Nach Absage zur Abwärtskompatibilität der PS4: Sony verärgert seine Fans

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Sony, PS4, Playstation 4
Sony, PS4, Playstation 4(© 2016 CURVED)

Sony bietet auf der PlayStation 4 keine Abwärtskompatibilität an. Und das wird wohl auch in Zukunft so bleiben, wenn man den Worten von Jim Ryan Glauben schenkt. Der Verkaufs- und Marketing-Chef von Sony sieht keinen Sinn darin, alte Spiele auf der PS4 anzubieten. Sehr zum Unmut der Fans.

Das Time Magazine hat sich mit Shawn Hayden und Jim Ryan von Sony über den Status Quo der PlayStation unterhalten. In dem ausführlichen Gespräch ging es um Verkaufszahlen, die Konkurrenz durch Microsoft, den Erfolg der Nintendo Switch und die oft gestellte Frage, wann die Abwärtskompatibilität für die PlayStation 4 kommt.

Grafik wichtiger als Gameplay?

Mit seiner Äußerung zu dem Thema hat Sonys Marketing-Chef Jim Ryan den Unmut der Fans auf sich gezogen. Es sei ein häufig eingefordertes Feature, das allerdings kaum jemand nutze. Er sei neulich bei einem "Gran Turismo"-Event gewesen, wo auch die alten PS1- und PS2-Titel gezeigt worden seien. Seiner Auffassung nach sähen diese Spiele so alt aus, dass er sich frage, wer so etwas heutzutage noch spielen wolle.

"They looked ancient, like why would anybody play this?"

Ryans Worte lassen vermuten, dass die Grafik in seinen Augen ein entscheidender Faktor für den Genuss von Videospielen darstellt. Allerdings schildert er dabei seine subjektive Wahrnehmung, nicht den allgemeinen Konsens. Das Echo der Spielergemeinschaft hallt entsprechend laut zurück. Im Forum von NeoGAF brechen sich in mehreren hundert Beiträgen Empörung auf der einen, aber auch Empathie auf der anderen Seite Bahn über Ryans Aussage. Dabei stören sich einige Nutzer gar nicht so sehr an der Tatsache, dass Abwärtskompatibilität auf der PlayStation 4 damit so gut wie vom Tisch zu sein scheint. Vielmehr ist es Ryans Formulierung bzw. seine Haltung zu dem Thema, die offenbar Anlass der Aufregung ist.

Abwärtskompatibilität: Viele wollen es

... keiner nutzt es. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest Ars Technica. Sie haben das Nutzerverhalten von 930.000 Xbox-One-Besitzern analysiert, um herauszufinden, womit diese ihre Zeit an der Microsoft-Konsole verbringen. Die Xbox One ist seit November 2015 abwärtskompatibel zu einer Auswahl an Xbox-360-Spielen. Aktuell umfasst die kontinuierlich wachsende Liste knapp 400 Titel des One-Vorgängers. Der Evaluierungszeitraum der Analyse lief vom 26. September 2016 bis 12. Februar 2017. Das Ergebnis: Etwa 1,5 Prozent der mehr als 1,65 Milliarden Minuten summierter Xbox-One-Nutzung fielen auf Xbox-360-Spiele ab. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder der 930.000 Xbox-One-Spieler 23,9 Minuten mit 360-Spielen verbrachte, bei einer Gesamtzeit von durchschnittlich 1.526 Minuten während des gemessenen Zeitraums.

Sowohl Mike Nichols als auch Phil Spencer von Microsoft reagierten via Twitter auf die Zahlen mit Gegendarstellungen. Demnach habe jeder zweite Xbox-One-Besitzer bereits mindestens ein 360-Spiel auf der One gespielt. Insgesamt hätten die Spieler rund 508 Millionen Stunden mit dem Angebot der Abwärtskompatibilität verbracht.

Dass die Bereitstellung alter Spielebibliotheken zumindest bei Microsoft-Anhängern Zuspruch findet, belegte unter anderem auch die Chartplatzierung von "Call of Duty: Black Ops 2". Das 2012er Titel konnte sich im April Platz 10 der Charts in den USA sichern, nachdem Microsoft das Spiel via Abwärtskompatibilität erneut auf der Xbox One anbot.

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