Nguyen, die smarte Heulsuse: Flappy Bird kehrt zurück

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Flappy-Bird-Erfinder Dong Nguyen und Tood Moore (v. re.) bei der Game Developer Conference
Flappy-Bird-Erfinder Dong Nguyen und Tood Moore (v. re.) bei der Game Developer Conference (© 2014 Twitter/@toddmoore)

Erst hat es sein Leben ruiniert, jetzt kommt es doch zurück: Flappy-Bird-Erfinder Dong Nguyen bringt sein Spiel wieder in die Appstores. Alles nur PR?

Der Tod des kleinen Flattervogels war nur gespielt. Flappy Bird kommt zurück. Das hatte der Spieleentwickler bereits in einem Interview mit dem Rolling Stone erklärt. Doch nun erklärte ein Fan auf Twitter, dass Nguyen ihm versichert hätte, das Spiel wieder in die Appstores zu bringen.

"Aber es hat auch mein einfaches Leben ruiniert"

Ob das Game aber den Erfolg wird wiederholen können, bezweifeln wir stark. Im Februar zog der Entwickler den Stecker. Nachdem das Spiel aus den Stores verschwunden war, hatte sich Nguyen zum Aus geäußert. "Ich kann 'Flappy Bird' als einen Erfolg für mich bezeichnen", erklärt der Entwickler. "Aber es hat auch mein einfaches Leben ruiniert. Darum hasse ich es jetzt."

“Es wurde einfach zu einem süchtigmachenden Produkt”, erklärt Nguyen gegenüber Forbes. “Damit wurde es zu einem Problem.” Im Interview hielt er außerdem fest: “Es bleibt für immer verschwunden.” Dabei war das Spiel für den Game-Entwickler ein finanzieller Erfolg. Rund 50.000 Dollar soll die App am Tag mit Werbeeinblendungen verdient haben.

War der Burnout nur inszeniert?

Aber sein ruhiges Leben hätte damit ein jähes Ende gehabt, gesteht der Programmierer. “Ich konnte nicht mehr schlafen.” Den Beschreibungen zufolge war der 29-Jährige ausgebrannt und mied nach dem Aus das Internet. Von seinem Arbeitgeber, dem Spielestudio dotGEARS, hatte sich Nguyen beurlauben lassen. In der Folge füllten eine ganze Reihe von App-Klonen die Lücke, darunter das bockschwere "Ironpants".

Nun, gut sechs Wochen später, scheint der Burnout nur noch Schnee von gestern. So soll nicht nur das angebliche "verhasste" Flappy Bird zurückkommen. In der Zwischenzeit arbeitete Nguyen offenbar auch noch an einem neuen Spiel: Kitty Jetpack. Details zum Gameplay verriet der Game-Entwickler bislang nicht.

Für uns hat die Publicity-Welle um Nguyen einen faden Beigeschmack. Was Anfang Februar noch wirkte wie ein bescheidener Entwickler, der vom weltweiten Hype um sein einfaches Spiel überrollt wurde, zeigt nun Züge eines kalkulierten PR-Stunts. Denn in Folge der Abschaltung erreichte der Hype um das Spiel neue Höhe - iPhones mit Flappy Bird wechselten auf Ebay zu Mondpreisen den Besitzer.

Nun das Interview mit dem Rolling Stone, gefolgt vom dezenten Streuen von News auf Twitter. So rollt erst nach dem Hype und dem darauffolgenden Aufschrei nach dem Aus schon die dritte Flappy-Bird-Welle durchs Netz. Es scheint ganz so, als würde Nguyen nicht nur das Entwickeln von Spielen zu beherrschen, sondern auch das Spiel mit der Netzgemeinde - bis zum inszenierten Burnout.


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