Netflix, wir müssen reden: Diese 10 Features nerven mich extrem

Wer viel Zeit zusammen verbringt, hat viel zu meckern.
Wer viel Zeit zusammen verbringt, hat viel zu meckern.(© 2018 Shutterstock/Kaspars Grinvalds)

Netflix, was soll das?! Jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen, aber in letzter Zeit fühle ich mich von dir regelrecht provoziert. 

Wir verbringen so viel Zeit zusammen und ich weiß dich wirklich zu schätzen, Netflix. Du hast mich durch kalte Winterabende gebracht, mir den Schlaf geraubt, mich vom Putzen abgehalten und warst – bis auf diese eine, schreckliche Downtime – immer für mich da, wenn ich dich gebraucht habe. Ich liebe dich von Herzen, aber du machst Sachen, die bringen mich auf die Palme. Und es liegt nicht an mir, es liegt an dir. Zeit für Klartext.

1. Warum ist deine Suche so ätzend?

Ok, ich verstehe ja, dass du mir deine Eigenproduktionen andrehen möchtest. Dennoch finde ich, du könntest mir mehr Möglichkeiten geben, mir selbst etwas auszusuchen. Stattdessen lässt du mich in der Übersicht mit etwa 100 Titeln zurück, von denen mich nur ein Bruchteil interessiert. Und wenn ich auf die kleine Lupe klicke, bin ich auf mich gestellt: Ich muss wissen, wie der Filmtitel heißt, den ich suche? Aber ich weiß doch gar nicht, was ich gucken möchte. Hilf mir!

2. Warum muss ich horizontal scrollen?

Ich fühle mich bei der Auswahl schon verloren genug. Warum muss ich auch noch horizontal scrollen, um besagte Auswahl zu durchsuchen? Ich mag nicht horizontal scrollen. Niemand mag horizontal scrollen. Merk dir das!

Netflix, warum nur muss man bei dir auch horizontal scrollen?(© 2018 Unsplash/Charles Deluvio)

3. Warum lässt du mich nicht schlafen oder kurz auf Klo gehen?

Ih sehe ja ein, dass wir eine ungesund enge Beziehung führen, aber dennoch brauche ich manchmal Zeit für mich. Nur ein paar Sekunden mehr. Was tust du stattdessen? Ist die Folge vorbei (im schlimmsten Fall endete sie mit einem extrem spannenden Cliffhanger, der allein es wirklich schwer macht, jetzt aufzuhören, um mal kurz auf die Toilette zu gehen, einen Tee zu kochen oder endlich – endlich!–  zu schlafen), zählst du einen Countdown runter und zeigst mir, was mich in der nächsten Folge erwartet, "in 5, 4, 3, 2, 1 ..." In diesem Moment sind mir die Hände gebunden. Du weißt, ich bin schwach. Warum tust du mir das an?

4. Warum fragst du mich ständig, ob ich wirklich noch schaue?

Alle 4 Stunden oder so erkundigst du dich, ob ich noch lebe. Ob ich wirklich noch auf der Couch sitze und stumpf in meinen Fernseher schaue. Kann denn überhaupt jemand so lange "Gilmore Girls" schauen? Ob ich kein Leben habe, willst du wissen? Nein, gerade nicht, danke der Nachfrage und danke, dass ich mich deswegen schlecht fühlen darf. Ja, ich möchte weiterschauen und nein, ich möchte nicht draußen spielen. Hör auf mich für meinen Lebensstil zu verurteilen – der ist immerhin dir geschuldet!

