Nexus 4 , Nexus 7 und Nexus 10– Fragen und Antworten

Die am Montag von Google vorgestellten Nexus-Geräte haben für ordentlich Wirbel in der Smartphone-Welt gesorgt. Das Smartphone und die beiden Tablets warten zwar nicht mit Hammer-Features auf, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach unschlagbar. Allerdings wurde inzwischen auch der eine oder andere Kritikpunkt laut.

Einige Punkte werfen Fragen auf, doch können sie recht plausibel beantwortet werden. Die Frage, die sich wohl die meisten stellen, ist die nach dem fehlenden SD-Karten-Slot. Die beantwortet Matias Duarte, Director Android User Experience, via Google+. Er findet eine SD-Karte stiftet mehr Verwirrung, als dass sie tatsächlich nutzt. Wenn man Bilder, Musik etc. speichert, wo landen die dann auf dem Gerät? Der nicht ganz so geübte User – und das sind eben sehr viele – hat keine Ahnung, wo auf dem Smartphone oder Tablet was gespeichert wird.

Auch für die Entwickler kommen beim Thema SD-Karte einige Fragen auf. Sollte der Nutzer jedes Mal gefragt werden, wo er speichern möchte? Oder einen festen Speicherort zum Beispiel für Bilder festlegen und dann unter Umständen mühsam ändern müssen? Und was passiert eigentlich, wenn man die SD-Karte herausnimmt? Bei einem Nexus-Gerät weiß der Nutzer ganz genau, wieviel Speicher er bekommt und er kann entscheiden, welche Speichergrößte die richtige ist. Außerdem kann man Bilder etc. einfach abspeichern, ohne hinterher lange danach suchen zu müssen.

Nutzeroberfläche für Smartphones und Tablets gleich

Mit Android 4.2 sieht die Nutzeroberfläche auf Tablets gleich aus wie auf Smartphones. Das war bei den vorherigen Versionen nicht (immer) so, gerade bei Honeycomb gab es einige Unterschiede vom Tablet zum Smartphone. Nun stellt sich vor allem für Tablet Nutzer, die sich an die andere Oberfläche gewöhnt haben, die Frage, warum das so ist. Matias Duarte beantwortet dies mit dem einheitlichen Nutzererlebnis. Bei der gleichen UI bekommt der User von Smartphone und Tablet ein einheitlicheres Bedienkonzept und damit auch ein einheitlicheres Nutzererlebnis. Und daher gibt’s ab Android 4.2 die drei Navigations-Buttons immer an der gleichen Stelle – da, wo der Nutzer sie erwartet, ganz gleich, wie er das Smartphone oder Tablet hält.

Auf Tablets sieht die Nutzeroberfläche genauso aus wie auf Smartphones (Bild: Google)

Kein LTE fürs Nexus 4

Für große Fragezeichen sorgte die Tatsache, dass Google und LG beim Nexus 4 auf LTE verzichten. Dazu hat sich Android Chef-Entwickler Andy Rubin geäußert – und was er sagt, klingt mehr als plausibel. Rubin nennt gleich mehrere Gründe für den Verzicht auf einen LTE-Chip im Nexus 4. Zum einen wäre da die Netzabdeckung zu nennen. Außerhalb der USA lässt die nämlich noch schwer zu wünschen übrig. Und weil bei schlechter Netzabdeckung das Smartphone ständig zwischen 3G und 4G hin und her wechseln muss, wird der Akku dabei über Gebühr beansprucht. Das wirkt sich nicht nur auf die Akku-Laufzeit, sonder auch auf dessen Lebensdauer aus.

Außerdem gibt es so viele verschiedene LTE-Frequenzen, dass man kaum alle abdecken kann. Außerdem macht man sich mit dem Verzicht auf LTE von den Providern unabhängig, die teilweise recht strikte Vorgaben haben. Eine Abhängigkeit von den Mobilfunk-Anbietern bedeutet für die Nutzer nämlich auch, dass sie entsprechend länger auf ihre Updates warten müssen. Und die zügigen Updates für Nexus-Geräte sind eben für viele Nutzer ein durchschlagendes Kaufargument.

Doch nocht hat Google nicht alle Fragen plausibel beantwortet. Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Multi-User-Support. Die beiden Tablets – und unter Android 4.2 Jelly Bean wohl Tablets im Allgemeinen – bekommen die Unterstützung für mehrere Nutzer auf einem Gerät. Bei Smartphones muss man darauf verzichten. Zwar ist es bei Tablets wesentlich wahrscheinlicher, dass sie zum Beispiel von mehreren Familien-Mitgliedern genutzt werden, dennoch stellt sich die Frage, warum nur Tablets den Multi-User-Support bekommen.

Das Nexus 4 von Google und LG (Quelle: Google)

Multi-User-Support nur für Tablets

Eine mögliche und durchaus denkbare Antwort auf diese Frage liefert TechCrunch: Nokia hält ein Patent für den Multi-User-Support auf Mobiltelefonen. Das Patent könnte also der Grund dafür sein, dass nur Tablets die Mehrbenutzer-Unterstützung bekommen. Ob das tatsächlich so ist, darüber kann man derzeit allerdings nur rätseln, denn weder Nokia noch Google haben sich zu diesem Punkt geäußert.