Neue Studie: Besser Joggen im Stadtverkehr als gar keinen Sport

Wer regelmäßig zu viele Abgase inhaliert, erhöht sein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Aber Sport senkt es wiederum.
Wer regelmäßig zu viele Abgase inhaliert, erhöht sein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Aber Sport senkt es wiederum.(© 2018 Shutterstock / Maridav)

Gerade in Metropolen ist die Luft für Outdoor-Sportler eine Zumutung. Wer regelmäßig zu viele Abgase inhaliert, erhöht sein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Und was senkt dieses Risiko wiederum? Sport! Eine neue Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass Joggen an verpesteten Straßen trotzdem noch besser ist, als aufs Training zu verzichten. Die Einzelheiten – und Apps, mit denen ihr die Feinstaub-Belastung in eurer Stadt checken könnt. 

Während meines Studiums habe ich ein Semester in Süditalien verbracht, dort fuhren Busse nur sporadisch. Also fuhr jeder nur Auto. Die Straßen waren  vollgestopft und marode, außerdem wurde permanent gehupt. Trotzdem war das für mich noch kein Grund, auf mein gewohntes Joggen zu verzichten – bis ich meinte, keine Luft mehr zu bekommen. Die Abgase kamen mir durch die Hitze noch dicker vor und ich bekam Kopfscherzen. Also ließ ich es bleiben und dachte, ich tue mir damit einen Gefallen – auch wenn ich in den paar Monaten sechs Kilo zugenommen habe, wegen der guten italienischen Küche und dem Mangel an Sport.

Besser nicht auf Sport verzichten

Heute weiß ich es besser: Forscher aus Dänemark, Deutschland und Spanien haben untersucht, inwieweit Sport den schädlichen Einflüssen von Auspuffgasen entgegenwirken kann. Es gilt inzwischen als erwiesen, dass Feinstaub das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, weil die Rußpartikel die Durchblutung beeinträchtigen. Sport hingegen senkt das Risiko. Ob das auch noch funktioniert, wenn man Sport treibt und dabei Abgase einatmet war Gegenstand der neuen Studie, bei der die Herzfunktion im Vordergrund stand. Hierfür wurden 50.000 Dänen zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und untersucht um diese Daten dann mit den Stickoxid-Werten am jeweiligen Wohnort abzugleichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Großstädter, die regelmäßig draußen joggen oder zur Arbeit radeln, erleiden nicht so häufig einen Herzinfarkt wie Sportmuffel. Damit haben wir zuhause und beim nächsten Städtetrip keine Ausrede mehr, auf Bewegung draußen zu verzichten. Übrigens: Auch Allergiker, die im Sommer der Heuschnupfen plagt, können draußen Sport treiben, wenn sie ein paar Dinge beachten.

Wenn ihr trotzdem mal checken wollt, wie hoch die Emissionswerte in eurer Region sind und wann die beste Zeit für Outdoor-Sport ist, empfehlen wir euch die App des Umweltministeriums "Meine Umwelt". Die gibt es kostenlos für Android und iOS, richtet sich derzeit aber nur an Bürger in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein. Alternativ gibt es die interaktive Web-Karte des Umweltbundesamtes, auf der ihr euren Standort bundesweit abrufen könnt. Ode ihr ladet euch die internationale Gratis-App "AirVisual" für iOS oder Android runter, die auf Englisch und in jeder Stadt funktioniert – ebenso wie der "Plume Air Report" (gratis für iOS und Android).

Weiterführende Ratgeber zum Thema

Wenn ihr euch jetzt vielleicht häufiger für das Fahrrad entscheidet, solltet ihr euch gerade in engen Städten mal über eure Pflichten und Rechte als Radfahrer informieren. Für den passenden Ratgeber haben wir außerdem recherchiert, ob man an einer roten Ampel mal eben das Handy checken darf. Die besten Apps für Fahrradfans sowie passende Lenkerhalterungen für das Smartphone haben wir schließlich auch gefunden. Für alle Läufer und Triathleten haben wir die passende Sportuhr-Empfehlung von den vier großen Anbietern Garmin, Polar, TomTom und Fitbit. Gerade für Städter bieten viele eine automatische Pausen-Funktion, wenn ihr schon wieder an einer roten Ampel stehenbleiben müsst.


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