5. Warum willst du nicht einsehen, dass niemand deine Preview-Autoplay-Funktion haben will?

Spätestens hier wird aus passiv-aggressiv klassisch-aggressiv: Ich habe gerade etwas zu Ende geguckt und begebe mich auf die Suche nach etwas Neuem. Ich scrolle durch die Startseite (gegen meinen Willen auch horizontal) und zack, spielt etwas ab: ein Intro für eine Serie, die ich nicht schauen möchte. Szenen aus Filmen, an denen ich gerade kein Interesse habe. Das Ganze untermalt mit Musik, die ich nicht hören möchte. Ich brauche Stille und Konzentration, um mir meine nächste Serie auszusuchen. Dieses willkürliche Abspielen von irgendwas hetzt mich bloß durch die Navigation, und ich kann mich nicht festlegen. Warum willst du, dass ich panisch auf irgendetwas klicke, damit das aufhört?

6. Warum lässt du mich nicht Dinge halbherzig abschließen?

Wenn ich den Abspann eines Films nicht bis ganz zu Ende anschaue, taucht er trotzdem auf meiner "Weitersehen"-Liste auf. Wozu? Meinst du, ich schau mir irgendwann noch mal die letzten 3 Sekunden Abspann an, in denen die Namen der Komparsen im Zeitraffer abgespult werden? Würdest du mich besser kennen, wüsstest du, dass es mein liebstes Hobby ist, Dinge nicht zu Ende zu bringen. Schau dir doch einfach mal das dreckige Geschirr in meinem Waschbecken an!

7. Warum muss ich doch immer wieder die Intros gucken?

Als ich gehört habe, dass du endlich anbietest, die Intros und Rückblicke bei Serien zu überspringen, war ich entzückt. Aber nur ganz kurz: Sie starten nämlich trotzdem jedes Mal, und ich muss sie aktiv weg klicken. Warum ist das so? Dass du mir dafür nur ein kleines Zeitfenster gibst, ist zudem einfach grausam.

Netflix, Serien, gucken, Streamen(© 2018 Shutterstock/sitthiphong)

8. Warum ist offline so wenig verfügbar?

Ich nutze deine App gerne, vor allem im Flieger. Aber jedes Mal frage ich mich, warum du nicht mehr in deinem Offline-Sortiment zu bieten hast – und warum ich so bemüht darum suchen muss. Möchtest du gar nicht, dass wir auch unterwegs Zeit miteinander verbingen?

9. Warum zeigst du mir, was ich schon kenne?

Warum, warum nur Netflix, zeigst du mir andauernd Filme an, die ich bereits gesehen habe? Vor allem, wenn ich durch verschiedene Rubriken scrolle, erscheinen sie sogar direkt ganz vorne. Wie oft soll ich denn noch dieselben deprimierenden Liebesfilme gucken, bis du endlich zufrieden bist? Und: Weil ich ein paar Folgen "Mädchen hinter Gittern" geguckt habe, bietest du mir "Everything Sucks" an? Was für ein toller Vorschlag – das hab ich doch schon längst geguckt, an einem Tag durchgebinged – und es sogar mit Daumen hoch bewertet. Ist das für dich Grund genug, dass ich es eine Woche später noch einmal gucke?

10. Warum bietest du mir immer wieder an, was ich als Mist empfinde?

Ich hasse (!) es, dass ich Formate, die ich nach 10 Sekunden als Schwachsinn empfunden habe und nie wieder auch nur zufällig anklicken möchte nicht ein für alle Mal aus meinem Netflix-Universum verbannen kann. Wenn mir noch einmal "Fuller House" angeboten wird, dann kann ich ungelogen für nichts mehr garantieren. Weißt du, wie schlimm "Fuller House" ist, weißt du das?! Ich fühle mich beleidigt, dass du mir überhaupt zutraust, etwas derart Schreckliches zu gucken. Common, wir kennen uns doch auch schon ein paar Jahre!

P.S.: Ich liebe dich trotzdem!

Keine Sorge, Netflix, du bleibst trotzdem an meiner Seite, so sehr ich mich auch ärgere, so sehr liebe ich dich und dein Sortiment. Meine Liste an Vorwürfen ist auch fertig – zumindest für jetzt. Wenn ich noch länger drüber nachdenke, kann ich sicherlich noch nachlegen.

Jetzt seid ihr gefragt: Was nervt euch an Netflix? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


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