Neckermann insolvent - bis zu 80% Rabatt

Am Mittwoch reichte das Online-Versandhaus Neckermann.de seinen Insolvenzantrag ein. Seit April hatte Neckermann mit seinen Geschäftspartnern nach einer Lösung gesucht, "um die Restrukturierung des Unternehmens mit
dem Ziel der weiteren E-Commerce-Ausrichtung umzusetzen", wie es in einem Schreiben heißt. Ebenfalls am 27. April hatte der Händler über diesen Plan informiert. Von vorneherein kündigte die Firma einen Stellenabbau von 1.380 Arbeitsplätzen an.

2013: finanzielle Mittel könnten bereitstehen

Am Mittwoch konnte sich Neckermann gemeinsam mit ver.di und dem Betriebsrat "auf einen Kompromiss (einigen), der in begrenztem Umfang Abfindungen und Transfergesellschaften enthielt." Die dafür notwendigen finanziellen Mittel könnten bis zum ersten Quartal des nächsten Jahres bereitstehen. In anderen Bereichen wurde genauso eine Einigung erzielt. "Der Eigentümer des Unternehmens hält das Ergebnis dieser Verhandlungen nicht für tragfähig und wird keine weiteren Mittel für die
Finanzierung zur Verfügung stellen. Unter den gegebenen
Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden
Form damit nicht fortgeführt werden", begründet Neckermann den Insolvenzantrag.

Mode-Lager-Räumung

Trotz des Antrags prüfe der Online-Händler mögliche Maßnahmen, um das Geschäft doch fortführen zu können. Damit die Kassen noch ein bisschen gefüllt werden und das Lager leer wird, führt das Versandhaus eine "Mode-Lager-Räumung" durch. Die Kunden können dabei bis zu 80 Prozent sparen.

Branche boomt

Wie der Geschäftsführer des BITKOM, Dr. Bernhard Rohleder, sagt, "sollte über die nach wie vor ausgezeichneten Perspektiven der Branche" trotz des Insolvenzantrags nicht hinweggetäuscht werden. "Die Aussichten von Online-Händlern sind auch in Deutschland heute besser denn je."