Nach Twitter: Türkei blockiert nun auch YouTube

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Nicht mehr zugänglich:  Türkischen Internet-Nutzern bleibt der Zugang zu  YouTube vorerst versperrt
Nicht mehr zugänglich: Türkischen Internet-Nutzern bleibt der Zugang zu YouTube vorerst versperrt(© 2014 istock.com/1001nights)

Das ging schnell: Nur knapp eine Woche nach der Twitter-Blockade hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nun auch YouTube gesperrt. Konzernmutter Google war nicht bereit, sich den Zensurwünschen der türkischen Regierung zu beugen.   

Recep Tayyip Erdogan präzisiert, was er mit „solchen Sachen“ meint. ”Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen”, begründete der türkische Ministerpräsident am Wochenende die überraschende Blockade des Kurznachrichtendienstes Twitter, die von einem Gericht in Ankara allerdings inzwischen wieder kassiert wurde.

Nun rückt der nächste Social Media-Dienst in den Fokus. Nach übereinstimmenden Medien- und Nutzerberichten ist nun auch die Videoplattform YouTube in der Türkei nicht mehr zugänglich, nachdem Google nicht bereit war, den Zensurwünschen nachzukommen.  Die Regierung Erdogan habe Internet- und Mobilfunkprovider heute angewiesen, den Zugang für die Google-Tochter zu sperren, berichtet die größte türkische Zeitung „Hürriyet”.

"Mir ist es egal, was die internationale Gemeinschaft sagt. Sie werden alle Zeugen der Stärke der türkischen Republik werden"

Der Sperrung von YouTube in der Türkei ist kein komplett neues Phänomen. So wurde die Google-Tochter wegen einiger Videos, die den Staatsgründer Atatürk verunglimpfen würden, bereits mehrfach komplett gesperrt. Dem Videodienst und auch Facebook drohte Erdogan Anfang März die erneute Sperrung an, die wenige Tage vor den Kommunalwahlen am Sonntag nun Realität wird.

Erdogan hatte Ende vergangener Woche auf einem Wahlkampfauftritt die Blockademaßnahmen gegen Twitter angekündigt: "Mir ist es egal, was die internationale Gemeinschaft sagt. Sie werden alle Zeugen der Stärke der türkischen Republik werden. Wir haben einen Gerichtsbeschluss. Wir rotten Twitter aus.“ Wie der Microblogging-Dienst ist auch YouTube nach Änderung des DNS-Eintrags weiterhin leicht zu erreichen.

Twitter und andere Social Media-Kanäle waren zuletzt in den Fokus gerückt,  nachdem viel Kritik an Erdogan und seiner regierenden Partei AKP über Twitter geäußert wurde. So zirkulierten unter anderem Links zu Mitschnitten von Telefongesprächen Erdogans, die ihn in einer großen Korruptionsaffäre und vor den Kommunalwahlen am 30. März 2014 nicht gut dastehen ließen.


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