Napster - Als Musik noch getauscht wurde

Napster hatte 80 Millionen Nutzer, ein Tauschvolumen von 2 Milliarden Dateien pro Jahr und eine revolutionäre Technologie namens Peer-to-Peer. Das war die Musiktauschbörse Napster im Jahr 2001. Nach Klagen der Musikindustrie und der RIAA (Recording Industry Association of America) musste der Dienst jedoch abgeschaltet werden. Napster gibt es aber immer noch. Gegründet 1998 von Shawn Fanning ist Napster heute ein Musikstreamingdienst. Den fünften Anbieter in unserer Reihe Musikstreamingdienste wollen wir euch jetzt etwas genauer vorstellen.

Was macht Napster heute?

Napster ist ein legaler und kostenpflichtiger Musikstreamingdienst, der vergleichbar mit Simfy und Spotify ist. Napster ist bereits seit 2005 mit einer Musikflatrate auf dem deutschen Markt vertreten. Damals standen noch 1,5 Millionen Songs zum Download bereit, was zu damaligen Zeiten nach iTunes einer Revolution glich. Heute hat Napster 15 Millionen Songs im Portfolio und der Nutzer kann diese nicht mehr besitzt. Er streamt diese aus der Wolke. Einmal angemeldet, kann der Nutzer beliebig oft und viel Musik hören, diese in Listen speichern, mit Freunden teilen und bewerten. In einem eigenen kleinen Netzwerk, welches aus Follower und Following besteht, kann der Nutzer anderen Nutzern folgen und sehen, was diese hören. Wie auch bei rdio ist hier die Ähnlichkeit zu Twitter erkennbar, wird jedoch nicht so fokussiert.

Napster hat die Funktion Musik zu archivieren. Beim Archivieren verknüpft der Nutzer Lieder, Künstler oder Alben mit seinem Profil. So ist für jeden Nutzer sichtbar, welche Musik dieser hört. Diese Funktion nennt Napster auch Radio. Einfach ein Profil eines Nutzers auswählen (auch das eigene) und sich das Radio anhören. Die Lieder werden in beliebiger Reihenfolge abgespielt.

Wie muss ich mich anmelden?

Um auf Napster Musik zu hören, muss sich der Nutzer mit einer gültigen Email-Adresse, Namen und einem Passwort registrieren, mit Facebook kann man sich jedoch nicht anmelden, eine Verbindung besteht jedoch trotzdem. Darüber hinaus verlangt die Anmeldung bei Napster eine Kreditkarte oder Kontoinformationen für ein Lastschriftverfahren. Das ist Pflicht. Warum ist das so? Wer sich bei Napster anmeldet kann 7 Tage kostenlos den Dienst testen, danach werden, je nach Abo, 7,95€ oder 12,95€ pro Monat fällig. Wer kein Abo will, kann seine Mitgliedschaft während der 7 Tage Testphase kündigen und bezahlt dann auch nichts. Wer sich entscheidet den Dienst weiterhin zu nutzen, kann ihn dann monatlich kündigen. Napster will den Nutzer schon zu Beginn an den Dienst binden und hofft wahrscheinlich auf die Vergesslichkeit der Nutzers. Wer nicht rechtzeitig in der Testphase kündigt, darf zahlen. Eine kostenlose durch Werbung (wie bei Simfy oder Spotify) finanzierte Möglichkeit Musik zu hören, besteht nicht.

Was bekomme ich für 12,95€?

Der Nutzer kann bei einem Abo zwischen Music-Flatrate und Music-Flatrate + Mobile wählen. Im kleinen Abo Music-Flatrate für 7,95€ hat der Nutzer unbegrenzten Zugriff auf die Musik und kann diese werbefrei über einen Computer oder einer Hifi-Anlage hören.

Wer zusätzlich noch 5€ Euro mehr für die Music-Flatrate + Mobile ausgibt, bekommt noch die Möglichkeit die Songs über sein iPhone, iPad, iPod oder Android-Gerät von Unterwegs zu hören. Außerdem können Lieder und Alben gespeichert werden, um dann (z.B im Flugzeug) bequem offline gehört werden. Die Napster App für ein Android-Betriebssystem läuft ab Version 1.6 und ist im Google Play Store zu finden. Die App für ein mobiles Apple Gerät läuft ab iOS 3.1.

