Musik weg: Discos und Clubs protestieren gegen GEMA

Für fünf Minuten soll am Samstag Totenstille in den Discotheken herrschen, genau bis Mitternacht. Dazu hat der "Bundesverband der Discotheken" aufgerufen, um gegen eine bevorstehende Erhöhung der Abgaben an die Musikverwertungsgesellschaft GEMA zu protestieren.

Um 23.55 Uhr drehen in Deutschland 500 bis 600 Clubs und Discos die Musik ab. Das sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Discotheken und Tanzbetriebe, Stephan Büttner, zur Nachrichtenagentur dapd. Sollte die GEMA ihre angedachte Erhöhung durchziehen, könnten schon Anfang 2013 die ersten Lokalitäten ihre Türen schließen, befürchtet die Szene. Ziel der Musik-Aus-Aktion soll es unter anderem sein, viele Menschen auf eine Online-Petition gegen die neuen Tarife hinzuweisen.

Ich sehe kein Problem für den Veranstalter, wenn er von 12 Euro 1,20 Euro abführen muss.  (Lorenz Schmid, GEMA Hamburg zu dapd)

Denn 2013 soll die Änderung in Kraft treten. Die GEMA verfügt bis jetzt über elf unterschiedliche Tarifgruppen. Wie der NDR berichtet, sollen es ab 2013  neun Stück weniger sein. Durch lediglich zwei Tarife wolle die GEMA das System transparenter und einfacher machen. Nach der Auffassung vonseiten der Musikverwertungsgesellschaft würden vor allem kleinere Events entlastet. Die neuen Tarife sollen sich nach dem Eintrittspreis sowie der Größe der Veranstaltungsfläche richten.

Musikveranstalter legen Einspruch ein

Die bundesweit agierende Vereinigung der Musikveranstalter hat bereits Einspruch beim Deutschen Patent- und Markenamt eingelegt. Sie wurde dazu aufgefordert, die entsprechenden Tarife zu überprüfen.

Gegenüber der Passauer Neuen Presse erklärte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder von der CDU: "Vor allem im ländlichen Raum können so starke Kostensteigerungen das Aus für manche Discos und Clubs bedeuten." Damit warnt sie vor einem möglichen Aussterben der Discotheken und Clubs. "Die Einnahmeverluste durch illegale Kopien dürfen nicht zulasten von bezahlbaren Freizeitangeboten für Jugendliche wettgemacht werden", so die Ministerin weiter. Dorothee Bär (CSU) fasst die Pläne ebenfalls kritisch ins Auge:

Ich teile die Bedenken der Club- und Discothekenbetreiber voll und ganz, weil die Tarifänderung entgegen der Behauptung der GEMA eben gerade nicht gerecht und einfach zu handhaben ist.