Musikdienste im Netz: Gema und Bitkom einigen sich

In Sachen Musikdienste im Internet hinkt Deutschland anderen Ländern stiefmütterlich hinterher.  Während beispielsweise in den USA Musikdienste wie Spotify, Apples iTunes Match oder Google Music sich großer Beliebtheit erfreuen, gibt es sie hierzulande gar nicht. Grund dafür: Es gab bislang keine Einigung über die Lizensierung der Musiktitel.

Wenn im Radio ein Song gespielt wird, dann muss der Sender Gebühren an die Verwertungsgesellschaft Gema bezahlen. Für das Internet gab es solch eine Regelung bislang nicht und daher konnten auch Streamingdienste und sonstige Anbieter von Musiktiteln wie Google Music oder Napster noch nicht in Deutschland angeboten werden.

Doch was lange währt, wird endlich gut: Gema und Bitkom haben sich geeinigt. Die Anbieter müssen zukünftig (und rückwirkend bis 2002) zwischen sechs und neun Cent pro heruntergeladenem Musiktitel an die Gema bezahlen. Für eine Flatrate, wie beispielsweise Simfy sie anbietet, wird eine Gebühr zwischen 60 Cent und einem Euro im Monat pro Nutzer fällig. Zahlen muss der Anbieter. (Und indirekt damit natürlich der Nutzer.) Bitkom Vizepräsident Volker Smid ist zuversichtlich und geht davon, dass in Zukunft noch mehr Anbieter von Musikdiensten im Internet auch in Deutschland geben wird.

Bei den Verhandlungen zwischen Gema und Bitkom wurde auch erarbeitet, dass die Anbieter zukünftig ihren Nutzern Hörproben zur Verfügung stellen dürfen, die bis zu 90 Sekunden lang sind. Bislang waren nur 30 Sekunden erlaubt – oft nicht genug, um sich ein Bild von einem Song machen zu können.