Nach NSA-Affäre: Vertrauen in Cloud-Dienste bröckelt

Sieht die Zukunft für Cloud-Dienste düster aus?
Sieht die Zukunft für Cloud-Dienste düster aus?(© 2014 CC: flickr/StooMathiesen)

Das Vertrauen der Wirtschaft in Cloud-Dienste ist nach Bekanntwerden der NSA-Spitzeleien gesunken. Zwar konnte die Branche mit drei Prozent im Jahre 2013 immer noch ein Wachstum verzeichnen, doch fiel dieses im Vergleich zu den neun Prozent des Vorjahres deutlich geringer aus. „Der Trend zum Cloud Computing ist ungebrochen, aber die NSA-Affäre hat dem Wachstum einen Dämpfer versetzt“, äußerte sich Dieter Kempf dazu, der Präsident des Branchenverbandes BITKOM.

Deutsche Firmen sind zunehmend skeptisch

Insgesamt setzten 40 Prozent der hiesigen Unternehmen auf Cloud-Dienste, während 29 Prozent den Einsatz in Erwägung ziehen. Die NSA-Affäre verursacht jedoch zunehmende Skepsis in der Wirtschaft: 49 Prozent der Unternehmen sehen die Online-Lösungen wie etwa Dropbox, SkyDrive und iCloud in einem negativen Licht, 11 Prozent hörten sogar auf, Cloud-Dienste zu verwenden. Die größte Angst der Unternehmer sei ein unerlaubter Zugriff auf firmeneigene Daten – 77 Prozent hegen diese Befürchtung. 45 Prozent befürchten einen Datenverlust, eine ungeklärte Rechtslage hält 38 Prozent vom Einsatz ab.

Wirtschaftsspionage laut Snowden kein Tabu der NSA

„Die NSA-Affäre hat ihre Spuren hinterlassen, aber der Einsatz von Cloud-Lösungen in Unternehmen wächst weiter“, so Kempf dazu weiter. Vor allem große Firmen würden Cloud-Dienste in Anspruch nehmen – je größer, desto wahrscheinlicher. Whistleblower Edward Snowden, der die Spähaktivität der NSA ans Licht bracht, gab in einem Interview mit der ARD an, der amerikanische Geheimdienst betreibe auch Wirtschaftsspionage. „Wenn es etwa bei Siemens Informationen gibt, die dem nationalen Interesse der Vereinigten Staaten nutzen, aber nichts mit der nationalen Sicherheit zu tun haben, dann nehmen sie sich diese Informationen trotzdem“, zitiert die Tagesschau den ehemaligen NSA-Mitarbeiter.