MWC 2014: Der schnelle Siegeszug der Smartwatch

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Bunt wird's: 2014 steht ganz im Zeichen der Smartwatches und Fitnessbänder
Bunt wird's: 2014 steht ganz im Zeichen der Smartwatches und Fitnessbänder(© 2014 Samsung, Huawei, Sony, CURVED Montage)

Es geht schnell: Vor einem Jahr klang es noch wie eine Schnapsidee, entlehnt aus "Mission Impossible". Zwölf Monate später ist die Smartwatch die wichtigste neue Produktkategorie des Jahres. Jeder große Smartphone-Hersteller bringt die mobile Kommandozentrale am Handgelenk in Stellung – bis auf Apple. Ein möglicher iWatch-Launch Ende des Jahres scheint angesichts der Konkurrenz weit weg. Rivale Google dürfte dem iKonzern um ein halbes Jahr zuvorkommen…

Schneller ist bekanntlich nicht immer besser: Als Samsung im vergangenen Herbst mit seiner Smartwatch Galaxy Gear nach vorne preschte, verzog die Konkurrenz und die Techpresse unisono das Gesicht – dieser Schnellschuss war offenkundig nicht ausgereift.

Also wurde schnell nachgebessert. Bereits im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona kündigte Samsung die zweite Generation mit den zwei Modellen Gear 2 und Gear 2 Neo an, die mit dem eigenen Betriebssystem Tizen ausgeliefert wird.

"Der frühe Einstieg in den Wearable-Markt gibt Samsung einen deutlichen Vorteil gegenüber seinen Rivalen – es kann jetzt Entwickler um sich scharen"

Der eigentliche Clou in Barcelona jedoch: Das Gear Fit – eine Mischung aus Fitness-Armband und Smartwatch. „Das Gear Fit sieht so aus, wie Wearables aussehen sollten“, lobt The Verge den zweiten Vorstoß der Südkoreaner in das Boom-Segment.

Smartwatches: Von der Kuriosität zur Normalität in einem Monat

Doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. „Auf der CES – vor nur einem Monat – waren Smartwatches noch eine Kuriosität. Jetzt präsentiert uns auf dem Mobile World Congress fast jedes Unternehmen ein schönes Gerät mit einer Vielzahl an Anwendungen“, erklärte Jonathan Cheng vom Wall Street Journal den neuen Status quo der Mobilfunkbranche.

Huawei etwa lässt ein "Hybrid Smart Band auf den noch jungen Wearable-Markt los: das TalkBand B1, das für ganze 99 Euro nach Deutschland kommt. HTC dürfte bald folgen – mutmaßlich noch mit einer Ankündigung auf dem Mobile World Congress. Spätestens zu Weihnachten sollen HTC-Smartwatches im Handel sein, ließ Vorstandschefin Cher Wang in Barcelona schon mal durchblicken.

Motorola? Vizepräsident Rick Osterloh kündigte auf dem Mobile World Congress vollmundig den Start einer Smartwatch an, schließlich seien die Angebote der Konkurrenz "hässlich". Die neue Lenovo-Tochter werde Wearables wie Juwelen behandeln, schwadronierte Osterloh an. Die Smartwatch werde ebenfalls dieses Jahr erscheinen, ließ Motorola wissen.

Google dürfte Smartwatch-Markt im Juni betreten

Zuvorkommen dürfte der abgestoßenen Tochter dabei unterdessen die einstige Konzernmutter: Dass Google zusammen mit LG an einer Smartwatch arbeitet, ist spätestens seit Berichten von Techportal CNET vom Wochenende klar. 

Schon auf seiner Entwicklerkonferenz i/o im Juni dürfte der mit Abstand wertvollste Internetkonzern seinen zweiten Angriff auf den Wearable-Markt starten – obwohl die Datenbrille Google Glass noch gar nicht auf den Massenmarkt losgelassen wurde. Googles Smartwatch dürfte vor allem durch den Einsatz der eigenen Dienste interessant werden: Mit der Integration von Google Now wird ebenso gerechnet wie mit Maps oder Gmail.

iWatch könnte im ersten Jahr 17,5 Milliarden Dollar umsetzen

Der Eintritt des zeitweise schon zweitwertvollsten Konzerns des Welt kommt an der Schwelle zum Boom im neuen Hype-Segment. 2014 noch sollen sich die Umsätze im Wearable-Markt auf sehr übersichtliche 1,4 Milliarden Dollar belaufen, aber bis 2018 auf 19 Milliarden Dollar explodieren, rechnet der Marktforscher Juniper vor.

Angesichts des Absatzpotenzials von Apples iWatch erscheinen diese Schätzungen noch extrem konservativ. Wie Morgan Stanley vorhersagt, könnte die iWatch im ersten Verkaufsjahr  bereits 17,5 Milliarden Umsatz einspielen, mutmaßt die US-Investmentbank. Bleibt die Frage: Wann ist das erste Jahr?

Im Januar deutete Apple-CEO Tim Cook bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz erneut neue Produkte an, die jedoch kaum vor Jahresende erwartet werden – dass Apple noch vor dem neuen iPhone den Überraschungscoup einer iWatch landet, erscheint recht unwahrscheinlich.

„Samsung hat schon jetzt einen großen Vorteil“

Doch die Zeit drängt. „Samsung hat jetzt schon einen großen Vorteil beim nächsten großen Ding“, findet der  Business Insider. "Der frühe Einstieg in den Wearable-Markt gibt Samsung einen deutlichen Vorteil gegenüber seinen Rivalen – es kann jetzt Entwickler um sich scharen, um Apps und Services für seine Smartphones zu entwickeln".

Heute stellte der südkoreanische Techriese das Entwickler-SDK für die Galaxy Gear bereit. Apple hat 2008 mit der Einführung des AppStores vorgemacht, wie wichtig der Entwicklungsvorsprung ist: Lange Jahre zehrte Apple vom Vorsprung der für iOS entwickelten Apps gegenüber Android. Auch wenn Apple bei der Einführung seiner Hardware-Produkte dafür bekannt ist, das Feld von hinten aufzurollen – der Druck auf die iWatch steigt mit jedem Tag und jedem Wearable, das die Konkurrenz vorlegt…


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