Musik auf YouTube: Indie-Künstler künftig geblockt?

Weg damit !7
Broadcast Yourself – YouTubes Motto gilt anscheinend künftig nicht mehr für Künstler wie Adele
Broadcast Yourself – YouTubes Motto gilt anscheinend künftig nicht mehr für Künstler wie Adele(© 2014 Facebook/adele)

YouTube bereitet offenbar den Rollout eines werbefreien Dienstes für das Streaming von Musikvideos vor, der Indie-Künstler gehörig überfahren könnte. Wie The Verge unter Berufung auf die Financial Times berichtet, haben bereits 90 Prozent der Plattenlabels unterschrieben – Videos anderer Künstler werden auch aus dem werbefinanzierten Angebot von YouTube verschwinden.

Der neue Dienst soll schon bald starten, die ersten Künstler werden allerdings bereits in den nächsten Tagen geblockt. Wie Robert Kyncl, Chef der Abteilung Content and Business bei YouTube zitiert wird, wolle YouTube der Musikbranche zusätzliche Einnahmen verschaffen und dabei kein werbefinanziertes Angebot neben dem Bezahlservice laufen lassen.

Indie-Künstler vor dem YouTube-Aus?

Künstler wie Adele, Jack White oder The Arctic Monkeys, deren Labels nicht unterschrieben haben, wären damit künftig sowohl von der freien als auch von der bezahlten Teilnahme an YouTube ausgeschlossen. Wie sehr sich diese Entscheidung auf den deutschen Musikmarkt auswirken wird, lässt sich ohne weitere Informationen nicht abschätzen: Die meisten Musikvideos der großen Labels sind hierzulande aufgrund der Rechtslage um die GEMA ohnehin geblockt.

Die große Frage bleibt allerdings, was einen regulären YouTuber zu einem Indie-Musiker macht. Für viele Künstler war YouTube bisher eine Möglichkeit, aus eigener Kraft nach oben  zu kommen. Wird demnächst jeder Straßenmusiker abgestraft, der seine Gitarrenmusik hochlädt? Die Sache klingt wahnwitzig. YouTube könnte mit dieser Entscheidung einen Schritt zu weit gehen: Konkurrenten sitzen bereits in den Startlöchern.

Weitere Artikel zum Thema
YouTube verbie­tet Videos von gefähr­li­chen Strei­chen und Mutpro­ben
Christoph Lübben
YouTube geht nun härter gegen bestimmte Inhalte vor
YouTube geht gegen "Pranks" vor: Künftig dürft ihr keine Videos mehr hochladen, in denen ihr euch oder andere in Gefahr bringt.
YouTube: So ändert sich die Navi­ga­tion auf dem iPhone
Michael Keller
Künftig könnt ihr mit neuen Wischgesten durch YouTube-Videos navigieren
YouTube will das Nutzererlebnis auf Smartphones verbessern. Die neue Navigation soll auf iPhones ab Mitte Januar 2019 zur Verfügung stehen.
"Artists to Watch": YouTube rückt inter­essante Musi­ker in den Vorder­grund
Lars Wertgen
YouTube-Music-Charts
Habt ihr schon einmal von Ava Max gehört? Laut YouTube solltet ihr sie und neun andere Künstler auf dem Zettel haben. Das sind die "Artists to Watch".

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.