bässe mag, kann sich mit dem Sub für ebenfalls rund 800 Euro maximale Unterstützung holen.

Sonos Player lassen sich sehr flexibel einsetzen, weil sie überall laufen wo eine Stromsteckdose und WLAN vorhanden sind. So lassen sie sich schnell mal bei einer Party woanders aufstellen und zum Beispiel zwei Player über die App als Stereopaar kombinieren - was sie besonders raumfüllend und satt klingen lässt.

Multiroom Alternativen

Es muss aber nicht unbedingt eine Multiroom-Anlage sein. Manche Hersteller von mobilen Bluetooth-Lautsprechern bieten Multiroom-Funktionen als cooles Zusatzfeature an. Einer davon ist Libratone mit seinen kürzlich von uns getesteten Zipp-Lautsprechern. Mit mehreren Zipp-Lautsprechern lässt sich ganz einfach eine kleine Multiroom-Anlage einrichten. In der Libratone-App können per Drag-and-Drop die Lautsprecher zu einem „Soundspace“ verbunden werden, damit sie die gleiche Musik in verschiedenen Zimmern abspielen. Das kombinieren zu Soundspaces funktioniert sogar ohne App. Dazu tippe ich auf den ersten Zipp auf das "Soundspace Link"-Symbol an der Sensortaste auf der Oberseite und dann auf das gleiche Symbol beim zweiten Lautsprecher. So muss man zum Kombinieren der Speaker nicht jedes mal erst sein Smartphone suchen. Bis zu 6 Lautsprecher können so zu einer Multiroom-Anlage ausgebaut werden.

Draußen und im Tarnmodus

Ein ähnliches Konzept, nur etwas einfacher verfolgt Ultimate Ears mit dem UE Boom 2. Sehr gut gefällt mir die UE Boom App: Sie kann nicht nur die Musik fernsteuern, sondern weitere Lautsprecher (auch andere Modelle wie den UE Roll) miteinander verbinden. Der Boom 2 ist auf Unverwüstlichkeit getrimmt: Wasserdicht, schmutzabweisend und schlagfest, kann er auch bedenkenlos draußen eingesetzt werden. Aber auch drinnen macht der Kleine mit 360-Grad-Rundumklang eine erstaunlich volle, laute und bassstarke Klang­kulisse, so kann „Multiroom“ auch draußen stattfinden.

Wer sich seine Wohnung nicht mit Lautsprechern zustellen möchte, findet mit Sengled Pulse eine coole Alternative: Mit der etwa 120 Euro teuren Kombi aus LED-Lampe und Drahtlos-Lautsprecher von JBL werden alle Standard-Fassungen im Haus zu Multiroom-Lautsprechern. Über die App kann stufenlos gedimmt werden. Es lassen sich mehrere Lampen leicht zu Gruppen für die Musik kombinieren. Das Streamen von Spotify, Deezer und Co kann über die App gestartet und dann per Airplay an die Lampe übergeben werden. Sengled hat zudem passende Lampenschirme im Programm.

Sengled Pulse Flex(© 2016 Sengled)

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