Neue Akku-Technik verdoppelt Laufzeit von Wearables

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Mit der neuen Akku-Technik dürfte Joggern die Puste vor der eigenen Smartwach ausgehen
Mit der neuen Akku-Technik dürfte Joggern die Puste vor der eigenen Smartwach ausgehen(© 2014 TomTom)

Wearables haben ein Problem: In kompakten Smartwatches und Co. ist kaum Platz für anständige Energiereserven. Bald aber könnte eine neue Zeit anbrechen: So genannte „solid-state“-Batterien (Festkörperschaltungen) verzichten auf Flüssigstoffe, speichern mehr Energie und gelten sogar als sicherer. Nur der Preis steht noch als Hürde im Weg.

Eigentlich gibt es die Technik schon längst, bisher aber nur in Nischenbereichen jenseits von Smartphones, Tablets und Wearables: Batterien mit Solid-State-Technik finden beispielsweise in teuren, drahtlosen Sensoren Verwendung, heißt es etwa auf Mashable. In den Wunder-Akkus ersetzen Festkörperbauteile die übliche Akkumulatorsäure. Ihre Energiereserven sind doppelt so effizient wie die herkömmlicher Akkus, könnten also theoretisch unsere geliebten Mobilgeräte nahezu doppelt so lange am Leben erhalten. Und als sicherer gelten Solid-State-Batterien auch. Schließlich können keine brennbaren Flüssigkeiten mehr auslaufen. Unterm Strich ein Segen für den Mobilmarkt. Vor allem im Bereich der Smartwatches. Wäre die Technik nicht so teuer.

An der Uhr gedreht: Akku der Zukunft bereits realisierbar

Applied Materials aus dem kalifornischen Santa Clara gilt als weltgrößter Hersteller im Bereich der Halbleiterindustrie. Dort will man sich nun der Probleme annehmen und stärkere Akkus bauen. Mit einer Technik, die es schon gibt, aber aus Kostengründen noch nicht bereit ist für den Markt verbraucherorientierter Mobilgeräte. Andy Chu ist bei Applied Materials für das Produktmarketing verantwortlich. Nach seiner Aussage halten nur noch die höheren Produktionskosten die Entwicklung auf. „Diese Probleme gehen wir nun an“, sagt er. Konventionelle Lithium-Ionen-Batterien sollten schon bald von Solid-State-Akkus ersetzt werden.

Hohe Anforderungen an die Hersteller

Es wird nicht ganz einfach sein, den Weg zum Massenmarkt für eine kostspielige Technik zu ebnen. Solid-State-Akkus erfordern bei der Herstellung ein hohes Maß an Präzision. Kleinste Lücken in den festen Bauteilen führen zu Kurzschlüssen. Bei Applied Materials wird dran gearbeitet, heißt es. Wenn die Hürden genommen sind, dürften in erster Linie Hersteller kompakter Mobilgeräte dankbare Abnehmer sein. Gerade für Wearables sei der Nutzen kaum zu übersehen: Solid-State-Akkus sind nämlich nicht nur leistungsfähiger – die Bauform soll sogar deutlich flexibler sein, als die herkömmlicher Akkus. Auch die Autoindustrie darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Die Technik ist sicherer und könnte Elektrofahrzeuge vielleicht so ausdauernd machen wie benzinbetriebene Fahrzeuge. Genauere Angaben zu den möglichen Kosten, Ladezeiten und der Verfügbarkeit macht Applied Materials derzeitig noch nicht.


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