Wer den Dienst auch ohne Anmeldung kurz testen will, kann sich in einer reduzierteren  Version Songs für 30 Sekunden anhören. Dazu geht man auf napster.de und klickt am oberen Bildrand auf den Tab Entdecken. Das ist zwar keine Alternative zur vollständigen Nutzung, gibt jedoch einen guten Einblick, ob der Dienst für den Nutzer etwas ist und man sich anmelden sollte.

Wie finde ich unbekannte Musik?

Wer Musik sucht, kann dies bequem nach Genre tun. Beliebte Genre wie Pop, Rock, Jazz, oder Dance sind vertreten und listen Lieder nach Top Alben, Top Künstler, Top Titel oder Lieder die Freunde in meinem Netzwerk gehört haben. Wer differenzierter suche will, kann dies in Subgenre tun. So finden sich imGenre Pop/Rock Subgenre wie Jam Rock

Latin Pop, Country Rock und andere wieder. Positiv überrascht haben zwei Genre, die man nicht unbedingt vermutet: Schlager und Hörbücher. Die Implementierung von Hörbüchern ist eine schön Idee, wenn auch noch etwas ausbaufähig. Musik ist ebenso in klassischen Kategorien wie Chartsund Neuerscheinungen zu finden. Charts sind nach Titel, Alben und Künstler unterteilt und erleichtern so die Suche. Wer längere Zeit Musik hört, kann sich Musik durch Napster empfehlen lassen. Napster merkt sich gehörte Musik eine Nutzers und empfiehlt dazu passende Musik zum Geschmack.

Außerdem bietet der Napster noch die Funktion Channelan. Dies sind von der Redaktion ausgewählte Lieder, die in verschiednen Radiostationen bzw. Listen gehört werden können. Beliebte Channelssind z.B. Afterwork, Morning-Channel oder Deichkind-Channel. Musik wird hier zusammengeführt und erleichtert die Suche durch Automatismen. Ein schönere Darstellung solcher Channels, wie auf Aupeo, wird leider vermisst. Jeden Freitag wird bei Napster das Wochenende eingeläutet und die Redaktion verabschiedet sich mit der Präsentation aller Neuerscheinungen der Musikindustrie. Ein schöner Service für den Nutzer.

Auf welchen Geräten kann ich Musik hören?

Napster kann auf jedem Browser (z.B. Firefox, Chrome, Safari oder Internet Explorer) benutzt werden. Hierbei ist es völlig egal, ob der Nutzer an einem PC, Apple oder Linux betriebenen Rechner sitzt. Für das Windows-Betriebssystem kann der Nutzer noch einen Desktop-Player runterladen und muss nicht über einen Browser Musik streamen. Napster erlaubt eine Installation von bis zu drei Desktop-Player auf verschiedenen Computern, ohne dafür mehrere Profile bei Napster zu haben. So kann der Nutzer Musik z.B. im Büro oder zu Hause immer über einen Desktop-Player hören. Einfacher wäre jedoch die Browser-Variante, die zudem keine Limitierung der Geräte hat. Für Mac-User gibt es solch ein Music-Player nicht. Nach eigener Aussage ist Napster noch auf weiteren Geräten verfügbar und kann so z.B. im Wohnzimmer auf Home-Entertainment-Systemen gehört werden. verfügbare System gibt es von Loewe TV, Sonos, Logitech, Yamaha und Phillips.

Egal auf welchem Gerät sich der Nutzer Musik anhört, synchronisiert wird diese in jedem Fall und die Listen sind stets aktuell und verfügbar.

 

 

Ist Napster eine Alternative zu Simfy und Co.?

Napster haben viele von uns bestimmt schon mal gehört, können aber damit nix (mehr) anfangen. Das liegt vor allem auch am Preis, der mit mindestens 3 Euro immer teurer ist als die Konkurrenz Simfy, Spotify und Aupeo. Auch die Benutzeroberfläche wirkt im ersten Moment sehr unübersichtlich und lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Napster war mal das Unternehmen der New Economy, welches sogar von Bertelsmann gekauft werden sollte. Nun wirkt es noch wie ein gefallener Riese, der versucht am Leben gehalten zu werden. Wer gern Hörbücher hört, der sollte sich hier anmelden, denn dieses Genre sind bei der Konkurrenz nicht zu finden. Wer wissen will wie zum Beispiel Aupeo funktioniert sollte sich in jedem Fall den folgen Artikel zu Gemüte führen : AUPEO! Das neue Internetradio. Entdecke jetzt die Welt der Musik